Warum Alkohol, wenn er einem doch eigentlich nicht schmeckt?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Sie wollen stark vor anderen wirken und es kann jeder aus der Gruppe mitmachen. Ein Salto sehe am Thesen in der Kneipe auch doof aus, vorallem wenn es alle machen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Hyaene 15.11.2016, 22:24

Okay, bei Jugendlichen kennt man ja diese sinnlosen Gruppenzwänge ^^, aber bei erwachsenen Männern??? 😵

Und was soll daran "stark" sein? Körperlich stark ist für mich jemand, der 100 kg stemmen kann. Die geistige Stärke nimmt ja bekannterweise bei Alkoholkonsum ab, also fliegt das schon mal raus. ^^ 

Und was ist denn nun der Sinn, dass man aussieht, als würde man jeden Moment loskotzeln, aber man trotzdem trinkt und sagt, dass es verdammt gutes Zeug ist? Wenn denn wenigstens nicht noch das Gesicht so verzogen werden würde, würde ich den Herren ja abkaufen, dass es ihnen schmeckt, aber so... 

😁

0
Minyal 15.11.2016, 22:37
@Hyaene

Genau weil es ihnen nicht schmeckt und es quasi runter gekippt werden muss, präsentieren sie sich damit als stark. Es gibt auch genügend Herren, die das Zeug nur Nippen oder wieder ausspucken. 

Bei erwachsenen Männern geht es nicht um den Zwang, sondern sie suchen genauso Bestätigung bei Gleichgesinnten. Du bist n toller Typ, weil du das Zeug schlucken kannst. Um noch einen drauf zu setzen, bezeichnen sie es als verdammt gutes Zeug und demonstrieren damit, dass sie sogar noch Unterschiede zwischen gutem und schlechtem Fusel unterscheiden könnten, weil sie so oft das Zeug trinken, dass sie Unterschiede bemerken würden. 

Grundsätzlich verhalten sich alte Männer nicht anders als junge Männer. Schlimm wird es erst, wenn jung auf alt trifft und alt jung beweisen will, dass er es noch drauf hat.

Zum Thema Alkohol: Grundsätzlich macht es keinen Sinn Alkohol in den Hals abzukippen. Es ist und bleibt eben eine Demonstration von Stärke durch "Hart im Nehmen sein".

1
Hyaene 15.11.2016, 22:53
@Minyal

Vielen Dank für die Erklärung und deine Mühe! 👍

Aber... Manche spucken es wirklich wieder aus? Das habe ich noch nie gehört. 😵

Mir hat deine Antwort sehr geholfen, auch, wenn ich noch immer nicht verstehe, warum man sich stark vorkommt, wenn man Ekliges trinkt. Da könnte ich ja auch eine Lakritzschnecke neben jemanden essen, der Lakritz hasst und ebenfalls sagen, dass es von Haribo ist. 😂

Ist schon eine wirklich paradoxe Logik. ^^ Es scheint wohl dasselbe zu sein, wie der Stolz eines Mannes, wenn er Sex hatte... Er sich also einfach bloß gehen ließ und Spaß hatte, aber denkt, er hätte die Welt verbessert... Wobei ich auch genug Frauen kenne, die dann ebenfalls stolz sind. 😀 Ist genau so etwas, was ich bei vielen Menschen nicht verstehe. ^^ 

0
Minyal 16.11.2016, 15:51
@Hyaene

Klar gibt es welche, die es wieder ausspucken. Wenn alle Lakritzschnecken nicht mögen würden, dann würde deine These stimmen. So könnte jeder behaupten, dass er Lakritzschnecken nicht mag und sie essen, obwohl er sie mag. Das wäre dann Veräppelung. Die gleiche Logik steckt übrigens hinter Mutproben. Wieso will jemand etwas waghalsiges machen, wenn er sich dabei verletzen kann? Eben weil er sich selbst und andere davon überzeugen kann, stärker oder mutiger zu sein als die anderen.

1

Angst, Ekel und Abwehr sind das Fundament jedes Lasters. „Ekelhaft“, das war die Empfindung, die jeder Kettenraucher hatte, als er die ersten Züge paffte. „Ekelhaft“ empfand jeder Säufer den ersten Schluck Alkohol. Bier schmeckt am Anfang widerlich. Schnaps brennt im Hals, bis man sich an den beißenden Geschmack gewöhnt hat. Der Drogensüchtige fühlte sich beim ersten Versuch verunsichert, denn seine Sinne reagierten fremdartig. Dem Opiumraucher ist’s nach dem ersten Mal elend zumute. Viele Reize, die zur Sucht entartet sind, wurden am Anfang als Ekel und Widerwille empfunden und sind nur allmählich überwunden worden. Was später zur Sucht geworden ist, hat am Anfang Angst und Abwehr ausgelöst.

Den anfänglichen Ekel und die anfängliche Angst zu überwinden und immer wieder zu überwinden, das erzeugt ein Gefühl der Stärke und Überlegenheit.

Es scheint, das die anfängliche Überwindung von Angst und Ekel, die ursprünglich als Selbstbestätigung erlebt worden ist, jetzt als Symbolhandlung fortgesetzt und ständig wiederholt, zur rituellen Handlung wird.

Wie bei jedem anderen Ritus, ob Beten, Weihnachten feiern oder sich zum Gruß die Hand geben, bleibt der emotionale Sinngehalt immer derselbe. Er kann sich sogar durch die Wiederholung suggestiv intensivieren und bis zum bedingten Reflex steigern. Der Behaglichkeitszustand kann sich deshalb beim Haschischraucher schon dann einstellen, wenn er nur den Duft riecht.

(Max Lüscher: "Signale der Persönlichkeit")

Signale der Persönlichkeit - (Psychologie, Männer, Alkohol)
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
watchdog 15.11.2016, 23:11

In rituellen Symbol Handlungen idealisiert man sich zum Helden: „Gestern haben wir uns schön voll laufen lassen“ oder zum Experten: „Wenn sie diese Marke nicht führen, trinke ich lieber keinen Whisky“. (Beide Marken werden aus demselben Fass abgefüllt!) „Wenn meine Zigarettenmarke nicht zu haben ist, rauche ich lieber gar nicht“. (Nur 2% der Markenraucher vermögen beim
Blindversuch ihre Zigarettenmarke zu erkennen.).

Mit einer scheinbaren Sonderleistung (sich volllaufen lassen; nur eine bestimmte Marke akzeptieren) wird derart geprotzt, dass der
Normalverbraucher daneben als Schwächling oder geschmacklich unkultivierter Banause gelten würde. Die anderen zu verachten, das ist ein zusätzlicher Trick, um sich überlegen zu fühlen und sich Selbstbestätigung einzureden.

(Max Lüscher: "Signale der Persönlichkeit")

1
Hyaene 15.11.2016, 23:51

Danke für deine tolle und brauchbare Antwort! 👍

Was den Ekel beim rauchen betrifft. !Leider! nicht. Absolut nicht. Ich fühlte mich schon immer zu diesem Geruch hingezogen und als ich das erste Mal an einer Zigarette zog, liebte ich den Geschmack. Wie gesagt, leider. Das ging dann 16 Jahre so, bis ich es endlich schaffte damit aufzuhören... Womit ich mich tatsächlich stark und ein wenig cool ^^ fühle, weil es für mich sehr schwer war. Ich fühlte mich also toll, weil ich etwas sinnvolles geschafft hatte, was nicht einfach war. 

Beim Alkohol schmeckte mir Vodka und Kräuter ebenfalls von Anfang an, obwohl dies beides zu Beginn brannte. Ich hörte damit schnell auf, weil ich Angst hatte, ich könnte auch davon abhängig werden und es mich störte, wenn ich meine Selbstbeherrschung verlor, weil ich nicht bremsen konnte. Deshalb trank ich auch nur allein, nach dem Essen. ^^ Es wäre mir an den Stolz gegangen, wenn mich jemand SO gesehen hätte. Und genau deshalb, verstehe ich diese Art von Coolnes nicht. Denn man kann auch anderes tun, woran man sich sonst nicht ran traut, was vielleicht sogar sinnvoll oder zumindest unschädlich ist. 

Mir schmeckte zum Beispiel Bier nie und genau aus diesem Grund, trank ich es nicht. Ich hätte einfach nicht den Sinn dahinter verstanden, etwas zu mir zu nehmen, was mir nicht schmeckt und mir nichts bringt, um mich somit cool zu fühlen. ':-D Siehe unten, Kommentar bei Minyal. ^^

Ich habe schon verstanden, dass es wohl darum geht, etwas unangenehmes zu tun, was für einen schwer ist. Nur, warum dann so etwas sinnloses? Warum fühlt man sich dann cool und stark, wenn man sich zu etwas so sinnlosen und auch selbstzertörerischem zwingt? 

Ist man also cool und stark, wenn man trinkt, am besten noch viel und Hochprizentiges, aber wiederum der Loser, wenn man Alkoholiker ist? Und sei es, weil man schlimme Schicksalsschläge ertränken möchte? Was bitte, ist das denn für eine Logik? ':-D Die Frage war jetzt natürlich rhetorisch. ^^ Das Verhalten, das ich damals beim trinken hatte, glich eigentlich einem Alkoholiker, der sich für seine Sucht schämt. Ich machte es allerdings von Anfang an so und hatte zum Glück, bevor ich süchtig wurde, die Reißleine gezogen. Die Menschen, die damit anfangen, trinken bevorzugt in Gegenwart anderer, weil sie sich damit cool , lustig und vielleicht auch noch interessant fühlen, wenn sie sich nicht mehr im Griff haben... Genauso, wie ein "asozialer", kranker, schwacher Alkoholiker... 😵

0
watchdog 16.11.2016, 00:00
@Hyaene

Es wäre interessant und hilfreich für dich etwas über die Bedeutung der Farben zu erfahren. Damit wirst du verstehen, warum du getrunken hast, bis du "blau" warst.

Ich empfehle dir die Lektüre von Max Lüscher's 4-Farben Menschen.

0
Hyaene 16.11.2016, 00:40
@watchdog

Danke für die Buchempfehlung. 

Ich konnte mich nicht bremsen, einfach, weil es mir so gut geschmeckt hatte. Sowie ich auch bei einer Tafel Schokolade nicht bremsen kann. 😏 

Ich gehöre wohl zu einer "Farbe", welche nicht in kleinen Stücken genießen kann, sondern mehr haben muss. ^^' Ansonsten ist es allerdings nicht so bei mir. Das heißt, dass ich mich auch mit weniger und Kleineren zufrieden gebe. Fällt man dann wieder aus der "Farbe" heraus? Vielleicht bin ich ja dann violett oder lila. Welche Farbe wäre wohl dominanter. Rot oder blau? 

Psychologie zählt für mich auch zu meinen Interessengebieten. Es ist kein sehr großes, aber es ist eins. Ich finde es einfach interessant. Was mir allerdings immer wieder auffiel. Der Mensch ist schon sehr berechenbar und es gibt auch viele Verhaltensmuster und Typen, welche sich zwar in unterschiedlichen Intensitäten unterscheiden, aber dennoch bei so ziemlich jeden Menschen zu finden sind. 

Allerdings nicht immer, denn sehr oft wird in der Psychologie vergessen, dass Menschen Individuen und keine Gegenstände sind, die immer gleich funktionieren. Es gibt also meiner Meinung nach kein roter, blauer, grüner oder auch gelber Mensch. Manchmal gibt es Mischungen und manchmal eine völlig andere Farbe. Ich sage bei diesem Thema immer. Man kann zwar das Fach, das Verhalten und die Persönlichkeiten studieren, aber nicht den Menschen. Soll auf die Schnelle heißen, man kann vielleicht als Psychologe zu 99% voraussagen, wie ein Mensch reagiert, wie er ist, aber es bleibt immer noch dieser eine Prozent, den niemand anderes, als die "betroffene" Person selbst, kennt. So zumindest, sind meine Beobachtungen. Keine Ahnung, ob so etwas auch in diesem Buch steht. Wenn ja, dann würde ich es wirklich mal gerne lesen. 

Nochmal zurück, zu den Suchtmitteln ^^: 

Was mich am Alkohol immer so sehr störte, war einfach bloß die Wirkung, so wie mich bei Zigaretten der abgestandene Rauch schon immer störte. Direkt von der Zigarette rieche ich es sehr gern, aber nicht an der Kleidung. Die Gesundheit spielt ja nun auch noch eine Rolle mit. Also war Schluss damit. ^^ 

0
watchdog 16.11.2016, 01:30
@Hyaene

Welche Farbe wäre wohl dominanter. Rot oder blau? 

Mischt man Rot und Blau, so entsteht Violett. Im Violett sind diese beiden gegensätzlichen Farben zugleich sichtbar.

Blau, die friedliche, entspannte Ruhe hat den Zweck, zu regenerieren, Kräfte zu sammeln, um mit voller Intensität zu erleben und zu erobern. Blau findet seine Sinnerfüllung im Rot. 

Rot, der Impuls, zu erleben und zu erobern, hat ein letztes Ziel: die Beruhigung in der Befriedigung. Rot findet seine Erfüllung in Blau.

Beide Wege, der rote und der blaue, führen zur Einheit.

Der rote Weg will durch kämpfende Eroberung die Identifikation erreichen. Der blaue Weg will die Identifikation durch Hingabe erlangen. 

Beide, Rot und Blau, wollen die Identifikation, die Einheit, die Verschmelzung als Liebe; und finden sie im versöhnenden Violett, der Harmonie der Gegensätze.

0

Das "Kippen" kann ich mir auch im wahren Leben nicht erklären. Ich kippe nie, weil ich auch Schnaps gerne genieße und deshalb lieber langsam trinke (und wenn er mir nicht schmeckt, lasse ich lieber die Finger davon).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Hyaene 15.11.2016, 22:41

Als ich eine Jugendliche war, trank ich sehr gern Vodka und Kräuter. Einfach, weil es mir schmeckte. Gerade nach dem Essen. Deshalb verstehe ich das Gehabe ja auch nicht. Ich blieb immer zu Hause, um nicht in peinlichen Situationen gesehen zu werden, denn es schmeckte mir nun mal zu gut. :-D 

Irgendwann trank ich gar nichts mehr, weil ich meine Selbstbeherrschung nicht weiterhin verlieren wollte und Angst hatte, ich könnte Alkoholiker werden. ^^' 

0
rlstevenson 15.11.2016, 23:11
@Hyaene

Um des Geschmacks willen, reicht es aber ein Gläschen zu trinken. Davon verliert man normalerweise nicht die Selbstbeherrschung.

0
Hyaene 16.11.2016, 00:05
@rlstevenson

Wenn du eine Tafel Schokolade vor dir liegen hast... Ich habe es noch nie geschafft davon nur ein Stück zu essen. Die Tafel ist nach aller spätestens 5 Minuten weg. 😂 

Und genau das hatte mich so sehr gestört am Alkohol. Ich konnte nicht bremsen, weil es mir zu gut schmeckte und zack... Dadladlaaaa!!! 😀

0

Alkohol steigt Selbstvertrauen. Bis dahin ist schwer, Selbstvertrauen ohne Alkohol zu steigern.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
rlstevenson 15.11.2016, 23:09

Alkohol senkt die Hemmungen, steigert aber nicht das Selbstvertrauen. Wenn kein Selbstvertrauen da ist, dann kann auch Alkohol keines herbeizaubern. Nur wenn das Selbstvertrauen durch Hemmungen unterdrückt wird, kann der Alkohol dazu führen, das es zum Vorschein kommt.

0

Hu hu "Film" ...

Das soll halt cool wirken wenn der Cowboy am Tresen steht. In Wirklichkeit sagt sowas niemand, zumindest nicht ernsthaft.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Man trinkt Alkohol wegen der Wirkung und nicht wegen dem Geschmack.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Hyaene 15.11.2016, 22:34

Und was hat man dann davon, wenn man seine Selbstbeherrschung verliert? Ich bin froh, dass ich nicht krank bin und ich somit Gewalt über meinen Körper habe. 

Nächste Frage, durch deine Antwort ^^: 

Warum ist es das Ziel vieler Menschen, sich völlig zu vergessen? Eigentlich schämt man sich doch, wenn man nicht mehr Herr seiner Sinne ist oder etwa nicht? 

Bei großen Kummer kann ich es verstehen, aber um vielleicht cool zu sein, nicht. ^^' 

1
Dreamerxyz 15.11.2016, 22:43

Ja um cool zu sein ist Alkohol zu trinken wirklich schwachsinnig. Aber wie du selbst gesagt hast hilft Alkohol gegen Kummer (Beispiel Liebeskummer wegen Trennung). Anstatt dass man jede Sekunde an die Person denken muss, ist man in diesem Zustand "befreit".Du kannst die Person kurzzeitig komplett vergessen und den Schmerz ausblenden. Weitere Gründe für Alkohol sind, dass man nach paar Schlückchen etwas lockerer wird und gerade wenn man sehr schüchtern ist gegenüber Frauen, dass man durch den Zustand des betrunkenseins sie ansprechen kann (wenn auch teilweise "peinlich"). Aber das alles sollte nicht regelmäßig stattfinden.

1

Hier meine Buchempfehlung für dich!

der 4-Farben Mensch - (Psychologie, Männer, Alkohol)
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
watchdog 16.11.2016, 00:16

Du bekommst das Buch (als Taschenbuch ohnehin nicht teuer) auch immer für kleines Geld bei booklooker.de oder ab 1,- € bei ebay 

0

im normalen leben macht man das hoffentlich nicht, um sich cool zu fühlen haha. einige vielleicht schon, peinlich. aber man macht es, weil man lustiger wird, selbstsicherer, offener

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?