Waren 5 Jahre Biologiestudium umsonst?

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7 Antworten

Hallo,

ich fange mal mit den Ärzten an, da ich nicht erkennen kann, ob da auch Psychologen dazu gehörten, denn da wärest Du meiner Einschätzung nach besser aufgehoben. Und ob Antidepressiva der optimale Therapieansatz sind, wage ich nach Deinen Schilderungen auch eher anzuzweifeln.

Ich denke aber schon, dass es Alternativen gibt, wie z. B. Naturschutz, Forschung etc. Hast Du schon mal vom NaBu gehört? Vielleicht wäre das ein Weg.

Dann gibt es auch noch den Weg über bfd (Bundes-Freiwilligendienst), ist zwar finanziell  nicht so erquicklich, aber eine Möglichkeit Praxiserfahrung zu sammeln, die für eine spätere Bewerbung wichtig sein könnte.

Außerdem gibt es Nachhilfeinstitute oder private Nachhilfe-Angebote, bei denen sich auch Geld verdienen läßt.

Hinsichtlich Zusatzqualifikationen findet man z. B. auf der Webseite 'Weiterbildungsfinder.de' einige Anregungen und Angebote. In dieser Richtung gibt es sicherlich noch mehr.

Ganz anders wäre es, einen vollkommen neuen Weg zu gehen. Da Ausbildung oder zweites Studium problematisch gewesen sind, würde ich mal überlegen, welche Möglichkeiten es hinsichtlich einer Selbständigkeit gäbe. Muß ja nicht unbedingt etwas mit Biologie zu tun haben, könnte Dir aber ganz neue Perspektiven eröffnen.

Alles Gute

Buddhishi

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Kommentar von 8e8o8
28.03.2016, 02:32

Ja das Thema Ärzte und Psychologen ist durch, nachdem ich 4 Jahre lang fehlbehandelt wurde, aber das ist ne andere Baustelle.

Also Naturschutz und co. ist nix für mich bzw. da komm ich nicht rein. Ersten weil ich Molekularbiologe bin und so wie ich meine Freundin die als Gewässerschutzbeauftragte tätig ist (Sie hat Europäische Literatur studiert... also super vorbereitet für diesen Job) verstanden hab kommt man da auch wirklich nur mit Vitamin B rein.

Was Weiterbildungen angeht. Eventuell find ich noch was aber bisher kamen da auch immer nur Absagen ins Haus. Ich weiß aber auch nicht was ich da noch zu erwarten hab, wenn ich von den großen Lebensmittelherstellern nur die kurze und knappe Aussage zu hören  "nicht qualifiziert" für ein Praktikum.

Zum Thema Selbstständigkeit kann ich nur sagen. Ich hab keine Idee und vorallem nicht den Atmen so ne harte Phase zu überstehen.

Trotzdem Danke, dass du dir konstruktive Gedanken gemacht hast.

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Du hast Dich ganz gut in Deinem Leben eingerichtet... das heißt: Du hast ein Weltbild, in dem "alles passt!" Und das meine ich ohne jede Wertung: Aber es gibt Ursache und Wirkung, Chancennutzung oder das fehlende Vorhandensein von Chancen: Abgesehen davon, dass Du (als Handlungsweise!) zur Flasche greifst, hast Du ein viel tieferes Problem: Eines Deiner  "LEBENSVERHALTENSWEISE", wenn ich das mal so salopp sagen darf.

Ja, es gibt Unstimmigkeiten in Deinem Leben... ja, es gibt Schwierigkeiten,

Es gibt Dinge, die gilt es zu lösen.... aus eigener Kraft;- vielleicht auch mit ein bisschen Vitamin B.... wie auch immer: Da muss was anders werden.

Aber so wie Du Deine Situation oben beschreibst empfinde ich Dich als handlungsunfähig. Du ergibst Dich Deiner Situation - besser Deinen Situationen.... und pflegst Deine Verzweiflung!

Damit trinkt es sich fabelhaft... ist das nicht Trost genug?

Blöde Logik! Man weiß ja, was rauskommen kann... das liest man immer wieder, gibt es besondere Fernsehfilme dazu.... Aber mal ehrlich: Haben das die anderen nicht auch gewußt? Und sind trotzdem "da reingerutscht?" Haus weg, Frau weg, Job weg... liegt da und bettelt da im Aufgang die Leute an?

Was unterscheidet Dich?

Eigentlich erklärst Du mir lang und breit, dass es bisher keine andere Alternative gab als sich irgendwie zu betäuben,... alles so sinnlos und leer... falsche Studienwahl führt zu Perspektivlosigkeit aus der es kein Entrinnen gibt und neben anwachsenden BAföG- Schulden ist die Qualität der akademischen Ausbildung hinreichend mangelhaft, wie Du zu beweisen in der Lage bist.

So,- was willst Du hören?

Worauf und wie weit bist Du bereit, Dich einzulassen, um Deiner Misslichkeit zu entrinnen??

Was unterscheidet Dein Anliegen in seiner Ernsthaftigkeit von einer guten Portion Seelenblues und Selbstmitleid?

Auch wenn Dir das nicht schmeckt: Diese Frage nach der eigenen Ernsthaftigkeit gilt es zunächst für Dich zu klären: Denn solltest Du Dich in Deinem Jammern noch recht wohl fühlen ( denn es ist bequem, die Verantwortlichkeiten dort zu haben wo sie gerade sind... also, so meine Frage: "Vielleicht etwas weiter weg von Dir selbst?") dann könnte ich hier schreiben was ich wollte; Die nächste Flasche Bier heute Abend würde den Diskussionskreislauf wieder andersherum glattlaufen lassen und von der gerade niedergeschriebenen Wehmut bliebe nichts übrig... bis der nächste Kater die Fragestellung wieder aus dem Keller ans Licht führt.

Wenn Du aber doch Interesse hast, ernsthaftes Interesse: dann gehe zu einer Suchtberatung oder wenigstens in eine Selbsthilfegruppe: Dort sitzen genau die Menschen mit Deinem Problem im Kreis... und haben Erfahrung darin diese Dilemma zu lösen.

Aber das geht nur bei dauerhaften Besuchen: Zweimal in die Waschmaschine zwingt zwar die Flecken raus, bringt aber keinen dauerhaften Schutz: was Du brauchst ist eine Veränderung Deiner Lebenssicht... das gelingt nur bei langfristiger Begleitung durch Beziehung.

Sincerely, Norbert

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Kommentar von Sanctuaria
23.04.2016, 16:50

Sehr tiefgründige Antwort.... hat mir gefallen, zu lesen. :)

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Vielleicht wäre ein teilweiser Umstieg möglich in Richtung Lehramt. Zwar ist das Lehramt Biologie auch nicht besonders berufssicher aber wenn Du ein zweites Fach dazu nimmst, das stärker gefragt ist (Chemie oder noch besser Mathematik), dann könnte die Sache schon anders aussehen. Zum Trost ein Beispiel aus meiner beruflichen Praxis (liegt allerdings schon eine Zeitlang zurück): Der Mann meiner Sekretärin war Informatiker, was ihn aber fachlich wenig interessierte. Seine ganze Liebe galt den Vögeln. Meinem Rat folgend studierte er noch Biologie und war nach seinem Studienabschluss damals wohl der einzige Informatiker in Deutschland mit einer zusätzlichen biologischen Qualifikation. Er bekam dann auch prompt seinen Traumjob: Wissenschaftlicher Leiter einer Vogelschutzwarte in Norddeutschland. Dass sich mit ihm wohl noch an die 200 andere Akademiker beworben hatten, war egal, da er der am besten Qualifizierte für diese Tätigkeit war. Denk´mal darüber nach und glaub´an Dich!

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Meiner Ansicht nach ist ein großes Problem auch dein Alter. Wenn du Ende zwanzig erst dein Master hast, ist das sehr spät. Die Meisten haben dann schon ihre Promotion fertig.

Ich weiß nicht, warum du das Studium aufgenommen hast und ich weiß nicht inwiefern du dich darüber informiert hast, aber es sollte dir klar gewesen sein, dass du mit dem Studium nichts reißen wirst. Die Erkentnis scheint dir aber erst nach dem Bachelor klar geworden zu sein.

An deiner Stelle hätte ich nach dem Bachelor für ein Informatikstudium oder Bauingenieurstudium beworben. Dort reicht meist ein Bachelor um in der Branche Fuß zu fassen und was zu bekommen.

Mir ist unklar, was du dir unter einem Biologiestudium und dann Aussichten danach vorgestellt hast. Mich würde die Motivation interessieren, wieso du überhaupt begonnen hast dieses Fach zu studieren.

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Kommentar von 8e8o8
31.03.2016, 23:59

Also kurz zu meinem Alter, falls dich der Werdegang interessiert. Ich habe während meiner Schulzeit ein Jahr im Ausland verbracht und als ich wieder nach Deutschland kam das Jahr wiederholen müssen.

Nach meinem Abitur war ich dann knapp 2 Jahre bei der Bundeswehr in der Hoffnung über diesen Weg Medizin studieren zu können, was leider nicht funktioniert hat. Da mein Notenschnitt für einen dt. Studierenplatz nicht ausgereicht hat und ich mir ein Studium im Ausland nicht leisten konnte, hab ich das Medizinstudium an den Nagel gehangen.

Danach hab ich ein halbes Jahr lang ein Orientierungspraktikum im Bereich der Biomaterial Entwicklung gemacht. In meiner Abteilung waren vorallem Biologen, die mir dann geraten haben Biologie mit spez. molekular Biologie zu studieren, falls ich in diesem Bereich arbeiten wolle. Daraufhin hab ich erst ein Semester Chemie mit spez. Biotechnologie studiert, aber das hat mir überhaupt nicht gefallen. Danach hab ich wie schon beschrieben angefangen Biologie zu studieren.

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Hallo. Du hast das Studium fast abgeschlossen. Das ist schonmal sehr lohnenswert bzw. ich gratuliere dir. Deswegen würde ich nicht den Kopf hängenlassen. Ich hoffe ich kann dir weiterhelfen, um dir neue Ziele zu setzen.

Seit der Industrialisierung ist die Lebenserwartung ständig gestiegen und das hat die Kosmetikbranche gut erkannt. Deshalb würde ich dir vorschlagen, in dieser zukunftssicheren Branche mich zu angagieren.

Schau mal hier:

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/suchergebnisse&such=kosmetik

Viel Glück.

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Kommentar von bloxman
28.03.2016, 08:56

Folgende Seite noch, die mit der oberen ein Bezug auf Gemeinsamkeiten hat. Stichwort "Pharmazie"

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/suchergebnisse/kurzbeschreibung&such=Molekularbiologe%2F-biologin&dkz=59237

Das ganze ist sicherlich nicht das Optimum für dich, aber ich denke Mikrobiologie und Kosmetika werden wegweisend für dieses Thema sein.

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Der Trick bei Bewerbungen ist es sich nicht in seinen Leistungen zu sonnen (Das wirkt im schlimmsten Fall Überheblich und oder Arrogant) , sondern die Vorteile die der  Arbeitgeber bei deiner Einstellung hat herauszustellen, den das interessiert sie mehr als das  was du wann wo und wie gut studiert hast. Auf dem Bewerbungs Stapel liegen 30 Bewerbungen mit 1er Abschlüssen, warum sollte man sich ausgerechnet für jemand bestimmten entscheiden ?


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Hallo! Bei den ganzen Absagen, die du bekommen hast, frage ich mich, ob du die Alkoholkrankheit 'ausstrahlst'.

"Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!" Daher werden auch oft Seiteneinsteiger genommen, die von der Ausbildung her gar nicht die Qualifikation für eine Stelle haben und umgekehrt Menschen mit entsprechender Qualifikation, die ausstrahlen, dass sie der Aufgabe nicht gewachsen sind, abgelehnt.

Deine 5 Jahre Studium waren NICHT umsonst! Aber jetzt solltest du deinen Fokus darauf haben, vom Alkohol loszukommen.

Wenn du den Wunsch hast, keinen Alkohol mehr zu trinken, dann geh mal zu den Anonymen Alkoholikern. Dort sitzen die Profis die wissen, wie du dich fühlst und die auch wissen, wie du aus deinem Zustand rauskommen kannst.

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Kommentar von 8e8o8
28.03.2016, 14:33

Ich wünschte es würde nur am Alkohol liegen dann könnt ich zumindest was ändern.

Bisher hab ich so um die 90 Bewerbungen geschrieben. Davon wurde ich "drei" mal zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen.

Davon war eins ohne Vitamin B und bei diesem Gespräch war die Gegenseite nicht vorbereitet, nicht einmal mein Anschreiben haben sie gelesen und mir Fragen gestellt die im zweiten Satz meines Anschreiben beantwortet wurden. Bei den Gesprächen mit Vitamin B wurde mir eigentlich nur vermittelt das in meiner Fachrichtung ohne Promotion nix drin wäre und dass mir das schon von Anfang an hätte klar sein sollen.

Also würd ich jetzt einfach mal behaupten, dass der Alkohol "noch" nicht der Hauptgrund ist wieso ich keinen Fuß ins Arbeitsleben gesetzt bekomme.

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