War während der Mauerzeit der Zugang in die Nichtberliner DDR für Ostberliner immer frei, ohne jede

12 Antworten

Ausweispflicht ist richtig, die galt aber nicht nur für Berlin, sondern generell. In der Tat wurden schnell mal Verdächtige kontrolliert (vor allem Jugendliche, denen man am ehesten Republikflucht oder Randale zutraute), aber Kontrollstellen, um nach Ostberlin zu kommen, gab es nicht. Die Kontrollen fanden aus heiterem Himmel auf der Straße, auf Bahnhöfen oder im Zug statt. Mir ist es mal in Magdeburg passiert, als ich eine Freundin besuchen wollte (das war wohl schon zu nahe an der Westgrenze), ein Bekannter von mir wurde aus diesem Grund sogar mal einen Tag lang in Halberstadt festgehalten. In Berlin war ich dagegen mehrmals zu DDR-Zeiten (damals wohnte ich noch nicht hier) und konnte dort völlig ungehindert einreisen.

Ich weiß nicht, wie alt die Antworter hier sind, nur kann ich lesen, es wissen alle einiges und einige alles. Wer als DDR-Bürger von der „Provinz“ nach Berlin, der DDR-Hauptstadt umziehen wollte, benötigte einen „Berechtigungsschein“, der IMMER gebunden war. An eine Arbeitsstelle; an eine Ausbildungsstelle, an ein Studium. Diesen Schein erhielt man bei einem Ostberliner Polizeirevier nach Vorlage von entsprechenden Bescheinigungen (Immatrikulationsbescheinigung z.B.) und Verträgen (Arbeitsvertrag u.a.).

Erlischt der Grund, erlischt auch die Berechtigung, in Ostberlin zu wohnen.

Zu dieser Zeit gab es an JEDER Ausfallstraße zwischen Ostberlin und der DDR einen Kontrollpunkt, an dem jeder sich ausweisen musste. Manchmal wurde nachgefragt, warum man nach Ostberlin möchte. Saß man in einem öffentlichen Verkehrsmittel (Bus, S-Bahn), stiegen VoPos an der letzten Ostberliner Station ein und an der erster DDR-Station aus. Ich kenne dies zwischen Berlin-Marzahn und Hönow, Ahrensfelde, Buch und Bernau, Glienicke, Berlin und Henningsdorf, Berlin und Strausberg.

Ich weiß nicht, wann diese Praxis eingeführt und auch nicht, wann sie beendet wurde, aber sie galt ganz sicher aus eigenem Erleben in den Jahren von 1970 bis 1974.

Ja es gab Kontrollen. Der Grund weshalb es solche differenten Meinungen dazu, sowohl hier wie auch in deinem Bekanntenkreis gibt, liegt darin, daß es nicht jeder mitbekommen hat.

Vor dem Bau der Mauer wurden zumeist nach Berlin einreisende Personen, vor allem mit auffällig viel Gepäck, kontrolliert, da sie sich wohlmöglich in den Westteil absetzen oder diverse Waren dorthin verschieben wollten. In der Zeit nach dem Beginn des Mauerbaus wurde bei nach Berlin reisenden Personen genauer hingesehen und möglicherweise auch kontrolliert, da es noch zahlreiche Schlupflöcher in der entstehenden Mauer gab.

Generell aber galt vor, und erst recht nach, dem Bau der Mauer, daß DDR-Bürger und Ostberliner (auch diese waren DDR-Bürger) frei und ohne Kontrollen zwischen dem Ostteil der Stadt und dem sonstigen DDR-Gebiet pendeln konnten.

Nach dem Bau der Mauer war dies Westberlinern jedoch nicht mehr möglich, sie konnten weder in den Ostteil der Stadt, noch in die restliche DDR reisen. Das änderte sich erst mit dem zwischen der DDR und dem Senat von Berlin-West vereinbartem "Passierscheinabkommen" (google mal den Begriff!). Es erlaubte Westberlinern den Besuch bei Verwandten im Ostteil der Stadt und nur im Ostteil. Mit dem "Viermächte-Abkommen über Berlin" wurde dieser Grenzverkehr durch einen Berechtigungsschein zum Empfang eines Visums der DDR neu geregelt. Dieser erlaubte die Einreise nach Ostberlin und/oder in die DDR. Bundesbürger und Ausländer konnten jedoch nur in den Ostteil der Stadt.

Die Kontrollen die an Ausfallstraßen und in öffentlichen Verkehrsmitteln stattfanden, zielten auf jene Personen ab, die nun ohne entsprechende Genehmigung ins Berliner Umland oder noch weiter in das DDR-Gebiet reisen wollten. Es gab auch keine Kontrollstellen an denen jeder der sie passierte seine Papiere vorzeigen mußte, sondern dort sowie in den Verkehrsmitteln saßen Polizisten/Beamte mit "geübten Augen", die bei einem entsprechenden Verdacht eine Personenkontrolle durchführten. Somit konnte es durchaus vorkommen, daß auch ein DDR-Bürger kontrolliert wird. Allerdings hat sich für ihn, nach dem Vorzeigen seines Ausweises, die Sache schon wieder erledigt.

Die Rede war von Ostberlinern. Dass die Westberliner anders behandelt wurden, ist bekannt, war aber nicht gefragt.

Für Ostberliner gab es nach der Mauer keine Kontrollen. Wobei es durchaus vorkommen konnte, dass aus irgendwelchen Gründen nach dem Personalausweis gefragt wurde, so, wie das hierzulande auch vorkommt, wenn ein konkreter Anlass vorlag, nicht jedoch aus lauter Spaß an der Freude...

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@Huckebein

Du irrst. Um Ostberliner geht es in der Überschrift, in der eigentlichen Frage darunter, um Fahrten von Brandenburgern nach Ostberlin und zurück. Ich verstehe die Frage auf DDR-Bürger allgemein bezogen. Wurden sie kontrolliert ja oder nein, es gibt hier gegensätzliche Erinnerungen?

Die Antwort: Ja, teilweise wurden sie kontrolliert. Waren sie das eigentliche Ziel der Kontrollen?: Nein.

Nichts anderes habe ich geschrieben.

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@Focius

Es ist völlig richtig, das vor und auch noch eine Zeit nachdem Mauerbau kontrolliert wurde (es gab aber keine Grenzkontrollen in dem Sinne, es wurde hauptsächlich in Zügen kontrolliert, teilweise musste man wohl schon beim Fahrkartenkauf den Grund der Reise angeben bzw. wurde man von der Bahn "gemeldet") und nach dem Mauerbau zu bestimmten Großveranstaltungen (Maifeiern, Pfingsttreffen, Konzerten, Jungendfestspielen usw.) oder Staatsbesuchen auch stichprobenartig kontrolliert wurde .. in den 70er/80er Jahren wurde aber der normale Berlinreisende im Nomalfall (Ausnahmen bildeten optisch auffallende Personen: Punks, Kammler, Skins usw.) nicht mit Kontrollen belästigt. Vorher musste man z.B. nachweisen warum man nach Berlin fahren wollte (Familienfeier, Dienstlich, Urlaub, Einkaufen usw.). Wir wohnen in Sachsen-Anhalt und diese Erfahrungen haben mir meine Großeltern überliefert, selbst war ich ab den 70er mit dem Auto in Berlin, da war von Kontrollen nichts zu sehen.

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