waren die Verhältnisse früher in der DDR besser als heute?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Im Abstand gesehen, hatte sich das Leben einigermassen in der ehemaligen DDR normalisiert, wenn man von den Betroffenen die durch Staatsorgane drangsaliert wurden, absieht.

Das die DDR im weitesten Sinn Pleite war, das wussten die wenigsten, somit gab es reichlich banale Probleme des Alltags zu meistern , Unsicherheiten mit dem Arbeisplatz gab es nicht.

Jetzt sind es andere Probleme, ansonsten wuerden nicht weite Gebiete vergreisen und ganze Regionen sich als unzumutbar herausstellen, um dort vernuenftig wohnen zu koennen.

https://www.urbanite.net/de/leipzig/artikel/rezension-horst-boettge-drangsaliert-und-dekoriert

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke fuer den Stern.

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Die reinen Lebenshaltungskosten waren dort wesentlich günstiger als heutzutage.

Aber da musste man auch sehr große Einschränkungen machen was die Lebensqualität angeht, zum Beispiel bei der Reisefreiheit oder beim Warenangebot.

Klar, wenn man nichts bekommt, muss man auch nichts dafür zahlen.

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@tevau

Es geht nicht nur darum das es nichts gab.

Hungern musste da niemand auch gab es für alle Wohnraum.

Und besonders die Grundnahrungsmittel wurden sehr günstig verkauft und die Miete war ein Witz.

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@JollySwgm
Hungern musste da niemand

Oh klasse - die sozialistische DDR hat es geschafft, dass bei ihr niemand hungern musste. Das ist ja mal eine Leistung. Wirklich erwähnenswert.

auch gab es für alle Wohnraum.

Ja, weil die Leute einfach in den vorhandenen Wohnraum reingezwängt wurden. Junge Menschen mussten bis zur Hochzeit bei ihren Eltern wohnen bleiben und haben erst dann eine Wohnung zugewiesen bekommen, wenn sie verheiratet waren, und teilweise noch nichtmal dann.

die Miete war ein Witz

Kein Wunder - es wurde an den Gebäuden ja auch kaum etwas instand gehalten. Auch da hat sich die Mangelwirtschaft der DDR gezeigt.

Also, wenn man den Anspruch nur weit genug herunterschraubt, hat ihn die DDR erfüllt. Man musste ihn allerdings schon ziemlich weit herunterschrauben...

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@tevau

Du musst den Stand der DDR mit der BRD zu der jeweiligen Zeit vergleichen. Nur das die DDR vielleicht 10 Jahre hinterher hing.

Also 80er DDR war etwa die 70er der BRD. Und da war es auch im Westen nicht selbstverständlich das junge Leute einfach so zusammen zogen. Da wurde teilweise auch nach der Hochzeit oft weiter im Elternhaus gelebt, wenn der Platz ausreichte.

Das ist ja das warum viele heute der DDR nachtrauern: da wurde eben Wohnung gestellt, alle hatten Arbeit, Lebensmittel waren billig usw. Was die aber verdrängen war der Zustand der Wohnung, Arbeit gab es aber eben nicht wirtschaftlich und Lebensmittel gab es und dazu sehr billig, aber eben sehr eingeschränkt.

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@JollySwgm
Du musst den Stand der DDR mit der BRD zu der jeweiligen Zeit vergleichen.Nur das die DDR vielleicht 10 Jahre hinterher hing.

Nein, die Aussage ist nicht haltbar: Viele Dinge, die im Westen ganz selbstverständlich überall erhältlich waren, waren in der DDR Mangelware, bis zum Schluss. Bei Bekleidung wurde die Versorgungslage sogar in den 80er Jahren wieder schlechter.

Also 80er DDR war etwa die 70er der BRD. 

1974 kam der VW Golf auf den Markt - neben unzähligen anderen Autos, zwischen denen der Käufer die Wahl hatte. Modern, sicher, komfortabel, umweltfreundlich, schnell. Der DDR-Bürger dagegen hatte bis zum Ende der DDR 1989 mit dem 2-Takter Trabant eine Uralt-Kostruktion der 50er Jahre, auf die er dann auch über 10 Jahre warten musste.

warum viele heute der DDR nachtrauern

Ob das "viele" sind, sei mal dahingestellt. Und nachtrauern tun sie sicher nur einer einzigen Tatsache: Dass sie sich in der DDR - obwohl es ihnen dort auch materiell schlechter ging als heute - nicht unterprivilegiert fühlten, weil der Mangel alle und jeden betraf, und weil sie sich um ihre Positionierung in der Gesellschaft keine Gedanken machen mussten - und es auch gar nicht konnten - , es wurde ja alles von Partei, Staat und Behörden vorgegeben.

Heute empfinden sie die Notwendigkeit, Eigeninitiative ergreifen zu müssen, um sich zu positionieren - können es aber aus persönlichen Gründen oder aus objektiven Gründen (z.B. mangelnde Arbeitsplätze vor Ort) nicht. Das bewirkt Verlustängste und Benachteiligungsempfinden und führt bei vielen leider auch dazu, andere, die ihnen etwas wegnehmen könnten, als Bedrohung empfinden und gegen sie Stimmung zu machen.

Ich bezweifle aber, dass viele tatsächlich der DDR nachtrauern.

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@JollySwgm

Grundnahrungsmittel gab es, aber besondere Dinge wie Bananen, das weiß jeder, die gab es kaum.

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@tevau

nur die "Alten" trauern der Zeit nach. Die "Alten" über 50. Ein 30 oder 40jähriger kennt das doch schon gar nicht mehr.

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Vieles war schlechter:Kaum Freiheiten

Schlechte Versorgungslager für die meisten Menschen

Es gab kaum Konsumgüter zu erwerben

Es fehlte massenweise qualifiziertes medizinisches Personal

Nicht wenige Leute wurden krank durch Umweltverschmutzung bzw. Chemikalien und Gifte(die DDR nahm so gut wie gar keine Rücksicht auf die Umwelt)

Die Menschen mussten oft lange arbeiten und dann auch noch Überstunden leisten, um überhaupt irgendwelche in der von vorne bis hinten miserablen und zum Scheitern verurteilten Planwirtschaft am Laufen zu halten.

Was teilweise besser war : geringe Lebensunterhaltungskosten(gab aber auch kaum Möglichkeiten, dass Leben zu genießen(v. A. konsumtechnisch)

Theoretisch hätte jedes Kind einen,, Grippenplatz''(dafür mussten die Eltern aber auch von früh bis spät arbeiten, und der Staat hat sich verschuldet und die Kinder wurden mit Propagandamüll zugedröhnt)

Jeder hatte einen Arbeitsplatz garantiert(dafür war wie gesagt besonders eine richtige materielle Selbstverwirklichung so gut wie ausgeschlossen)

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Langjährige Beschäftigung mit Geschichte und Ländern

Stimme zu. Nur die Aussage "Jeder hatte einen Arbeitsplatz garantiert" setzte voraus, dass man sich systemkonform verhält. Wer einen Ausreiseantrag stellte, war seinen Arbeitsplatz in der Regel sofort los und musste zusehen, wie er sich bis zur Bewilligung durchschlug.

Und der garantierte Arbeitsplatz bedeutete auch, dass man nur bergrenzt aussuchen durfte, was für einen Beruf man erlernte und wo man arbeitete. Man hatte sich der Gesellscaft udn dem Kollektiv sehr stark unterzuordnen. Lachen war natürlich noch erlaubt.

Alles in allem: Es wurde für einen von vorne bis hinten gesorgt, aber auf niedrigstem Niveau und um den Preis der Individualität.

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jeder hatte einen Arbeitsplatz ! Dazu folgendes: Meine Eltern reisten in die ehemalige und wollten in einen Schlachterladen ein Stück Leberwurst kaufen. Sie wurden von 3 Mädchen (junge Frauen) bedient, die eine schnitt die Wurst ab, die andere wog ab, die dritte wickelte ein. Später kam noch eine ältere dazu, die kassierte.

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Kommt darauf an: Ein falsches Wort, das falsche Fernsehprogramm gesehen oder mal schauen wollen, wie es woanders so aussieht, kostet die Freiheit oder das Leben.

Das waren schon ganz schön hohe Lebenskosten.

Fragt man die Leute aus dem ehemaligen Osten werden die meisten bestätigen, dass man früher leichter leben konnte als heute.

Fragt man die Leute aus dem ehemaligen Osten werden die meisten bestätigen, dass man früher leichter leben konnte als heute.

Was auf dem Phänomen beruhen dürfte, dass der Mensch meistens die guten Seiten seiner früheren Lebensabschnitte erinnert und die schlechten vergisst oder ausblendet.

Daher der alte Spruch "Früher war alles besser". War es natürlich nicht, weder hier noch dort.

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@tevau

die heutige moderne schnelllebige Welt ist auch für die alten zu beängstigend. Damals lief alles so gutmütig trottelig vor sich hin.

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