Warum spüre ich nichts?

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6 Antworten

Na ja, warum genau das so ist kann dir hier wohl niemand sagen, das wäre wohl eher ein Fall für einen Psychiater. Es könnte eine Form des Autismus sein oder eine andere psychosomatische Krankheit.

Ist diese Gefühlskälte denn auch in anderen zwischenmenschlichen Situationen vorhanden oder "nur" wenn es um den Tod der Menschen um dich herum geht? Standst du denn schon jemandem sehr nahe und es hat dich betroffen gemacht ihn/sie zu verlieren (Beziehung)?

Wie dem auch sei, für dich wird das wohl zunächst eher weniger ein Problem sein, aber ich denke das Beziehungen zu anderen Menschen mit diesem Mangel am Empathie schwer bis unmöglich sein dürften.

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HollowLana 19.10.2016, 23:55

Danke für die Antwort. 

Und das einzige Mal woran ich mich erinnern kann dass ich wirklich traurig war jemanden zu verlieren war vor Jahren als ein guter Freund wegziehen musste. Das hat mich eine Weile echt fertig gemacht, weil ich keinen Kontakt mehr zu ihm haben konnte. Ich habe mir auch schon gedacht dass es etwas damit zu tun hat aber wer weiß. 

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moonchild1972 19.10.2016, 23:59
@HollowLana

Das kann sehr gut sein, dass das etwas damit zu tun hat. Wenn uns etwas zu stark erschüttert, dann macht die Psyche ihre Schotten dicht, dass nichts mehr hineindringt und nichts mehr heraus kommt. Das wird dann als Gefühlskälte empfunden.

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DocRough 20.10.2016, 00:03
@moonchild1972

Das sehe ich wie moonchild1972, könnte sehr gut daran liegen, dass diese negative Erfahrung dich in diese Richtung geprägt hat und du unterbewusst einfach vermeiden möchtest, dass du unter einer Trennung wieder so leidest. Wobei das eben auch zum Leben gehört, so eine Art Kontrastmittel zu den schönen Dingen, die man genießen kann.

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Ich kann dir leider nicht beantworten WARUM du so bist, aber im Endeffekt sind alle Menschen anders. Du hast dich mit dem Tod auf deine Weise abgefunden, das ist ja nichts verwerfliches! Du musst aber andere Leute verstehen können, die trauern, da viele Menschen Erlebnisse/Gefühle/Erinnerungen mit verstorbenen Person teilen.. Abschied nehmen ist nicht jedermanns Sache.
Ich denke auch nicht, dass etwas falsch daran ist (du verstellst dich ja nicht bzw. erzwingst nichts). Dennoch denke ich persönlich durch deine Frage nicht, dass du 'herzlos' bist (: Anscheinend hat dich das Geschreie der Mutter nachdenklich gemacht und du hast dich Bloßgestellt gefühlt -  auch eine Art von Gefühl. Ich weiß nicht, ob du verstanden hast, was ich dir damit vermitteln wollte, aber du musst nicht fragen, wieso du so bist, wie du bist! Die Reaktion der Mutter war vielleicht blöd und unverständlich für dich...aber letztendlich war sie auch nur eine Mutter und sie hat in dem Moment sicherlich ihre Trauer/Wut ein wenig an dir ausgelassen. Will natürlich niemanden etwas unterstellen, aber ich hoffe, dass ich dir mitteilen konnte, dass du kein herzloser Alien bist ^^

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moonchild1972 20.10.2016, 00:18

@Sophpott ich bin der gleichen Meinung wie Du und sehe es genauso. Anders hätte ich es auch nicht geschrieben.

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Hey mir geht es genau so. Meine Oma und mein Opa sind vor kurzem gestorben, sie standen mir sehr nahe, ich habe mit ihnen unter einem Dach gewohnt. Trotzdem spürte ich bei ihrem Tod und bei der Beerdigung überhaupt nichts. Ich hatte sogar den drang zu lachen, also kein lautes lachen sondern ein zufriedenes lächeln aber ich musste meiner Verwandtschaft meine Trauer vorspielen. Ich fand es seltsamerweise etwas komisch, dass alle so traurig waren, da meine Großeltern ziemlich gebrechlich waren und an einem friedlichen Tod gestorben sind. Ich weiß nicht ob es die Tatsache war, das sie friedlich gestorben sind aber ich verspürte eine innere Zufriedenheit. Letztes Jahr ist aber eine gute Familienfreundin an einem Autounfall gestorben und ich verspürte auch keine Traurigkeit. Generell habe ich bisher noch nie Trauer gespürt.

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Yuurie 20.10.2016, 00:33

Ich hatte das auch bei meiner Oma, als sie an Krebs starb. Da war ich gerade mal 6. Ich war auch nicht richtig "traurig", sondern musste jetzt nicht direkt lachen, aber ich hätte auch genau so gut da sitzen und lächeln können, während alle Andere um mich herum trauerten.

Allerdings weiß ich mittlerweile, dass es bei mir so war, dass ich damit gar nicht klar kam. Sie hatte einen schlimmen Leidensweg hinter sich, meine Mutter und meine Tante haben sich rundum um sie gekümmert, das ging knapp 2 Jahre (und da war ich als Kind immer dabei, sie konnte mich ja schlecht alleine lassen). Ich war schlichtweg überfordert und wusste gar nicht, wie ich damit umgehen sollte.

Ich hatte es teilweise auch nicht so ganz verstanden. Also, dass sie für immer weg war, schon. Aber das war einfach so eine Blockade für mich, weil es einerseits zu viel war, womit ein kleines Kind auf einmal fertig werden konnte. Aber andererseits war ich auch froh. Weil meine Oma endlich den Frieden fand, nach jahrelangen durchquälen hinsichtlich ihrer Schmerzen.

Jahre später, als ich das allmählich verstand, habe ich dann auch erst richtig getrauert. Als wäre sie erst ein Tag vorher verstorben. Ich hatte meine Trauer damals verdrängt und einige Jahre später kam es dann wieder hoch.

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beNnnI02 20.10.2016, 00:46
@Yuurie

Also ich war bei dem Tod meiner Oma 14 und irgendwie von einer inneren Zufriedenheit erfüllt. Bis heute bin ich zufrieden damit, da ich denke für sie war es das beste.

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Mir geht es sehr ähnlich, 
Als ich 8 oder 9 war ist mein Opa gestorben und als meine Mutter es mir und meiner Schwester erzählt hat spürte ich nichts. Meine Schwester hat sehr geweint und ich habe sie in den Arm genommen und versucht sie zu beruhigen. Ich gebe in solchen Situationen dann auch vor Traurig zu sein, weil ich nicht möchte das andere mich für Herzlos halten, aber in Wirklichkeit bin ich sehr gefasst. 
Um ehrlich zu sein glaube ich nicht das das ein Nachteil ist, Menschen sind unterschiedlich und jeh unterschiedlicher Menschen sind desto besser können sie sich ergänzen, solange man sich nicht an dem Leid der anderen erfreut...

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Es ist nicht direkt "falsch", so würde ich das nicht nennen. Es ist einfach nur schade, dass du offenbar nicht zu Gefühlen fähig bist, wie andere Menschen.

Ich denke aber nicht, dass du alleine bist. Das kann viele Gründe haben.

Hast du vielleicht in der Vergangenheit viel durchmachen müssen (du musst nicht nennen, was, wenn was war)?
Viele Menschen werden zu richtige - ich sags mal so salopp - "Gefühlskrüppel", weil sie viel negatives durchgemacht haben. Sie werden automatisch emotionsloser, als Schutzmechanismus, um weitere Rückschläge in ihrem Leben zu vermeiden, wozu es sie wohl möglich in Zukunft nicht mehr tragbar wäre.

Ein Beispiel, was ich mal von einem Herren erfahren hatte. Ein Junger Mann (Anfang 20) hatte bisher nie Erfolg bei den Frauen. Entweder hat man ihn gemieden, ihn nicht sonderlich beachtet oder nicht richtig wahrgenommen. Jedenfalls hatte er immer wieder einen Korb kassiert. Und das hat ihn auf Dauer so zu schaffen gemacht, dass er anfing, seine Emotionen komplett runterzuschlucken. Ihm war dann plötzlich alles gleichgültig geworden.

Verstehst du, was ich meine?

Das könnte eventuell eines der Gründe sein. Was ich mir auch vorstellen könnte, wäre, dass du zu viel denkst. Also du denkst ja auch von wegen "es geschieht ja so viel Leid auf der Welt, warum trauen die jetzt über eine Person, wenn täglich Menschen sterben?" usw. Du denkst sehr rational und sachlich. So Gedanken, die ein emotionaler Mensch hat wie "Ich werde sie vermissen, sie war ein toller Mensch, warum ist sie so früh gestorben?" usw. kommt bei dir nicht als erstes in den Sinn oder? Zumindest entnehme ich das aus dem Text.

Klar, dass Menschen früher oder später alle sterben ist ein Teil des Lebens, das gehört nun mal dazu. Aber sie trauern nicht, weil jemand "jetzt eben so gestorben ist, wie jeder Andere auch", sie trauern um den einen Menschen, weil sie sie verloren haben und sie deine verstorbene Freundin unendlich vermissen werden.
Trauern ist ein Prozess, die Menschen durchmachen, um Dinge zu verarbeiten, die sie schwer zu schaffen machen und/oder ihnen viel bedeutete.

Deswegen haben Menschen auch mal Liebeskummer, wenn sie sich von jemanden getrennt haben, weinen über Verstorbene usw.

Empfindest du denn andere Emotionen, wie Wut, Freude oder ist dir mal etwas peinlich gewesen? Oder ist es bei dir nur hinsichtlich des Trauerns so?

Und warum deine Mutter dich angeschrien hat... sie versteht deine Reaktion einfach nicht. Weil in Regel Menschen einfach traurig sind, wenn jemand gegangen ist, den sie mal geliebt/gemocht haben. Für viele Menschen ist etwas, was nicht so häufig vorkommt (wie dein "gleichgültiges" Verhalten), schwer nachzuvollziehen. Und ich denke, sie war auch teilweise verzweifelt, gerade weil sie deine beste Freundin war und sie sorgt sich vermutlich um dich.

LG :)

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HollowLana 20.10.2016, 00:01

Erstmal vielen Dank für deine Antwort, sie hat mir echt weitergeholfen. An der Sacher mit negativen Erfahrungen in der Vergangenheit könnte etwas dran sein. 

Freude verspüre ich schon, ich zeige sie auch gerne. Das gleiche gilt für Wut, nur ist es mir da etwas unangenehm zu zeigen, dass ich wütend bin. Ich hab Angst dass ich jemanden verletze. 

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moonchild1972 20.10.2016, 00:07
@HollowLana

Emotionen zu zeigen ist generell ein guter Weg, um eine Blockade auf zu lösen. Gerade auch wenn Du schreibst, dass es eine schlimme Erfahrung in der Vergangenheit gab. Wenn andere Emotionen zugelassen werden, können sie eine Brücke für die Traurigkeit sein, vor der Du vielleicht Angst haben könntest. Dieser Angst gilt es auf dem Grund zu gehen, um Deine verlorene Traurigkeit wieder zu finden.

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HollowLana 20.10.2016, 00:10
@moonchild1972

Hergott nein, ich mag es so wie es jetzt ist. Zurück möchte ich dieses Gefühl um ehrlich zu sein nicht :D

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moonchild1972 20.10.2016, 00:11
@HollowLana

das glaube ich Dir sogar :) Trauer und Traurigkeit sind nicht gerade angenehm.

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Yuurie 20.10.2016, 00:20
@HollowLana

In erster Linie freue ich mich darüber, dass ich dir weiterhelfen konnte. :)

Wenn dich etwas in deiner Vergangenheit sehr bewegt hat, kann es der Auslöser dafür sein. Vielleicht verdrängst du es auch mitunter und hast es noch nicht richtig verarbeitet. Ich glaube es ist erstmal wichtig, dass für dich versuchst, dich langsam zu öffnen und dich mit deinem (ehemaligen) Problemen zu befassen. Und natürlich auch mit dem Tod deiner Freundin, das ist ja auch eine sehr bewegende Sache.

Auf jeden Fall ist es ein guter Schritt, dass du dich mitteilst. Schreiben ist eines der einfachsten Wege, sich mitzuteilen und auch schon mal ein guter Anfang für dich. Schließlich wollen wir dir auch helfen und versuchen, für dich diese Dinge, die du im Moment nicht nachvollziehen kannst, zu verstehen. :)

Ich schlage dir vor, dass du vielleicht mit deiner Mutter darüber sprichst. Fühl dich jetzt nicht unter Druck gesetzt, wenn es dir schwer fällt, lass dir Zeit damit. Deine Mutter liebt dich und wird es dann bestimmt verstehen, wenn du ihr deine Probleme schilderst und dir helfen. :) Es ist wichtig, dass du dich an jemanden wendest, in erster Linie eine Vertrauensperson. 

Und zu den anderen Emotionen. Es freut mich zu hören, dass du gerne deine Fröhlichkeit auslebst. Das freut mich wirklich! :) Dann scheint es wirklich an deiner Vergangenheit zu liegen, warum du dich bei schlimmen Momenten so verschließt.
Und du darfst auch Wut zeigen. Wut zu zeigen bedeutet nicht gleich, dass man gewalttätig wird. ;) 

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gefühlskalt nennt man das wohl

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