Warm ist folgendes beim reiten nötig (schließlich brauchen das die Wildpferde nicht, auch die Indianer haben nicht darauf geachtet)...?

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8 Antworten

Huhu,

nein, mit Kontrolle hat das in erster Linie nichts zu tun.

Wir müssen davon ausgehen, dass das Pferd als Tier nicht von Natur aus perfekt dafür geschaffen ist, einen Menschen zu tragen. Das Pferd hat als Säugetier eine S-förmige Wirbelsäule. Wenn also Druck auf den Rücken kommt, also wenn jemand drauf sitzt, geht der tendenziell erstmal wie eine Hängebrücke runter. Dann kommen die Dornfortsätze aneinander und der gesamte Bewegungsapperat ist blockiert. Das genau zu erläutern geht tief in die Thematik der Biomechanik und Anatomie rein.

Deshalb müssen wir beim Reiten dafür sorgen, dass das Pferd den Rücken nicht nach unten verspannt. Optimal ist es, wenn der Rücken in einer postiven Spannung nach oben kommt. Wenn er lose schwingt ist das aber auch nicht schädlich. Was man von den beiden Varianten anstrebt, hängt maßgeblich von der Reitweise ab.

Das Stellen und Biegen sollte man, da das Pferd sonst nicht in gesunder Haltung um die Kurven kommt. Bleibt es gerade, fällt es unweigerlich mit seinem Gewicht nach innen, muss die Balance anders wieder finden, dadurch geht der Kopf hoch und der Rücken verspannt runter. Damit ist die Losgelassenheit futsch.

Der Kopf kommt übrigens bei guten Reiten ganz von selbst in die richtige Position. Bei einem gut gezogenen Reitpferd ist das etwas vor der Senkrechten. Bei einem Haflinger vom alten Schlag kann das aber eine gute Hand breit davor sein. Das ist dann auch genauso gut und gesund, da es da anatomisch richtig ist. Genauso kann es auch bei einem Araber auch mal knapp an der Senkrechten sein. Die Hals- und Kopfposition ist anatomisch bedingt und kann irreführend sein, ein schick getragener Kopf kann an einem schlecht laufenden Pferd hängen!

Wildpferde müssen also nicht so über den Rücken gehen, da sie auch kein Gewicht mit sich rum tragen müssen. Außerdem bewegen sich Wildpferde fast nur im Schritt, da verspannt sich keiner so schnell.

Die Indianer hatten schlicht weg genug Pferde und auch andere Probleme als ein einzelnes ausfallendes Pferd mit Rückenproblemen. Da brauchte man nur schnell ein Pferd, nicht lange. Da hingegen kannst du dir mal die Ausbildung der Kriegspferde ansehen. Da kannst du gut in die H.Dv. 12 gucken. Dort lag das Ziel darin, das Pferd möglichst lange und gesund voll einsetzen zu können. Dann wurde auch Wert auf korrektes Reiten und eine lange gründliche Ausbildung gelegt.

Liebe Grüße

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Stellen, Biegen und Vorwärts/Abwärts und Kreise und Spannung usw. hat alles nicht mit Kontrolle zu tun, sondern ist Gymnastik fürs Pferd.

Genau wie der Mensch sich selbst gesund erhält, indem er gezielten Sport treibt - Muskelspannung - Ausdauer - Beweglichkeit - erhält das richtige Dressurreiten und in dressur arbeiten das Pferd gesund und munter.

Ein Pferd das am langen Zügel durch die Pampa latscht, wird nicht gesund gearbeitet, sondern kaputt gemacht.

Der Rücken des Pferdes war evolutionsbedingt nie ausgelegt Gewicht zu tragen - dies kann ein Pferd aber durchaus machen, wenn man diese Tragmuskulatur trainiert - dann kann es das sogar vollkommen unbeschadet.

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Wie bereits erwähnt, Wildpferde tragen keine Lasten und man kann die Lebensweise und -umstände der Indianer sicherlich weder mit der Zeit und den Umständen vergleichen, in denen hier die Grundzüge klassischer Reiterei entwickelt wurden.

Die klassische Reitweise sorgt für die Gesunderhaltung und damit eine lange "Leistungs- und Nutzungsfähigkeit" des Pferdes. Das lässt sich leicht vom Menschen auf das Tier übertragen: Ein Sportler wird immer länger gesund und fit bleiben, als ein Couch-Potatoe. Das wurde mittlerweile sogar wissenschaftlich bewiesen. Da das Pferd als Reittier durchaus Leistung bringen muss, ist es demzufolge wichtig, dass es für diese Leistung "trainiert" wird.

Macht man das nicht, leidet das Pferd durch höheren gesundheitlichen Verschleiß darunter.

Der Wunsch nach Kontrolle hat mit einer Gymnastizierung ziemlich wenig zu tun. Andererseits ist es aber auch wichtig, dass ein "Arbeitstier", als solches wurden Pferde ja ursprünglich auch eingesetzt, auch kooperativ ist und weiß, was es zu tun hat, damit es für alle Beteiligten nicht gefährlich wird.

Einem gut erzogenen und - wenn man es so sagen möchte - jederzeit kontrollierbarem Pferd kann man definitiv mehr Freiraum gewähren, als einem nur mäßig erzogenem Pferd. Ein unkontrollierbares Pferd kann auch richtig gefährlich werden. Das scheint heutzutage nur allzu oft vergessen zu werden, auch, weil die meisten Pferde wirkliche Engel sind und ihre Kraft nicht ausnutzen, sie tatsächlich gegen den Menschen einzusetzen. "Kontrolle" über ein Pferd hat auch nichts mit "Gewalt" oder "Dominanz" zu tun, sondern einfach nur mit klaren Grenzen und einem "klaren Menschen".

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Die Wildpferde trugen keinen Reiter.

Die Indianer achteten nicht darauf, aber wenn bei ihnen ein Pferd Rückenschmerzen hatte, nahmen sie halt ein anderes ihrer Herde.

Man muss darauf achten, wie das Pferd einen trägt, wenn man das Pferd lange haben will, wenn man es lange reiten will, wenn man nicht zu hohe Tierarztkosten haben will.

Mit Kontrolle hat das nichts zu tun. Kontrollieren kann man ein Pferd auch anders. Mit Schlaufzügeln z.B., mit harten Gebissen, etc...

Aber wenn man lange was von seinem Pferd haben will, wenn man tierfreundlich reiten will, dann kommt man nicht drum herum, es so zu reiten, dass es schonend läuft.

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Wieviele vollkommen Unwissende hier antworten. Diese Sachen werden getan, um das Pferd gesund zu erhalten. Den Indianern waren die Pferde schlichtweg egal, da hat keiner auf mögliche Rückenprobleme geachtet.

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Kommentar von Dahika
07.11.2016, 20:41

ob ihnen die Pferde egal waren, glaub ich nicht mal. Aber es fehlte ihnen das Wissen um die Biomechanik des Pferdes. Auch wir wissen das letztlich noch nicht sehr lange.

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Das alles ist wichtig um das pferd gesund zu reiten

Den Indianern War das pferd egal

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Ich denke dass das entspricht der Form beim klassischen Dressurreiten eben so gemacht wird weil es als "schön" gilt. Es gibt keinen tieferen Grund, es wird eben so gemacht. Wenn du in einer Reitschule bist wo du davon genervt bist kannst du dir immer noch eine andere Reitschule suchen wo nicht so stark auf die Form geachtet wird.

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Kommentar von WinniePou23
07.11.2016, 17:51

Das hat sehr wohl seinen Sinn. Wenn der Reiter sich drauf setzen will, muss er es auch so anstellen, dass das Pferd davon keinen Schaden nimmt. Die Indianer hatten schlicht weg genug Pferde und auch andere Probleme als Rückenschmerzen bei einem Pferd. Da hingen kannst du dir mal ansehen wie Kriegspferde ausgebildet wurden. Da war das Ziel das Pferd möglichst lange gesunden und voll einsetzen zu können. Das sieht mal auch an den jahre/monatelangen Ausbildungen für Pferd und Reiter.

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Kommentar von Dahika
07.11.2016, 20:42

Es gibt keinen tieferen Grund, es wird eben so gemacht.

Falsch. Absolut falsch.  Von keiner Sachkenntnis gedrückt.

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Das weis ich leider auch nicht, ich denke das man so beweisen kann, dass man Herr über sein Pferd ist und es unter Kontrolle hat.

Ich reite Western da is des alles viel lockerer und am langem zügel. Ich habe noch keine Unnatürliche Stellung gefunden, es ist alles weitgehend natürlich, vielleicht bis auf seitwärts gehen bei Trail.

Hoffe ich konnte dir helfen

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Kommentar von friesennarr
07.11.2016, 19:01

Beim richtigen Westernreiten ist nix locker und am langen Zügel, da wird genauso gymnastiziert wie bei der englischen Dressur.

"Herr über das Pferd" hat aber gar nichts damit zu tun, sondern Gymnastik. Nur latschen lassen ist für das Pferd sehr ungesund.

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Kommentar von Purzelmaus99
07.11.2016, 19:29
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Kommentar von WinniePou23
07.11.2016, 19:31

Auch das Westernreiten teilt sich in viele Sparten auf. Guck dir zum Beispiel mal ein Speed Rodeo, also auch Flag Race und Keyhole und so weiter an. Da sucht man die Lockerheit aber oft vergebens. Genauso wie man im Reining kaum Pferde ohne Kandaren oder zumindest Shanks sieht. Bei uns nebenan in ein Western Turnierstall. Am Abreiteplatz an den Turniertagen kommen einem die Tränen, da wird fast jedes Pferd vorm in die Halle reiten ordentlich runter gezurrt und mit der Nase an die Brust geriegelt. Da ist Westernsport keinen Deut besser als die Englischreiterei... Viele Western Abreiteplätze scheinst du noch nicht gesehen zu haben. Es muss nur beides gut geritten werden.

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Kommentar von Purzelmaus99
07.11.2016, 19:43

Hast du dich mal mit dem englisch reiten beschäftigt? scheinbar ja nicht

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