Waren hundert Drachmen im antiken Griechenland viel Geld?

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2 Antworten

In der klassischen Zeit, wurden nach 450 BC den Teilnehmern zB an der Eklesia oder den Gerichtshöfen drei Oboen pro Tag gezahlt. Diese sollten den Arbeitsausfall kompensieren. Das bedeutet, mit drei Obolen am Tag konnte man seinen Lebensunterhalt bestreiten. Eine Drachme entsprach 6 Obolen. 100 Drachmen als 600 Oberen. Diese reichten aus um den Lebensunterhalt für 200 Tage zu bestreiten. Das mittlere Netto-Jahreseinkommen in Deutschland lag 2016 bei 21000 € also 60€/Tag. Die mittleren Konsumausgaben pro Haushalt lagen 2016 in Deutschland bei 47€/Tag. 2015 waren pro Haushalt 2,2 Personen vorhanden. Pro Person standen also einem Deutschen Bürger im Mittel 22€ zur Verfügung. 22€ entsprechen also im klassischen Athen 3 Obolen oder 1/2 Drachme. Mit 100 Drachmen konnte man also seinen Lebensunterhalt für 200 Tage bestreiten. Oder anders gerechnet 100 Drachmen im klassischen Athen entsprechen in Deutschland 2015 etwa 44000 €.

Du hast da eine Null zu viel.

Bei dir: 1 Drachme ≈ 44 € (2*22€)

100 dementsprechend 4400€

Ich habe zudem noch eine vielleicht bessere Quelle gefunden:

Die Staathaushaltung der Athener von August Boeckh

Hier wird als unterstes Minimum für ein Haushalt von 4 (freien) Erwachsenen eine Jahresbedarf von 100 Thalern veranschlagt.

1 Thaler entspricht etwa 4,36 Drachmen. 

Dementsprechend waren 436 Drachmen das Minimum, mit dem ein Haushalt von 4 Personen ein Jahr lang über die Runden kommen konnte.

Legt man nun das deutsche Existenzminimum (anhand des Steuerlichen Freibetrags) für diese Konstellation von 4 Erwachsenen zu Grunde (ca. 30.000€), dann entsprächen

436 Drachmen diesen 30.000€ 

-> 1 Drachme entspräche also ca. 69€ (100 dann 6.900€)

Auf den Tag gerechnet, werden heute also 20,50€ als Minimum pro Person pro Tag veranschlagt (-> in der Antike knapp 0,3 Drachmen.)

Was lernt man daraus also (im Hinblick auf meine vorherige Antwort)?

Die Handwerker der Gegenwart werden mit dem ca. 5-fachen des Minimums etwa 60% besser bezahlt, als die der Antike (mit etwas über dem 3-fachen).

Da soll noch einer sagen, Tarifverhandlungen würden nichts bringen.

Da sich der Wert von Arbeit und Gütern und die Ansprüche natürlich nicht konstant halten, kann man wohl keine genauen Angaben über den genauen Gegenwert der Währungen treffen.

Die Aussage:

"Mit 100 Drachmen konnte ein Erwachsener Mann in Athen etwa ein Jahr am Existenzminimum leben" muss reichen.

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Nach einem Text, den ich mir gerade ergoogelt habe, wurden die Kosten für den Bau des Parthenon mit 3 Millionen Drachmen beziffert. Der Tageslohn eines Handwerkers lag wohl bei einer Drachme. Zur Zeit des Textes (2002) setzt der Autor den Tageslohn eines fähigen Handwerkers auf 100DM fest. Sprich: 2002 -> 1 (antike) Drachme ≈ 100DM ≈ 50€ 

Wenn heute der Stundenlohn eines Handwerkers im Schnitt so 13€ beträgt, macht das bei angenommenen 8 Arbeitsstunden einen Tageslohn von 104 €.

Also, entspricht einen antike Drachme heute bummelig 100€. Hundert dementsprechend 10.000€. 

Zu deiner Frage: naja, je nachdem, ob das für dich viel ist. Ich denke dafür kann man sich schon was kaufen… ;-) 

Wobei mir gerade auffällt, dass 8 Arbeitsstunden wohl für antike Verhältnisse unrealistisch sind. 10 bis 12 scheint wahrscheinlicher, womit sich ein Wert von ca. 15.000 € ergäbe.

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