Waren europäische Handwerker und Forscher früher einfach fleißiger als andere, sodass sie bessere Technologien entwickelten?

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6 Antworten

Nein, das lag eher an anderen Aspekten, wie z.B. ein weiter entwickeltes Schulsystem, eine Gesellschaft mit mehr Rechten für den einzelnen oder ein pluralistische Staatensystem. Viele Technologien wurden z.B. in China früher entwickelt als in Europa, wurden dort aber nicht geduldet oder wieder abgeschafft. Und wenn der Kaister von China die Seefahrt verbot ( ist tatsächlich vorgekommen ), dann gab es halt in ganz China plötzlich keine Seefahrt mehr und es gab im zentralistisch organisierten China keine Möglichkeit, dies zu umgehen. Hätte in Europa z.B. die holländische Regierung die Seefahrt verboten, dann wären sämtliche Kapitäne, Reeder und Schiffbauer halt 100km weiter nach Westen zum nächsten König gezogen und hätten dort weiter gemacht. Als z.B. Christoph Kolumbus seine Expedition geplant hat, die schliesslich zur Entdeckung Amerikas führte, hat er ungefähr ein halbes dutzend Könige und Fürsetn abgeklappert, biss er einen Finanzier fand. In China wäre nach dem ersten Nein Schluss gewesen. Pluralistische Gesellschaften korrigieren Fehler besser bzw lassen Gute Ideen eher zum Erfolg kommen.

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Die europäischen Handwerker undForscher waren auch nicht fleißiger als jene auf anderen Teilen des Globus. Schenk dir daher derlei morlistische Betrachtungen, die fernab der gesellschaftlichen Lage sich nur auf einer bloßen abstrakten Ebene bewegen. In Europa herrschten eben genaus solche gesellschaftlichen Voraussetzungen vor, z.B. keine Zunftzwänge, keine Adelsverfügungen, so dass eben freier geforscht werden konnte. Doch damit nicht genug, es muß ein gewisses wirtschaftliches Stadium erreicht sein, also eine neue Entwicklung, die nach Vorne drängt und dafür auch neue Lösungen erforderlich macht. Besteht ein solcher Druck, dann sind auch zur rechten Zeit die rechten Streiter und "Geister" zur Stlle, die anfangen ihre Ärmel hochzukrempeln, um die neuen Herausforderungen lösen zu wollen und zu können.

Du solltest materialistisch lernen zu denken, statt den untauglichen Idealismus (im philosophischen Sinne) zu bedienen.


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Ich nehme mal, Mitteleuropa war damals wie heute erstmal klimatisch ein sehr begehrtes Plätzchen auf der Erde. Es war nicht zu heiß und trocken, wie z. B. Richtung Afrika, aber auch nicht zu kalt. Vielleicht haben sich deswegen so viele verschiedene Kulturen auf relativ engem Raum dort angesiedelt, bzw. einige haben sich ja auch voneinander heraus entwickelt.

Dadurch gab es zwar bestimmt ständigen Austausch zwischen den Kulturen, aber auch ständige Konkurrenz und Kriege um Territorium, Ressourcen, Ideologien, Religion etc. Zumindest mehr als in eher homogenen Regionen der Welt, wobei es da natürlich auch Kriege zwischen z. B. zwei Stämmen gab.

D. h., wenn dein Erzfeind aus dem Nachbardorf eine neue Waffe erfunden hat, musstest du dir schnell was besseres einfallen lassen um dich gegen ihn zu wehren, oder dein Dorf ist untergegangen, bis eben nur die mit den besten Ideen/Technologien, die sich am besten Anpassen konnten, übrig blieben (kulturelle Evolution/Selektion).

Dazu kommt, das Europa schon mehrere Male fast ganzheitlich erobert und gesteuert werden konnte. Zuerst durch die Perser, dann Mazedonien und natürlich die Römer. Die Römer hatten vor allem in ihren eroberten Gebiete ihre Staatsordnung eingeführt, eine frühe Infrastruktur von Straßen und Wasserversorgung gebaut und damit auch eine wichtige Grundlage für den Wohlstand in Europa geschaffen.

Trotzdem kann man historisch nicht sagen, dass europide Völker schon immer fortschrittlicher waren. Zur Zeit der Römer waren die Asiaten wesentlich weiter und während der Epoche des "finsteren Mittelalters", die den wissenschaftlichen/technologischen Fortschritt in Europa stark ausgebremst hatte, waren die orientalischen/arabischen Völker in vielen Bereichen, wie z. B. Medizin, weit überlegen.

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Bergmarine 10.12.2016, 15:15

Wüßte nicht, daß die Perser oder Makedonier Europa jemals "fast ganzheitlich erobert" hätten. Letztere haben unter Philipp Griechenland und unter dessen Sohn Alexander danach halb Asien erobert, erstere hingegen sind selbst am kleinen Griechenland bereits kläglich gescheitert.

Selbst die Römer haben gerade das Gebiet in Europa eben nicht erobert, aus dem später das Kernvolk des Abendlandes, das deutsche Volk, hervorgehen sollte.

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Perfekte Antwort von thetee! Genauso erklären Wirtschafts- und Kulturhistoriker den nachhaltigen Aufstieg Europas, obwohl es auch vorher oder zeitgleich in Asien, Afrika und Amerika Hochkulturen gab.

Es war das kontinuierliche europäische Zusammenspiel von Konkurrenz und Wissenstransfer, das das Alleinstellungsmerkmal der europäischen Gesellschaften wurde. Die Hochkulturen Fern-Asiens und Südamerikas hatten auch Spitzentechnologie hervorgebracht, aber sie waren in der Entwicklung eher selbstgenügsam und kleine Technologie-Überlegenheit genügte, um die Völker um sie herum zu beherrschen (Inkas, Mayas, China) oder schlicht autark zu bleiben.      

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Das ist mittlerweile deine 3. Frage dazu, warum Europa früher besser als andere Länder war.

Frag doch einfach allgemein.

Zur Frage: Sie hatten glaub ich einfach mehr Möglichkeiten. Nikola Tesla z.B., ich glaube weniger, dass er so weit gekommen wäre, wenn er in Neu Guinea oder so geboren wäre.

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Nein. Sie hatten einfach größeren Drang neue Dinge herauszufinden als z.B Afrikaner. Allerdings sah das in Asien wiederum anders aus, dort hat man genauso viel geforscht wie hier. Wenn nicht sogar mehr.

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