Warum akzeptierten die Zeitgenossen das absolutistische System bzw. warum dachten sie absolutistisch?

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5 Antworten

Sie akzeptierten das, weil sie noch an das Gottesgnadentum glaubten. Der König, der Fürst etc.. hatte seine Legimitation von Gott selbst. Und damals zweifelte man Gott nicht an. Das wäre Ketzerei gewesen. Auch ein schlechter König war immer noch von Gott eingesetzt.
Es wurden zwar auch früher immer mal wieder Könige abgemurkst, in England z.B. aber letztlich musste das immer gegenüber Gott legitimiert werden.
Richard II  (falls er es denn war, ich glaube das nicht) hat seinen Neffen abmurksen lassen, ehe er gesalbt wurde.

Und Elisabeth die Erste hat jahrelang gezögert, Maria Stuart hinzurichten. Sicher nicht, weil sie sie so nett fand, sondern, weil Mary eine gesalbte Königin war. etc...

Zudem geschah das alles auf Fürstenebene. Das Volk hat den König selbst - bei allen Aufständen, die es machte - nie angegriffen. Weil das eine furchtbare Sünde gegen Gott gewesen wäre.

Die kritische Frage: "Muss das eigentlich so sein?" kam eigentlich erst mit der Aufklärung.


Weil sie es nicht anders kannten?

Heute hast du die Auswahl und die Kenntnis über andere und alternative Systeme und trotzdem gibt es genug Menschen welche sich freiwillig in ein absolutistisches System einbinden möchten.

Manche mögen das mit dem "Gottesgnadentum" geglaubt haben.

Ansonsten geht es hier um Aristokratie - die "Herrschaft der Besten":  die Idee war, dass man eine Spezialisten ausbildet, der wirklich gut regieren kann, und diesem diese schwierige Aufgabe überlässt, und zwar möglichst lange und stabil.

Das entsteht, wenn man irgendwo einen Herrscher X hat, der sein Reich oder Volk erfolgreich aufgebaut und viel Macht und Erfolg angesammelt hat. Wenn der dann stirbt, dann denken die Leute "ach wenn das doch immer weiter ginge so wie unter X" - und man versucht, jemanden auszubilden der in die Fussstapfen des Vorgängers treten kann. Klappt manchmal für einige Generationen.

Man darf das durchaus vergleichen etwa mit dem Dalai Lama - da wird eben auch versucht, immer wieder jemanden auszubilden der die Arbeit des Vorgängers fortsetzt, nur dass das hier mit einer Theorie der Wiedergeburt unterfüttert wird - in Europa hatte man eher eine Theorie der Vererblichkeit des Regierenkönnens.

Weil sie es zu akzeptieren hatten - demokratisch gegen das System abzustimmen war ja schlichtweg ... kompliziert. ;)

Weil man sie einst mit Feuer und Schwert dazu gezwungen hat (siehe z.B. Zwangschristianisierung der Sachsen unter Karl dem Großen), Aufstände mit brutaler Gewalt niedergemetzelt hat (Stellinga, Bauernkriege usw.), sie Jahrhundertelang intsprechend indoktriniert hat und Abweichler ins Gefängnis gesteckt hat.

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