Waren damals die bei der Ständegesellschaft (also die untersten) die Bürger auch die unehrlichen und die Juden; Oder gab es da noch eine tiefere Schicht?

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2 Antworten

In der "Ständegesellschaft" unterschied man drei rechtlich voneinander geschiedene soziale Gruppierungen:

  1. Die Geistlichen.
  2. Der Adel.
  3. Die arbeitende Bevölkerung (Stadtbürger, genauer: Handwerker, Kaufleute; Bauern).

Daneben gab es Personengruppen, die außerhalb der Ständegesellschaft standen, Menschen, die zu den "untersten" und damit zu den "unehrlichen" Menschen gezählt wurden. Das konnten Juden sein, die z. B. als wandernde Händler/Hausierer durch's Land zogen, aber auch Gaukler, die vielen Bettler, Diebe, Mörder und andere Verbrecher, die keinen festen Wohnsitz hatten. Juden, die in Städten wohnten, standen zumeist unter obrigkeitlichem oder sogar unter kaiserlichem Schutz und zählten zum 3. Stand.

Auch innerhalb der Ständegesellschaft gab es "unehrliche" Leute, die entweder ein Verbrechen begangen hatten oder aber Berufe ausübten, mit denen die meisten Menschen aus unterschiedlichen Gründen eher nichts zu tun haben wollten, z. B. Abdecker, Bader, Fäkalgrubenreiniger, Gassenkehrer, Gerber, Henker, Hirten, Prostituierte, Schauspieler und Totengräber.

MfG

Arnold




Die unterste "Schicht" wurde schon immer durch die weniger als Vieh geschätzte Landarbeiterschaft gestellt, deren Richter, "Arbeitgeber", Grundeigentümer und *de facto* Leibeigentümer der lokale Junker war.

war der Jude in der untersten Schicht oder wurde er gar nicht zur Schicht dazugezählt ?

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@Vanni1999R

Die waren damals weitaus freier als die Landarbeiter. Allerdings konnten sie jederzeit, genauso wie unverheiratete Frauen, die gerade dem Junker nicht willig waren (=Hexe), als Sündenbock für alles mögliche herhalten.

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