Waren die Kreuzzüge ein gerechter Krieg und die Kriege danach nicht?

8 Antworten

Nein, die Kreuzzüge waren keine gerechten Kriege. Vor allem mussten sehr viele Unschuldige darunter leiden. Frauen und Kinder, die sich nicht wehren konnten. Dann Hunderte, wenn nicht Tausende Juden, die auf dem Weg nach Jerusalem umgebracht wurden. In Jerusalem warben es in erster Linie Muslime, die man grausam "abgeschlachtet" (leider gibt es dafür keinen milderen Ausdruck) hat.

Wenn man noch irgendwie nachvollziehen kann, dass es Personen gab, die die heiligen Ort in Jerusalem für Christen erreichbar machen wollten, so gab es x-fach andere Gründe, die gar nicht edel oder moralisch vertretbar waren. Manch ein Straftäter ging lieber auf den Kreuzzug als die Haft zu Hause absitzen zu müssen oder für seine Tat bestraft zu werden.

Eines muss auch klar gesagt werden, die Kreuzzüge waren, im Vergleich zu den Eroberungsfeldzügen des Islam "bescheiden" an Anzahl und Grösse.

https://www.youtube.com/watch?v=fm6ytiW7Swc

Die Kreuzzüge konnten auf jeden Fall nicht mit der Bibel legitimiert werden. Wie auch, wenn die Jesus die Nächsten- und sogar die Feindesliebe lehrte und die goldene Regel aufstellte: "Alles nun, was ihr wollt, daß die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso" (Matthäus 7,12a).

Für Christen findet sich in der Bibel kein Auftrag, Jerusalem oder Israel zu erobern. Auch sollen Christen nicht mit Gewalt die Staatsgewalt übernehmen oder einen christlichen Staat errichten, sondern sich der Obrigkeit unterordnen, wie der Apostel Paulus in seinen Briefen im Neuen Testament fordert.

Der damalige Papst versprach den Kreuzzüglern, dass nur durch die Teilnahme am Kreuzzug die Sünden vergeben werden. Das widerspricht absolut der Bibel, die deutlich lehrt, dass Sündenvergebung und ewiges Leben nur durch den Glauben allein und durch die Bitte um Vergebung im Gebet (1. Johannes 1,9) geschehen kann. Während der Papst eine unbiblische Werksgerechtigkeit verkündigte, um die Menschen zum Kreuzzug zu bewegen, lehrt die Bibel allein die Gerechtigkeit aus Glauben aufgrund der Gnade, Liebe und Barmherzigkeit Gottes.

Deshalb und aus anderen Gründen (die Grausamkeiten usw.) kann man die Kreuzzüge als absolut antibiblisch und antichristlich bezeichnen. Mit einem biblischen Christentum oder Gottes Willen hatten die Kreuzzüge nichts zu tun...

Kriege beginnen meistens als Raubüberfall.

Kriege sind nie gerecht. Immerhin leiden darunter immer die Menschen, die gar nichts dafür können

Wer entscheidet, ob ein Krieg "gerecht" ist/war? Die Sieger, nicht wahr. Propaganae, Geschichtsschreibung durch die Siegermächte, Geschichtsverfälschung usw usw

Und so nebenbei: die Kreuzzüge waren sicher nicht "gerecht"

Grundlage für die Kreuzzüge war aus christlicher Sicht der Gedanke des „gerechten Krieges“ (lat. bellum iustum), wie er von Augustinus von Hippo vertreten worden war. Dies bedeutete später, dass der „gottgefällige Krieg“ nur von einer rechtmäßigen Autorität verkündet werden konnte (wie dem Papst). Es musste ein gerechter Kriegsgrund vorliegen (wie die ungerechte Behandlung von Gläubigen), und der Krieg musste für gute Absichten (wie die göttliche Liebe) geführt werden.

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@Kausie

Also diese kanonischen Gesetze die interessieren mich nicht, und die damaligen Kriegsopfer bestimmt auch nicht

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@Kausie

Waren die Kreuzzüge von göttlicher Liebe geprägt oder von satanischer Grausamkeit? Braucht Gott und Christus einen Papst? Lehrte Jesus, dass es gerechte Kriege geben wird? Lehrte er messianisierung mit Gewalt?

Ich beantworte diese Fragen mit NEIN!

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