Waren/Sind die DDR Bürger und Ostdeutschen Bürger mehrheitlich Atheisten, wenn Ja, warum?

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10 Antworten

Ja, mehrheitlich gab es sehr sehr viele Atheisten. Es gab nach dem Krieg halt keine richtige Kirche, die sich hier breit gemacht hat. Und die Menschen wurden auch nicht mit Gott behelligt.

Es gibt aber Ausnahmen. Es gibt Gemeinden/kleine Regionen und selbst sogar Kleinstädte, die schon jeher immer christlich waren. Also ich kenn da auch eine Kleinstadt, die schon seit Urzeiten kathlolisch ist. So eine richtige Insel zwischen den Atheisten ^^

Ich persönlich hatte Glück. Ich bin komplett in einer atheistischen Familie aufgewachsen. Bei uns ist kein einziger gläubig.


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Kommentar von sajuchriju
27.11.2015, 06:42

Vorsicht, ob das wirklich Glück ist, dass kein einziger in der Familie gläubig ist, zeigt sich oft erst später, zum Beispiel am Ende deines irdischen Lebens. Das mit dem "Glück gehabt haben" kann schief gehen, vielleicht war es großes Pech.

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Kommentar von Omnivore08
27.11.2015, 18:05

Danke für den Stern!

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Religionen wurden vom DDR-Regime geduldet, aber mehr auch nicht. Das ist der Grund, weshalb es in der DDR viele Atheisten gab.

Sicher wäre es verschiedenen Staatsorganen lieber gewesen, sie hätten Religionen sogar gänzlich in der DDR verbieten können. Klar ist aber, dass die Kirchen unter Beobachtung standen, die es in der DDR gab, um Anstöße zu finden, diese als "klassenfeindlich" darzustellen, um diese verbieten zu können. Glücklicherweise fand man bei verschiedenen christlichen Religionen dahingehend keinen entsprechenden Anlass.

Ob die Bürger der ehemaligen DDR deshalb mehrheitlich Atheisten (gewesen) sind, weiß ich nicht, aber klar ist, dass Atheisten es wohl im damaligen Regime wohl zumindest etwas leichter hatten. Eine Parteizugehörigkeit ermöglichte so manche Privilegien, während diese Parteizugehörigkeit mit einer Religionszugehörigkeit schon aus ideologischer Hinsicht unvereinbar war.

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Kommentar von Omnivore08
26.11.2015, 17:22

stimmt. Im DDR-Regime war es geduldet. Im BRD-Regime wurde es gefördert!

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Die Leute, die in der DDR aus der Kirche ausgetreten sind, waren wohl mehrheitlich Materialisten, die auch in die Kirche eingetreten wären, wenn es ihnen Vorteile gebracht hätte. Man sieht die Kirchen halt in erster Linie nur als Veranstalter kostenloser Kulturveranstaltungen.

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Wer den Vater[gott] nicht findet, der ist in irgendeiner Weise mit mangelnden Anlagen geboren, der ist nicht gesund. Atheist sein heißt, in einer gewissen Weise körperlich krank sein, und alle Atheisten sind in einer gewissen Weise körperlich krank, da ihnen der vatergott verlorengegangen ist. (R. Steiner, GA 220: Seite 177)

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Kommentar von Omnivore08
07.12.2015, 19:36

omg....R. Steiner sollte sich mal überlegen ob er selber vielleicht ein wenig Krank ist!

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Also mir als (damals noch sehr jungem) DDR-Bürger sind viele dieser "mehrheitlichen Atheisten" als bis heute begeisterte Kirchgänger bekannt. o.O

Man sollte sich nicht auf Statistiken eines Landes verlassen, daß ohnehin den Ruf hat, alles so hinzustellen, daß es ins eigene Konzept passt.

Es gibt nunmal keine Möglichkeit, aufgrund von Aussagen die wirkliche Gesinnung eines Menschen festmachen zu können.

Eine aufrichtige Person, die weiß, daß es von Nachteil ist, zuzugeben, ein Christ zu sein, wird wahrscheinlich eher eine konkrete Aussage dazu verweigern. Und was man allgemein mit Leuten macht, die nichts Greifbares sagen sieht man doch an den Wahlen in unserer "Demokratie": es werden ihnen dem System genehme Aussagen in den Mund gelegt.

warehouse14

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In den neuen Bundesländern sind 75 - 80 Prozent der Menschen ohne Glaubensbekenntnis, was nach gängiger Lesart bedeutet, dass sie Atheisten sind.

Das ist ganz ohne jeden Zweifel ein Erbe der DDR, was es zu bewahren gilt. Das ist darauf zurückzuführen, dass es dort eine strikte Trennung von Staat und Kirche gab und die Kirchen im öffentlichen Leben eine untergeordnete Rolle spielten. Die Kirchen konnten in den Schulen nicht ihre Religion verbreiten und das himmlische Bodenpersonal gehörte nicht mehr zum Establishment.

Die Kinderbetreuung, die vorschulische Bildung und Erziehung wurde nicht, wie im Westen den Kirchen zugeschanzt, sondern blieben in staatlicher Hand.

Kurz und bündig erklärt, man entzog die Kinder dem Einfluss der Kirchen und sorgte so für wohltuende weltanschauliche Vernunft.

Nach vierzig Jahren dieser positiven Entwicklung, haben die Kirchen ihre zweitausendjährige Erfahrung im Kungeln mit der Macht ausgespielt und die ostdeutschen Parlamente mit über 50 Prozent Kirchenmitgliedern gespickt und so wieder kirchliche Sonderrechte eingeführt, um den Osten wieder zu missionieren.

Da religiöse Weltdeutung im aufgeklärten Abendland aber immer weniger Anhänger findet, besteht Anlass zu der Hoffnung, dass dieser Plan nicht aufgeht.

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Kommentar von sajuchriju
27.11.2015, 06:39

Hallo PeVau,  deine Antworten sind regelmäßig sehr hilfreich und sehr oft mit denen identisch, die auch ich geben würde.

In diesem Fall bitte ich dich aber, dich lediglich auf die Fakten zu konzentrieren und sie nicht mit persönlicher Weltanschauung zu ergänzen. Als Christ, der ich bin (auch mein Leben in der DDR über) fühle ich mich durch deine Ausschmückungen ziemlich verletzt, aus meiner eigenen - natürlich ebenfalls subjektiven - Sicht müsste die Antwort außerhalb der Fakten ganz anders aussehen. Aber über persönliche Weltanschauung kann und sollte man nicht diskutieren.

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Die Kirchen und verschiedene Glaubensrichtungen wurden geduldet und wurden wegen ihrer nicht staatlichenen, sondern eher freien Denkweise beobachtet. Es war kein Nutzen für den Staatsapparat, sondern vielmehr eine latente Gefahr. Christliche Werte wurden außerhalb der Kirchen nicht vermittelt, was den Atheismus förderte. Letztlich bestätigte die friedliche Revolution, die in Kirchen ihren Ursprung fand, diese Ansicht sogar. Schon Mitte der 80er Jahre kamen schon viele Staatsgegner für Verbesserungen im Land im Schutz der Kirche zusammen. Da wurde besonders intensiv bespitzelt.

Dazu kamen auch staatliche Repressionen. So waren Schüler, die tiefer in der Religion verwurzelt waren, oft nicht in den Organisationen der Pioniere und FDJ, hatten Konfirmation statt Jugendweihe (ca. 1 von 30). Denen war dann oft der Weg zu Abitur und Studium verwehrt. So bei einem Pfarrersohn in meiner Klasse passiert. Insgesamt war die evangelische Glaubensrichtung weit mehr verbreitet, auch wenn es hier und dort auch zu DDR-Zeiten kleine katholische Kirchen gab. Aber auch die Zeugen Jehovas waren vorhanden.

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Kommentar von pinkyitalycsb
28.11.2015, 16:20

Es tut mir leid, aber mein Punkt für den Pfeil nach unten war ein Versehen! Er sollte für den Pfeil nach oben sein!

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kein Bock auf Manipulation vermute ich,

Menschen haben manchmal andere Bedürfnisse als Glauben.

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Eher andersrum.

Es war zu DDR-Zeiten positiv sich als Atheist darzustellen, da der Kommunismus keinen Glauben gewünscht hat.

Wenn überhaupt hat es sich also um einen politisch korrekten Atheismus gehandelt, und weniger um einen Realen.

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Nein, waren sie nicht! Sie glaubten eben an ihre "Götter"!

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