Waren die Soldaten der Wehrmacht, SS und co. im Vergleich schlecht?

10 Antworten

In den meistem ww2. Filmen werden sie ja oft sehr schlecht dargestellt

Das ist zunächst korrekt, aber da muss man genau beachten, von wem diese Filme kommen. In den USA und Russland gibt es eine lange Tradition an Filmen zum WKII, in denen die eigenen Soldaten propagandistisch stark überhöht werden und als die großen Helden dargestellt werden. In Deutschland dagegen ist es völlig unüblich, solche Propagandafilme herzustellen. Wenn aus Deutschland Filme zum WKII kommen, werden dort eher die Schrecken des Krieges dargestellt.

Diese Filme speziell aus Hollywood haben aber mit der Realität nicht viel zu tun. Tatsächlich waren die Soldaten von Wehrmacht und auch der Waffen-SS gefürchtet und hatten bei den Gegenern einen hervorragenden Ruf als Kämpfer, die niemals aufgeben. In der Realität hatten die US-Truppen dagegen keinen besonders guten Ruf als erfahrene Kämpfer sondern waren vor allem dafür bekannt, dass sie ihre Überlegenheit auf ihre Logistik begründeten, also was das Meterial und die Versorgung betraf. Die Russen waren vor allem dafür bekannt, dass sie durch die pure Masse ihrer Soldaten glänzten, die in den Kampf geschickt wurden. Dazu gab es in allen Einheiten spezielle Offiziere, die jeden russischen Soldaten erschießen sollten, der zurückwich.

Es gibt sozusagen eine Art militärischer "Kennzahl", an der die Kampfmoral abgelesen werden kann. Dabei geht es darum, wieviele Soldaten einer Einheit getötet werden müssen, bis der Rest moralisch so einbricht, dass sich die Front, z.B. durch Rückzug oder Flucht auflöst. Habe jetzt gerade keine konkreten Zahlen parat, sondern schreibe aus der Erinnerung, aber ein Durchschnitt ist in etwa dass sobald mehr als 1/3 getötet oder schwer verletzt ist, eine Front zusammenbricht. Bei den US-Soldaten lag diese Zahl deutlich niedriger, bei den Russen etwas höher, nicht zuletzt auch wegen der oben erwähnten Offiziere. Bei der Wehrmacht lag dagegen diese Kennzahl extrem hoch.

Will nur mal zwei Beispiele heraussuchen, ohne irgendetwas damit verherrlichen zu wollen. Bei den deutschen Ubooten lag die Verlustrate bei gut 3/4 ohne dass dies zu einem Verlust der Kampfmoral geführt hätte, was auch von Churchill und der englischen Admiralität mit Bewunderung festgestellt wurde.

Ein weiteres Beispiel wäre der Kurlandkessel ab 6. Oktober 1944. Hier verteidigte die Kurlandarmee das Kurland erfolgreich ohne zusammenzubrechen gegen insgesamt 6 heftige Angriffe der Roten Armee, die mit einem großem Einsatz von Personal und Material angriff. Die Kurlandarmee war die einzige deutsche Armee, die bei der Kapitulation noch voll kampffähig war, obwohl von den ursprünglich rund 500.000 Soldaten auf deutscher Seite nur noch rund 200.000 übrig waren.

Diese Nachrichten sind alle mit Vorsicht zu geniessen. Ausgebildete Scharfschuetzen hatten schon eine Menge `Kerben` im Holz, das ist schon sicher belegt.

Guck mal ueber den Flieger Rudel, der soll auch 500 Panzer abgeschossen haben, da wird allerdings auch geflissentlich `vergessen`, das in jeden Panzer 4 Soldaten mit starben. Dafuer erhielt er, glaube ich, den hoechsten Orden der Wehrmacht.

Krieg ist ein besonderes Geschaeft, wo viel Feind, da viel Ehr.

Bringst du zur normalen Zeit einen Menschen um, dann wird ueber die Todesstrafe nachgedacht, sind es allerdings im Krieg 2 Tsd. dann kannst du vor lauter Orden nicht mehr laufen. Die Debatte, "Sind Soldaten Moerder", zeigt es doch deutlich.

Zurueck zur Frage, die SS kann niemals als Ehrenvoll eingestuft werden, das laesst ihre Aufgabe nicht zu. Mord und Totschlag hinter den Linien, war ihr taeglich Brot, die Wehrmacht machte da teilweise auch mit, somit blieb von dem tapferen DE Soldaten nicht mehr viel uebrig.

Die Memoiren des Feldherren von Manstein triefen voll Ehre, da kommen keine Erschiessungen von Zivilisten darin vor. Somit sind solche Buecher, auch von Speer, Romane und Selbstbeweihraeucherung.

http://www.spiegel.de/einestages/massaker-von-babi-jar-opfer-haben-namen-kommentar-a-1114350.html

Woher ich das weiß:
Recherche

Die Waffen-SS war besser ausgerüstet, weil das die Lieblings-Einheit von Hitler war, und für die machte er immer Geld locker. Die SS waren auch besonders brutal ausgebildet, es war die Elite der Raufbolde und Schläger in Deutschland. Dazu dienten auch die Schulen wie Napola und Adolf-Hitler-Schulen.

Grundsätzlich waren die Offiziere des 100'000-Mann Heeres von 1918 bis 1933 sehr gut ausgebildet, weil sie sich für mindestens 10 Jahre verpflichten mussten (das stand in den Versailler Verträgen). Jeder Offizier war ausgebildet, zwei Ränge über dem eigenen eine Position einzunehmen. Ausserdem herrschte dort nicht Kadavergehorsam, sondern Resultat-orientiertes handeln, d.h. den Chef interessierte nur das Resultat, nicht der Weg, wie man dazu gkeommen ist, und Untergebene durften Befehle aus eigenem Antrieb abändern, wenn sie dadurhc ein besseres Resultat erzielten. Sie wurden nur für scheitern und "dummes Handeln" bestraft, nicht für "ungehorsam". Sie konnten sogar für dummen gehorsam bestraft werden.

Die Wehrmacht war insofern gut ausgerüstet, als sie voll motorisiert war, und was auch neu war war zwei-Weg-funkverbindungen zwischen Panzern, so dass Panzer miteinander kommunizieren konnten und Pläne laufend anpassen konnten. (Bei dne anderen gab es nur Ein-Weg-Funkverbindungen vom Kommandaten zum Panzer, aber nicht vom Panzer zurück zum Kommandanten).

Für die Kälte waren die Deutschen nicht gut ausgerüstet, die russischen Waffen funktionierten im russischen Winter besser als die Deutschen (und auch als die amerikanischen).

Die Waffenproduktion in allen Kategorien war bei den Alliierten ein vielfaches als bei dne Deutschen, ca. das 5fache, je nach Kategorie.

Nachschub an Männern fehlte dne Deutschen.

Und auch die Logistik (Nachschub, insbesondere auch Lebensmittel) war bei "Operation Barbarossa" von vornherein zum Scheitern verurteilt, was die Logistiker der Wehrmacht auch angekündigt hatten, aber niemand hörte auf sie, man war zu siegestrunken.

Was den Mut des einzelnen Kämpfers betraf, war die Rote Armee bei weitem überlegen, was einerseits daran lag, dass die Rote Armee ihr eigenes Land verteidigte, während die Deutschen ein fremdes Land besetzten, und auch daran, dass Stalin befohlen hatte, auf jeden Soldat, der sich zurückzieht zu schiessen. In der ersten Kriegsphase erschossen die UdSSR mehr eigene Soldaten als Deutsche...

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Ich stimme deinen Text weitesgehend zu, nur würde ich zu Mut auch Verzweiflung hinzufügen. Es gab damals einfach keinen Ausweg, wenn du dich zurückziehst warten deine eigenen Leuten auf dich und wenn du dich ergibst, wartet eigentlich nur der Tod auf dich, Tod durch KZ Zwangsarbeit...

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