War Jesus schizophren?

wo soll denn das her sein? Von Jesus wohl nicht.

Doch, aus dem Thomas Evangelium

10 Antworten

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Im Bezug auf Jesus gibt es vier Möglichkeiten:

  1. Er war wirklich ein göttliches Wesen, wie man sich das auch immer vorstellen mag.
  2. Er war ein Lügner, Betrüger & Scharlatan.
  3. Er war ein liberaler jüdischer Reformator, der gegen sinnlose Sittenregeln protestiert hat, wie sie durch den Priesterstand propagiert wurden. Erst seine Jünger bzw. die Apostel haben aus ihm mehr gemacht, wie er sich selber zuschrieb v.a. der Apostel & Missionar Paulus von Tarsus.
  4. Er war verrückt & dachte er würde die Wahrheit sagen.

Nach der letzten These hast du ganz explizit gefragt. Es gibt sogar einen Vers aus dem Markusevanglium der darauf hinweisen könnte, nämlich MK 3,21:

Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.

Alles andere lässt sich nicht konstruieren, da in Jesus Worte viel hineingelesen werden kann. Den Satz den du zitierst ist sowohl im Apokryphen Thomasevanglium zu lesen, als auch im 2.Clemensbrief (Clemens war der Bischof von Rom). Beide haben den Satz aus der mündlichen Überlieferung, aber in beiden Fällen wird er komplett unterschiedlich interpretiert.

"Er ist von Sinnen"
Das trifft es genau. Leute halten andere für irr, wenn sie den Sinn nicht verstehen, weil sie meinen, ihr Denksystem arbeite richtig.
Wissen allein hat Probleme. Man weiß nicht, ob es ausreichend vollständig ist und wo sich Irrtum als Wisssen tarnt.

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@Aurofons

Manchmal stimmt das, manchmal nicht. Sonst müsste man ja jedem glauben der behauptet er hätte ein UFO gesehen. Bei Jesus weiß man es schlicht weg nicht. Die Quellenlage ist zu dünn.

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Jesus, so wie wir ihn aus Büchern kennen, war bestimmt kein Spinner. Eher ein hoch intelligenter Mann mit Visionen.

Er war ein guter Redner und auch Psychologe. Er hat die Lebenssituation der Menschen analysiert, Ursachen benannt und den Menschen in seinen Reden Hoffnung gegeben. Das konnte er psychologisch sehr wirksam und eindrucksvoll. Und die Hoffnung, so wie er sie predigte, kannte die Menschheit damals nicht. Die Kirche von damals predigte das Gegenteil: Halte aus dann kommst Du in den Himmel.

Jesus brachte durch seine Hoffnung auch Optimus in das Denken der Menschen und sprach sich gegen die reiche Führungsschicht aus.

Irgendwann wurde er so gefährlich das diese Schicht die Notbremse gezogen hat und ihn Mundtot machte. Die Legende danach machte ihn dann erst zum Märtyrer.

Seine Inhalte waren gar nicht so schlecht. Sie sind ja immer noch in den Köpfn der Menschen und geben vielen mehr Halt und Orientierung als die Reden von heutigen Politikern.

Und eines ist auch wichtig: Er hat das Leben so gelebt wie er es predigte. Ich denke, daß kann man von den meisten Politiker im Vergleich Ihr Leben zu ihren Wahlreden nicht sagen. Jesus war da um Größenordnungen zu seiner Zeit glaubwürdiger.

Jesus war erleuchtet.

Er hat erkannt, dass die Trennung zwischen Subjekt und Objekt eine vom Gehirn konstruierte Illusion ist, und dass es nur ein großes "Verhaltensfeld" gibt, welches als "Das Alles was ist" bezeichnet werden kann.

Wenn du also erkennst, dass kein Unterschied zwischen deinem Körper und der Außenwelt besteht, dann könnte man das als Beherrschung des Alls interpretieren, da du erkennst, dass du das All bist.

Das ist aus dem Thomasevangelium (in keinem Bibelkanon enthalten).

Im Einleitungssatz steht:

Dies sind die geheimen Worte, die Jesus, der Lebendige, sprach, [...]
Wer die Bedeutung dieser Worte versteht, wird den Tod nicht schmecken.

Die kryptischen Formulierungen scheinen mit Absicht gewählt.

Das Thomas Evangelium gehört nicht zum Kanon der Bibel, hab dieses Evangelium zwar nie gelesen. Aber es hat bestimmt gute Gründe warum es dieses Evangelium nie in den Kanon der Bibel schaffte...

Zumal die anderen Evangelien so etwas ähnliches nie gesagt hatten. Deshalb ist das Thomas Evangelium sehr widersprüchlich !

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