Waren die Soldaten in der Wehrmacht und allgemein im damaligem Naziregime wirklich so gut wie hier behauptet wird?

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15 Antworten

Keine Helden...

Die Männer mit denen ich mich bisher unterhalten habe und die früher bei der Wehrmacht oder in der Waffen-SS waren, fanden allesamt, dass das was sie getan haben nichts heldenhaftes hatte. Die wurden mit 16 oder 17 eingezogen. Mein Opa sagte immer: "Mit 18 durften wir rauchen, mit 17 durften wir in den Krieg ziehen." Als sie dann an der Front waren, hatten sie alle eine scheiß Angst. Sie waren dankbar, mit dem Leben davon gekommen zu sein und dachten nur ungern darüber nach, ob es richtig war, bei diesem Krieg mit zu machen und alle Befehle befolgen...

Es gab sicher auch andere - die den Faschismus allgemein oder zumindest ihre Zeit bei der Wehrmacht oder SS verherrlicht haben. Aber solche Leute habe ich nie persönlich kennengelernt. Es werden ja inzwischen auch immer weniger Zeitzeugen.


Militärgeschichte

Zu Beginn des 2. Weltkrieges war die deutsche Wehrmacht eine der am besten ausgebildeten und schlagkräftigsten Streitmächte der Welt. Nicht ohne Grund hatte es die Wehrmacht geschafft Polen, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Frankreich im "Blitzkrieg" zu überrennen. Auch die Sowjetunion hatte dem Angriff durch das Deutsche Reich anfangs wenig entgegenzusetzen.
Die britischen Streitkräfte waren der Wehrmacht jedoch durchaus ebenbürtig, trotz der Einkesselung der Expeditionsarmee in Dünkirchen.

Das bisher gesagte trifft zumindest auf Heer und Luftwaffe zu. Die deutsche Kriegsmarine war schon zu Kriegsbeginn der britischen Royal Navy hoffnungslos unterlegen. Großadmiral Erich Reader, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, notierte bereits 1939, dass die deutschen Überwasserstreitkräfte, selbst wenn sie vollen Einsatz zeigten, gegen die Royal Navy nur mit Anstand untergehen könnten.
Lediglich die deutsche U-Boot Flotte war technologisch gesehen äußerst fortschrittlich. Zahlenmäßig verfügte das Deutsche Reich jedoch über viel zu wenig U-Boote, um der Royal Navy oder der englischen Handelsmarine wirklich gefährlich werden zu können. Das lag vor allem daran, dass die politische Führung, allen voran Adolf Hitler, zu Beginn des Krieges lieber auf prestigeträchtige, gewaltige Kriegsschiffe (z.B. die Bismarck) setzte, als auf die U-Boot Flotte. Der deutsche U-Boot-Bau machte während des Krieges enorme technologische Fortschritte - doch selbst Karl Dönitz, der Befehlshaber der U-Boote, wurde von den möglichen neuen Bootstypen erst so spät informiert, dass erst kurz vor Kriegsende einige wenige Boote des neuen Typ XXI gebaut wurden.

Damit wären wir beim nächsten Punkt: Von 1942 bis Kriegsende ging es für die deutschen Streitkräfte immer weiter bergab. Die Soldaten, die eingezogen wurden, wurden schlecht ausgebildet. Die Versorgung wurde zunehmend schlechter. Der Russlandfeldzug entwickelte sich für das Heer zur Katastrophe. Die Luftwaffe verlor die Lufthoheit. Der U-Boot-Krieg war spätestens 1942 strategisch verloren.
Die politische Führung setzte verkrampft auf technologisch nicht ausgereifte "Wunderwaffen", um doch noch den "Endsieg" erringen zu können. Abgesehen von den Massenvernichtungen in den Konzentrationslagern und den Opfern bei den Kriegsgegnern, war es eines der schlimmsten Verbrechen, dass man noch drei weitere Jahre tausende deutsche Jugendliche in einem strategisch verlorenen Krieg verheizte.


Youtube-Videos:

Was YT-Videos betrifft, empfehle ich, auch mal zu schauen, wie einige Zeitzeugen ihr Zeit bei der Wehrmacht eingeschätzt haben.

z.B. hier...


(Lothar Günther Buchheim war Kriegsberichterstatter bei der Kriegsmarine und wurde unter Anderem auf U 96 eingesetzt. Über seine Erlebnisse an Board schrieb er in dem Bestseller-Roman "Das Boot", welches als Vorlage für den gleichnamigen Film diente. Auch wenn seine Bücher und Berichte viel Persönliches und immer auch etwas Fiktives enthalten, gelten sie als historisch durchaus realitätsnah.)

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Die Soldaten der Wehrmacht haben gekämpft, als ob es um ihr Leben ging. Genau wie die Soldaten der anderen Streitkräfte.

Das Reich hat seine Wehrmacht jedoch intensiv auf einen zukünftigen Krieg vorbereitet. Die Bevölkerung war wehrtauglich. 

Die Ausbildung des normalen Landsers war intensiver als die anderer Armeen. Deutschland hat nicht nur ein gut geschultes Offizierschor, sondern auch gut ausgebildete Unteroffiziere und Feldwebel.

Zum Beginn des Krieges kam hinzu, dass die standardmäßig verwendete Ausrüstung hervorragend war.

Dies alles führte dazu, dass die anderen Beteiligten der Wehrmacht anfangs nichts entgegensetzen konnten.

Die Westalliierten holten irgendwann aber mit der Technik aus, und je länger der Krieg dauerte, desto weniger Zeit hat das Reich um neue Leute auszubilden, die USA hatten jedoch Zeit um mehr neue Leute besser auszubilden und der Ostalliierte hatte Zeit um massive mehr Leute heranzuschaffen, die zwar nicht gut ausgebildet waren, aber einfach viele waren.

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Zu Beginn des Krieges hatten alle (die Wehrmacht genauso wie die Allierten) die Vorstellung einen ehrlichen Kampf für das Vaterland zu führen(meistens verführt durch falsche Beschuldigungen der Feinde oder Lügen der Politiker). Aber im Laufe der Kampfhandlungen verrohten die Soldaten (alle !) immer mehr. Sie lernten das Kriegshandwerk, das Morden, das Vernichten des Feindes, auch Zivilisten auf grausamste Art, ohne Gewissen und Reue.

Deshalb gilt die Erfahrung: Nie wieder Krieg !

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Bei Kriegsbeginn war sowohl das Heer als auch die Luftwaffe der Wehrmacht sehr gut ausgebildet und gut bis sehr gut ausgerüstet, wenn man sie mit den Armeen anderer Länder zum gleichen Zeitpunkt vergleicht. Anders sah es zur See aus, die Kriegsmarine war insbesondere im Vergleich mit der Royal Navy deutlich schwächer ausgerüstet und auch (das gehört im weiteren Sinne in den Bereich Ausbildung) strategisch und taktisch unterlegen.

Zum Glück war die oberste Führungsebene zu dumm, selbstherrlich und kurzsichtig, um dieses Potential zu nutzen.

Später war davon nix mehr übrig. Das letzte Aufgebot bestand aus Schuljungen und alten, kranken Männern, die weder ausreichend ausgerüstet, noch ausreichend ausgebildet waren.

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Nein. Die Russen (Rote Armee) waren besser, sowohl was dem Mut der einzelnen Soldaten betraf, als auch was die Ausstattung und Nachschub betraf.

Die Wehrmacht hatte komplett motorisierte Panzerkorps und konnte daher schnell Gebiete erobern. Das war damals eher neu...

Und sie hatte ein relativ gut ausgebildtes und selbständig denkendes mittleres Führungskader, das in der Zeit, wo die Deutschen nur ein 100'000 Mann zählendes Berufsheer haben durfte, ziemlich gründlich ausgebildet wurde... Im Gegensatz zu dem was immer behauptet wird, war die Nazi-Armee nicht von stupidem Kadavergehorsam geprägt...

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Zynamit 11.08.2017, 05:27

PS: Ein grosser Vorteil waren die Funksystem, die bei den Deutschen in die Panzer eingebaut waren...

Anscheinend waren es die ersten, die ihre Panzer mit gescheiten Kommunikationssystemen ausgerüstet haben... Wodurch sie viel mehr taktische Flexibilität hatten...

Von heute aus gesehen eigentlich trivial, aber auch darauf musste man erst kommen...

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"... auf ein Wehrmacht's Video gestoßen, in dem mit Rum hafter Musik von den damaligen Wehrmacht Soldaten mehr oder weniger geschwärmt wird ..."

Wenn die Musik schon Rum-haft ist und die Schwärmerei nur "mehr oder weniger", könnte es sich um Volltrunkene handeln. Sonst wäre das vielleicht eine Angelegenheit für die Justiz.

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"mit Rum hafter Musik ."

Der Ersteller des Videos hatte wohl auch ziemlich viel Rum in der Blutbahn.

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Die Wehrmacht war seinerzeit tatsächlich eine relativ schlagkräftige Armee.

Um in diesem Zusammenhang allerdings die Begriffe "gut" und "ruhmhaft" zu postulieren, muß man selbst schon ein ziemlich übles Nazischwein sein. Solche Leute scheinen sich offensichtlich in solchen Youtube-Kanäle zu versammeln und auch bei GF dafür Werbung zu machen, nach dem Motto: "Sch...ße ist lecker. Millionen fliegen können nicht irren."

Warum ein anständiger Mensch die Wehrmacht nicht mit "gut" oder "ruhmhaft" assoziiert, erschließt sich allein schon aus solch monströsen Kriegsverbrechen wie der Leningrader Blockade (1 Mio Tote) und der Umsetzung des Backe-Planes. 3,3 Mio. von 5,6 Mio. Rotarmisten ließ die Wehrmacht vorsätzlich in ihren Dulags und Stalags verhungern.


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PeVau 09.08.2017, 21:34

DH!

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matscraft1 09.08.2017, 23:16

Das ist größtenteils MÜLL, im vergleich zur Roten Armee und anderen großen Armeen ist die Wehrmacht "rein" von bösen Taten, sie ging größtenteils gut mit den Zivilisten der eingenommenen Gebiete um, die SS jedoch verübte schreckliche Verbrechen, und die RA vergewaltigte am Ende unsere Frauen und erschoss viele Aufständischen Zivilisten. (Stalin hat 12 Millionen Menschen während seiner Zeit töten lassen, "Gulags" die Russischen Konzentrationslager)

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Hegemon 10.08.2017, 00:03
@matscraft1

Bitte lies mal ein Buch!

Weder die Leningrader Blockade (1 Mio. Tote von 3 Mio Einwohner) noch das Verhungernlassen von 3,3 Mio. Rotarmisten von 5,6 Mio. in den Lagern der Wehrmacht (beides steht in auffälliger Übereinstimmung zum Backe-Plan) ist "Müll", wie Du es in bemerkenswerter Einfalt nennst. Das sind nüchterne historische Fakten.

Falls Du im Umgang mit Büchern nicht so geübt bist, kannst
Du einstweilen auch bei Wikipedia nachlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Leningrader\_Blockade

https://de.wikipedia.org/wiki/Hungerplan

Und da sind solche Kriegsverbrechen wie der Kriegsgerichtsbarkeits- erlaß, der Kommissarbefehl und die "Richtlinien zur Zusammenarbeit des Heeres mit den Einsatzgruppen der SS" noch gar nicht angeschnitten. Allein der Kriegsgerichtsbarkeitserlaß ermächtigte Bataillonskommandeure zu Strafmaßnahmen gegen ganze Ortschaften. Davon machte die Wehrmacht ausgiebig Gebrauch. Geiselerschießungen und "Vergeltungsmaßnahmen" gegen unbeteiligte Zivilisten waren insbesondere im Osten an der Tagesordnung. Wie das in den besetzten Gebieten vor sich ging, kannst Du in Christian Gerlach: "Kalkulierte Morde" nachlesen. Du glaubst doch wohl selber nicht, daß die 14 Millionen toten Zivilisten in 3,5 Jahren nur auf das Konto der SS gehen. Das ist völlig realitätsfern und eine beliebte Schutzbehauptung. Die Wehrmacht war zudem auch direkt am Holocaust beteiligt. Als exemplarisches Beispiel sei die 707. Infanterie-Division genannt.

Abgesehen von den o.g. Verbrechen war bereits die Überfälle
auf 8 Staaten ohne Kriegserklärung Verbrechen im Sinne des Völkerrechts.

Hier von "rein von bösen Taten" zu faseln, zeugt entweder von
massiver Uninformiertheit oder von erschreckender Wahrnehmungsverzerrung.

Daß Rotarmisten aufgrund dieses Vernichtungskieges mit insgesamt 27 Mio. toten Landsleuten auch von Rachegedanken beeinflußt waren, liegt in der Natur der Sache. Vermutlich hast Du von den Begriffen Ursache und Wirkung noch nie etwas gehört.

Für die 12 Mio. Toten durch Stalin hätte ich gerne mal eine belastbare Quelle und die Angabe des Zeitraums, in dem das erfolgt sein soll. Und bitte nicht wieder Inhaftierte mit Todesopfern gleichsetzen.

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Hegemon 10.08.2017, 00:08
@matscraft1

Darüber hinaus empfehle ich Dir, das NS-Outfit in Deinem Profilbild zu entfernen, sofern Du die Absicht haben solltest, hier bei GF alt zu werden.

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paulklaus 10.08.2017, 17:10
@Hegemon

Er möge aber bitte nicht das Werk lesen, aus dem ich zitierte (meine Antwort). Bei diesem Opus scheint eine gewisse Subjektivität nicht gänzlich zu leugnen zu sein. Habe vor lauter Faszination den Titel vergessen. Anyway: Es ging ausschließlich um auf der ganzen Welt unschlagbaren Teutschen HEROISMUS !!

pk

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Ich war Soldat im 2. Weltkrieg. Zwar erst ab Ende 1942, als die großen siegreichen Schlachten vorbei waren.

Es gibt hier einige Antworten, die auf wenig Ahnung hindeuten und über die ich nur den Kopf schütteln kann.

Die Wehrmacht war zu Kriegsbeginn besser ausgerüstet als die Gegner und war somit in der Lage Polen und Frankreich zu überrennen. Ach in Afrika gab es Erfolge. Nach Russland stieß die Wehrmacht bis zur Wolga vor. Die Moral war sehr gut.

Mit zunehmender Kriegsdauer haben aber die Alliierten nachgerüstet. Die deutschen Truppen verloren nicht nur Soldaten, sondern auch Material. Die Nachschubwege wurden immer länger. Das führte zur Wende.

In Russland waren es die großen Menschenmassen, die nicht aufzuhalten waren. In Afrika die Übermacht und im Westen nach der Landung in der Normandie die zahlenmäßige Überlegenheit an Material.

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Gut in Was? Im Töten, im Ausharren, in der Selbstaufopferung?

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wer dort info sucht ,

sucht auch die perle im misthaufen von 200 kühen und 591 schweinen

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Mit diesen Filmen will man uns darauf vorbereiten, damit wir es toll und geil finden, am 3. Weltkrieg mitzumachen, der bereits in Syrien und Afghanistan angefangen hat und jetzt möglicherweise langsam nach Europa kommt.

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PatrickLassan 10.08.2017, 07:22

Das ist das Video irgendeines YouTubers mit einem Wehrmacht-Faible, weiter nichts.

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Das Name "DaswarenSoldaten" lässt einen deutlich anderen Hintergrund deiner Frage vermuten.

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Deine NaziOnkels haben den Krieg  verloren  und das ist gut so.  Machs  dem Führer nach.....

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"Der deutsche Soldat ist der beste Soldat der Welt !", habe ich einmal in einem Kriegsbuch (1943) gelesen.

Also wird's wohl stimmen !! **

** Ironie aus

pk

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