War es undemokratisch, den türkischen Präsident nicht in Deutschland im Wahlkampf auftreten zu lassen?

22 Antworten

Das hängt von deiner Definition von Demokratie ab. Die ändert sich auch ständig, so wie sich Menschen und Meinungen ändern.

Teste es aus, mach dir die Mühe selber Demokratie zu Definieren ohne nun google zu benutzen. Frage 10 weitere Personen und gucke welche Definitionen sie sich ausdenken. Dann kannst du dir die Frage stellen, ist diese Definition nun wahrere als die die google dir gibt oder nicht.

Gelten alle zur gleichen Zeit gemeinsam? Schau es dir rechtlich an, das Demokratieprinzip aus dem Grundgesetz, dann fällt dir auch, das es bewusst vage ist. Eben weil es auf die Gesellschaft ankommt die es bewertet.

Es ist kein Naturphänomen, kein Naturrecht. Es ist einfach ein geistiges Gebilde, das in tausenden Köpfen steckt und jeder glaubt zu wissen was gemeint ist wenn von Demokratie die Rede ist. Genau sagen kann keiner was Demokratie alles ist. Mal gehört mehr mal weniger dazu, das ist auch gut so.

Die Grundstruktur ist klar, aber das war es auch schon. Deshalb kann so ein Verhalten eben demokratisch oder undemokratisch sein.

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Es würde schon reichen wenn jeder hier seine Vorstellung von Demokratie aufschreiben würde. Ein Teil googelt und schreibt die Vorstellung eines anderen auf, aber ich sage dir es wird verschiedenste Versionen geben.

Darum versucht die Rechtswissenschaft eben Definitionen für Begriffe zu finden, weil Sprache und Bedeutung dieser eine Unschärfe besitzt.

Jeder nutzt das Wort Demokratie und in seinem Kopf denkt er, ja im Grunde weiß ich was es bedeutet. Wenn er es formulieren soll fällt ihm auf, so genau weiß ich das doch nicht.

Die meisten Menschen laden den Begriff Demokratie auf und unterstellen ihm alle Grundwerte Deutschlands usw. das ist natürlich etwas kritisch. Falsch nicht, nur schwer zu vergleichen.

Wow, danke für Deine ausführliche Antwort!

Mir geht es nicht um meine Definition von Demokratie sondern um das allgemeingültige Demokratieverständnis...

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@Aschenputtel079

Genau das soll auch meine Antwort zeigen. Jede Antwort hier ist spontan und im besten Fall die eigene Meinung.

Jemand der die Türkei nicht mag, wird seinen Begriff der Demokratie so drehen das es nicht demokratisch ist. Erdogan macht eben dies, für ihn ist es undemokratisch ihn nicht sprechen zu lassen.

Demokratieverständnis ist einfach ein weicher Begriff. Eben jeder versteht darunter etwas anderes. Darum sind Einzelmeinungen eher unbrauchbar. Man müsste sich ein Kollektiv angucken und sich einigen. z.B. das Kollektiv deutsche Bundesbürger. Da werden auch einige dafür einige dagegen sein. Ist dadurch Demokratie unbrauchbar? oder gibt es ein allgemein gültiges Demokratieverständnis? Natürlich nicht. Es kann gar nicht allgemeingültig sein. Stell dir mal ein Bild von Picasso vor. Das kannst du tatsächlich anschauen, dann beschreibe es. Dann frage deine Bekannten. Die werde das selbe Bild anders beschreiben. Es reicht schon wenn andere Worte genutzt werden, denn diese Wörter haben wieder eigene Bedeutung usw.

Bei Demokratie ist es genau so und da hast du nicht mal ein physisches Bild vor Augen sondern nur einen Begriff.

Paul Johann Anselm von Feuerbach vermutlich einer der bedeutendsten Rechtsgelehrten unseres Rechtssystems hat einiges über Zirkelschluss-Definitionen etc. geschrieben. Genau daran orientiert sich auch Jura, man einigt sich auf gewisse Definitionen muss die aber auch immer überprüfen ob die noch zur Gesellschaft passen.

Nimm allein das Wort Ehe und dessen Bedeutung. Die hat sich geändert. Man muss sich so etwas nur klar machen, dann kann man argumentieren. Mit dem Wissen, dass es sich um eine Meinung handelt, nichts das in Stein gemeißelt ist. Nichts allgemeingültiges.

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"undemokratisches Verhalten" wäre es wenn er im Vorfeld deutschen Politikern Wahlkampf in der Türkei ermöglicht hätte (bei welchem gegen die türkische Politik, Lebensführung, Integrationsbemühungen polemisiert wird) und danach hätte man gleiches türkischen Politikern verwehrt.

Aber zuerst haben türkische Politiker in Deutschland den Türken die Ablehnung des deutschen Staatswesens nahegelegt und sich danach beschwert das man ihnen Absagen erteilt......

nein, das ist richtig so. 

Einen Wahlkampf und politische Dinge macht man nur auf dem Boden des eigenen Landes, also innerhalb des Staates. Sonst würde das totale Chaos ausbrechen, und gerecht wäre es auch nicht, weil man dadurch die fremde Kultur, die anderen Gesetze missachtet und sich außerhalb der Grenzen breit macht, das darf nicht sein, dafür hat ja jeder Politiker das eigene Land. Das ist nämlich Sinn der Sache. 

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