Warum unterstützen die USA, Saudi-Arabien, Katar und die Türkei den Islamischen Staat mit Waffen etc.?

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9 Antworten

Das ist nicht direkt die USA (soweit ich weiß), sondern einfach nur amerikanische Waffenhändler. Und diese unterstützen jeden der Waffen braucht, weil sie damit unmengen Kohle machen.

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Kommentar von marylinjackson
03.12.2015, 16:45

Und davon weiß die Regierung der USA nichts?

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Guten Tag Mina,

hier muss zunächst zwischen den einzelnen Staaten und den jeweiligen Interessenlagen differenziert werden.

Die USA unterstützen Saudi-Arabien direkt sowohl finanziell, als auch infrastrukturell und durch modernste Waffenlieferungen. Hintergrund ist, dass Saudi-Arabien seit Jahrzehnten eine strenge und für die USA zuverlässige Diktatur ist, die ihre Öl-Vorkommen zu einem vergleichsweise stabilen Preis veräußert und mithin einen zuverlässigen Öl-Lierferanten für die USA darstellt.

Wäre diese (wahabistische) Diktatur nicht mehr an der Macht, sondern eine offene pluralistische demokratische Regierung, hätte dies Schwankungen des Angebots und der Fördermenge an Öl zur Folge und letztlich auch Schwankungen des Öl-Preises, die ein Land, welches aufgrund infrastruktureller Schwierigkeiten stark vom Öl abhängig ist (wie die USA), vor große Herausforderungen stellen würde.

Ähnlich verhält es sich mit Katar. Auch in Katar sehen die USA einen verlässlichen Partner am Golf, der auch ihren Einfluss vor Ort nachhlatig sichert.

Die Türkei ist für die USA ein wichtige Verbündeter innerhalb der "North Atlantic Treaty Organization" (NATO). Die NATO stellt das weltweit stärkste Militärbündnis dar. Die USA können vom Gebiet der Türkei aus optimal operieren, da man zum einen vom Nord-Osten der Türkei sehr nahe am Süd-Westen Russlands ist und zum anderen vom Süden der Türkei direkt im mittleren Osten eingreifen kann (Israel, Syrien, Iran, etc.).

Was den Islamischen Staat (IS) angeht, der im völkerrechtlichen Sinne keinen Staat darstellt, so kann ich mir nicht vorstellen, dass die USA diesen direkt unterstützt.

Allenfalls nimmt die USA billigend in Kauf, dass enge Verbündete, wie Saudi-Arabien (oder Bahrain), das mit seiner wahabistischen Auslegung des Islam quasi die Grundlage für die Ideologie des IS liefert, diesen finanziell und durch Lieferungen von Waffen unterstützen, zumal der IS für die USA gegenwärtig noch keine nennenswerte Bedrohung darstellt. Gleichzeitig wird die USA wohlwollend, zur Kenntnis nehmen, dass der IS  Erfolge in Syrien verzeichnet und den Iran sowie Russland als Rivalen der USA in auf syrischem Territorium militärisch in Anspruch nimmt.

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Ob das so ist, kann ich nicht einschätzen, muss mich eben auch auf das verlassen, was mir durch die Medien zugänglich ist.

Ich denke 1988Ritter sieht es recht objektiv... ( unter Vorbehalt der uns zugänglichen Informationen )


Konkret ist meine Ansicht:

"Wir" ( einfachen Leute ) haben kaum Ahnung davon, wer von den Mächtigen sich mit wem, und aus welchem Grund ... abgibt... und welche (egoistischen) Ziele da verfolgt werden... und wer insgeheim darauf hofft, den jeweils Anderen am Ende "ausgetrickst" zu haben....

Das Ganze kommt mir wie eine riesige "Teufelei" vor ( im wahrsten Sinne des Wortes..)...

Da werden Menschen gegeneinander aufgebracht, und alle denken, im Sinne ihrer Religion und ihres Gottes "richtig" zu handeln....

(sowas kann sich nur ein Teufel ausdenken.... und derart gut funktionierend organisieren....)

Warum unterstützen die USA, Saudi-Arabien, Katar und die Türkei den Islamischen Staat mit Waffen etc.?

FALLS es so ist:

.. weil sie ihre für uns ( einfachen Menschen ) nicht nachvollziehbare Interessen verfolgen... inspiriert von dem "Geist" der sie leitet....

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Die USA unterstützen den IS nicht.

Den US-Amerikanern ist eine Rieseneselei unterlaufen. Sie wollten Rebellen gegen das Assad-Regime ausbilden, haben dies auch gemacht, natürlich mit entsprechender Ausrüstung und Logistik versehen, und dann haben sich die Rebellen verselbständigt. Erst als ISIS, und danach als IS. Die USA unterstützen IS also nicht, sind aber ursächlich an ihrer Ausbildung und Bewaffnung verantwortlich.

Bei Saudi Arabien und Katar handelt es sich um Staaten die in Richtung Wahhabismus (islamische Glaubensrichtung) tendieren. Eine Glaubensrichtung die IS gleichsam vertritt. Man unterstützt deshalb die "Glaubensbrüder" und bekämpft sie nicht.

Bei der Türkei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Mit der IS lies sich bislang gut Geld verdienen. Antike Kunst, Öl und andere Rohstoffe wurden gehandelt. Zusätzlich gibt es einen Handel mit Waffen und der Versorgung und Verarztung von IS-Kämpfern. Weitehin eignet sich die derzeitige Situation gut um bestehende kurdische Problematiken zu bereinigen. Abschließend verschafft sich Erdogan ein höheres Ansehen in der islamischen Welt.

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Kommentar von Bambi201264
27.11.2015, 10:06

1988Ritter: Mal wieder muss ich feststellen, dass Du sehr gut informiert bist und Dich um Objektivität bemühst. Super!

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Kommentar von Diener01
27.11.2015, 16:35

Nur ein kleiner teil der von den usa ausgebildeten Rebellen ist zum is übergelaufen, zu sagen das alle ausgebildeten Rebellen zum is gegangen sind stimmt einfach nicht.  

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Kommentar von Gegengift
28.11.2015, 14:24

Hier wurde wieder massiv gelöscht. Doch so schlechte  Verschwörungstheorien haben kurze Beine.

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Meiner Ansicht nach unterstützen die USA den IS in keiner Weise. Die Türkei dagegen unterstützt ihn, da Erdogan hofft auf diese Weise Assad ablösen zu können und der große Führer der Sunniten werden zu können. Von Katar und Saudi-Arabien werden die aus religiösen Gründen unterstützt, einfach weil die dortigen Sunniten viel Sympathie zum IS empfinden und viel Antipathie zu den Schiiten und zu Assad. Deshalb ist ja auch der Bürgerkrieg da ausgebrochen. Für fromme Sunniten ist Assad ein Ungläubiger. 

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Kommentar von sarahj
02.12.2015, 02:25

m.E. ist die aktuelle Haltung der EU gegenüber Assad kontraproduktiv. Zu postulieren, daß er weg muss ist ein Fehler, da nur ein diktatorisches Regime mit Assad die Lage stabilisieren könnte.
Was denkt ihr darüber?

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Weil politische Lösungen von diesen Staaten abgelehnt werden.

 Dass Assad weg muss, darüber sind sich hier alle seit 2011  einig , damit fing das Chaos aber erst an..

. Um dieses Ziel (Sturz Assads) zu erreichen, werden auch Allianzen geschlossen, wie mit der Al Nusra, Freie Syrische Armee, YPG...

Jeder kämpft gegen jeden.

Die USA blicken dabei nicht mehr durch, sie unterstützen militärisch Anti-Assad-Gruppen, die dann diese Waffen an den IS weiter verkaufen.

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Kommentar von mina7676
29.11.2015, 01:50

Ja aber warum soll den assad gestürzt werden sie haben friedlich gelebt

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Kommentar von mina7676
29.11.2015, 01:54

Assad hat nichts gemacht paar Idioten  von ihm haben sich den anderen angeschlossen  und Menschen getötet dann wurde in den Medien berichtet dass er das war

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Kommentar von sarahj
02.12.2015, 03:07

Hussein musste weg. Assad muss weg.
Alle, die halbwegs in der Lage waren, den Deckel auf dem islamischen Druckkochtopf zu halten, scheinen weg zu müssen.
Sind eigentlich nur noch naive Gutmenschen unterwegs in den westl. Regierungen? Oder was steckt da dahinter?
Will man den Clash mit Absicht initiieren, indem man radikalen Muslimen überall ein komfortables Vakuum zur Verfügung stellt, in das sie hinein expandieren können?

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Das tun sie nicht.
Dabei handelt es sich um eine Verschwörungstheorie ohne jeden konkreten Beleg. Es geht dabei nur um Schaffung von Gerüchten, die von den Gräueltaten des sogenannten "IS" ablenken sollen.

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Einerseits will man  grundsätzlich Syrien aus dem Block Rußland/ Iran herauslösen, indem man dort einen Regimechange durchführt.

Ein anderer Punkt sind die konkreten Pläne des US-Verbündeten Katar für eine Gas-Pipeline zum Mittelmeer - durch Syrien hindurch. In Katar wiederum unterhalten die USA eine riesige Luftwaffenbasis (Al Udeid Air Base), von der aus sie Afghanistan anfliegen bzw. kontrollieren können.

Interessant dabei ist, daß die USA nicht in der Lage sind, die gemäßigten Rebellen konkret zu benennen, die sie angeblich unterstützen.

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Kommentar von Gegengift
28.11.2015, 11:19

Einerseits will man  grundsätzlich Syrien aus dem Block Rußland/ Iran herauslösen

So ein Unsinn. Egal welche ausländischen Kräfte was mit Syrien vorhaben: Keiner kommt am IS vorbei, weil der keine Geschäfte macht und sich immer weiter ausbreitet. Wer den IS unterstützt verbrennt sein Geld. Die einzigen, die eine Investition in den IS etwas bringt, sind private Geldgeber, die mit der Ideologie übereinstimmen.

daß die USA nicht in der Lage sind, die gemäßigten Rebellen konkret zu benennen, die sie angeblich unterstützen.

Doch die sind eigentlich schon klar benannt. Die USA unterstützen direkt und undirekt alle Islamisten und Oppositionselle, die gegen den IS kämpfen. Das sind z.B. die FSA, die Islamische Front, die Al Nusra Front, die Kurden usw.

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Warum unterstützen die USA, Saudi-Arabien, Katar und die Türkei den Islamischen Staat mit Waffen etc.?

Tun sie nicht.

Saudi-Arabien, Katar. Saudi-Arabien ist selbst Ziel von Anschlägen des IS. Eine Unterstützung des IS durch Saudi-Arabien ist eher Quatsch. Saudi-Arabien tat bislang aber wenig gegen private Finanzhilfen. Das gleiche gilt für Katar.

Türkei. Die Türkei flog selbst schon einige Luftangriffe gegen den IS. Die Türkei unterstützt den IS indirekt wenn dann durch die Bekämpfung der Kurden.

USA. Der IS enstand aus dem Widerstand gegen die illegale Invasion der Amerikaner und Briten in den Irak. Die USA bekämpft den IS. Unterstützt hat die USA den IS nie.

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Kommentar von colocolo
27.11.2015, 12:00

Die Haltung der türkischen Regierung ist zwiespältig. Die Luftangriffe hatten Alibicharakter. Die meisten haben sich gegen die PKK gerichtet.

Jetzt aber steht sie etwas unter Druck, einerseits wegen der internationalen Lage, andererseits, weil sich der IS nicht so kontrollieren und manipulieren lässt, wie ein gewisser Erdogan es sich gedacht und gewünscht hat. Terroranschläge n der Türkei zm Beispiel.

Keine Partei ist mit irgend einer "verheiratet"; mehrere haben miteinander teilweise in Widerspruch stehende Interessen. Die Waffenhändler profitieren davon, ohne Frage, aber sie entscheiden nicht vorrangig. In erster Linie geht es, wie sollte es anders sein, um den Zugang zu Energiequellen. Zeitweise aber auch um geopolitisch - strategische Positionierung. Ginge es nicht um diese Interessen, gäbe es nicht so viel Brimborium.

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Kommentar von J1gsaw
27.11.2015, 23:03

Schön wie naiv du bist Gegengift und manch anderer auch.

Habe jetzt nicht viel Zeit, kann aber später mal drauf eingehen warum.

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