War Stauffenberg ein Nazi?

9 Antworten

er war kein Nazi in dem Sinn, sondern Offizier der Wehrmacht und trotzdem als Person sehr fragwürdig. Sein Problem mit den Nazis waren nicht so sehr deren verbrecherischen Ziele, sondern dass ihre Führung sich aus der Unterschicht rekrutierte und entsprechend undistinguiert und schroff auftrat. Seine Sorge war auch nicht die gleichgeschaltete Diktatur, sondern dass sein tolles Reich spätestens ab 1943 militärisch klar vor einer totalen Niederlage stand.

So repektabel das Attentat an sich sein mag, es ist beschämend, dass diese Truppe heute noch als Helden gefeiert wird. Das waren sie nicht. Es waren Putschisten, die nicht das Regime beseitigen wollten, sondern lediglich die Führungsriege austauschen. Sie wollten einen undemokratischen Ständestaat etablieren und zielten darauf die Alliierten zu spalten indem man einen Separatfrieden mit den USA und GB anstrebte und die UdSSR weiter brutal bekämpft. Zugleich gab es obskure Pläne aus deren Reihen, z.B. die als Juden bezeichneten Menschen nach Madagaskar abzuschieben.

Selbst wenn das eine oder andere davon Einzelmeinungen gewesen sind zeigt es doch, wessen Geistes Kind diese Leute waren. Demokratie und Frieden war mit dieser Truppe nicht zu machen.

Leider komplett verzerrt, z. T. falsch.

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@Unsinkable2

Gibt es, aber ich habe heute Morgen keine Lust auf den Kampf gegen Windmühlen und mach mir lieber gemütlich Kaffee. 

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@hutten52

Gibt es, aber ich habe heute Morgen keine Lust auf den Kampf gegen Windmühlen und mach mir lieber gemütlich Kaffee. 

Mach das, hutten52!

Bevor man Geschichte, Geschichtsbücher, Biographien und Wikipedia umschreiben will, sollte man sich in Ruhe stärken...

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Truppe heute noch als Helden gefeiert wird

Du mußt mal ein bischen reflektieren über welche Zeit du sprichst!

Beispielsweise galten Kriege keine 30 zuvor noch als durchaus akzeptables Mittel der Politik und das nicht nur im Kaiserreich, sondern weltweit! Stauffenberg stammt aus dieser Zeit!

Willst du ihm ernsthaft vorwerfen, daß er damals allgemein akzeptierten Grundsätzen anhing?

Es waren Putschisten, die nicht das Regime beseitigen wollten, sondern lediglich die Führungsriege austauschen

Und was wäre daran verwerflich? Stauffenberg war Offizier der Wehrmacht mit gewissen Verpflichtungen und außerdem war er ein Patriot! Trotzdem stimmt dein Satz so nicht: Stauffenberg wollte vorrangig einen möglichen Friedensschluß und erst in zweiter Hinsicht ging es ihm um das Regime - na und?

...Pläne aus deren Reihen, z.B. die als Juden bezeichneten Menschen nach Madagaskar abzuschieben

Einfach nur Quatsch! Das waren Pläne der Nazis, als nie noch glaubten mit den Westmächten diesbezügliche Geschäfte machen zu können!

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Deine Ansichten sind mir durchaus geläufig! Du kannst auch gerne der Meinung sein, daß alles, was mit Soldaten zusammenhängt im Prinzip reaktionäres Gift sei! Aber nicht nur die Physik ist relativ: Soldaten und Söldner sind nicht das gleiche und beiden ist gemeinsam, daß sie Menschen sind und Menschen sind sehr verschieden! Sie haben Angst und sind mutig, sie hassen und sie lieben! So sind wir nun mal! 

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@nax11

natürlich muss man Umstände und Personen immer im Rahmen ihrer Zeit betrachten. Es stört mich heute nicht so sehr, dass Stauffenberg und seine Leute weitgehend reaktionär und militaristisch waren.

Was mich sehr stört ist, dass ausgerechnet diese Leute heute in der BRD medial und in Schulbüchern hochgehypt werden als der Widerstand gegen das NS-Regime. Das Bürgertum hat seinerzeit diesen Staat willig und breit unterstützt (während die Arbeitsschaft als Kanonenfutter verheizt wurde) und versucht sich heute damit reinzuwaschen. Der wesentliche Widerstand im NS-Staat war kommunistisch und das wird heute komplett ausgeblendet. Das wirft ein (weiteres) bezeichnendes Licht auf die BRD - und das stört mich eben heute.

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Er war als hoher Offizier natürlich in der Wehrmacht, aber er war sicher kein strammer Nazi.
Wie sonst hätten er und sein Gruppe sonst das Attentat auf Hitler vorbereitet, um dem Spuk endlich ein Ende zu setzen, was ja leider misslungen ist?

Nun, er war zwar kein Mitglied, aber er sympathisierte lange Zeit mit den Zielen und Inhalten der NSDAP und der Nazis im Allgemeinen. Insbesondere die nationalistischen(!) und revisionistischen Ziele hatten es ihm schwer angetan und er galt als glühender Verfechter.

Bis zum Herbst '43 fühlte er sich an Hitler und das Regime gebunden; erst dann begann er sich dagegen zu engagieren.

Doch das tat er nicht "aus Überzeugung", sondern weil der Krieg aus seiner Sicht militärisch immer aussichtsloser geworden war, und weil er das Reich in den Grenzen von '33 gefährdet sah.

Tatsächlich lehnte Stauffenberg die parlamentarische Demokratie strikt ab. Sein Ziel war ein Stände-Staat, in dem der Adel (also Leute wie er) die Macht übernimmt; und der Pöbel bleibt, was er war und seiner Meinung nach auch bleiben sollte. (Lies dir die Antwort von @MarkusJaja durch. Der hat's wunderbar zusammengefasst.)

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Was  verstehst Du unter "Nazi"? Für Amerikaner war jeder Deutsche zur Zeit des Dritten Reiches ein Nazi, ganz egal ob er Soldat, Postbeamter, Rentner, Hausfrau oder Kleinkind war. Wenn Du allerdings den Begriff Nazi nur für Mitglieder der NSDAP anwendest, dann war er kein Nazi, denn er war nicht Mitglied dieser Partei.

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