War dieses Verhalten strafbar?

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12 Antworten

Vom rechtlichen Aspekt her dürftest du aus dem Schneider sein, da es offenbar keine Zeugen gab, die dich gehört haben. Da die Behörden offenbar zusätzlich von einem Unfall ausgehen, wird es wohl keine Ermittlungen gegen euch geben. Es wäre allerdings ein schwerer Fall von unterlassener Hilfeleistung gewesen, der zum Tod eines Menschen geführt hat. 

Mit dieser Schuld wirst du nun leben müssen, denn du hättest dieses Leben retten können. Stattdessen hast du sogar noch deinen blöden Spruch gerufen. Vielleicht hat eine derartige Herzlosigkeiz dazu geführt, dass das Mädchen keinen Sinn mehr in ihrem Leben sah und sie nicht mehr auf einer Welt mit so kalten und abscheulichen Menschen leben wollte. 

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Kommentar von Rechtsgelehrter
04.04.2016, 16:53

Ob er das Leben hätte retten können, sei mal dahin gestellt.

Wenn jemand wirklich sterben möchte, dann soll er das aus freien Stücken entscheiden und vollenden können. Er wird seine Gründe dafür haben nicht mehr leben zu wollen.

Allerdings sollte er auch bei seinen Freitod Respekt vor unschuldigen Dritten haben und nicht die "Robert Enke - Methode" wählen.

Also Dritte bei seinen Selbstmord mit rein ziehen, die dann einen Schock für ihr ganzes Leben haben.

Bei Enke ein Lokführer, bei dem vorliegenden Fall ein LKW Fahrer.

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Es gibt keine Verpflichtung, einem Menschen, der freien Willens seinem Leben ein Ende setzen will, davon abzuhalten. Der TB der unterlassenen Hilfeleistung wird dadurch nicht erfüllt.

Auch die Aufforderung dazu ist nicht strafbar. 

Es liegt von daher keine Strafbarkeit vor.  

Soweit die rechtliche Seite. Seelisch musst du selbst damit fertig werden, dass ihr einen Menschen in den Tod geschickt habt. 

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Kommentar von Rechtsgelehrter
04.04.2016, 17:02

Diese Verpflichtung ergibt sich eben sehr wohl aus § 323c StGB .

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__323c.html

Warum sonst schreitet die Feuerwehr und die Polizei ein, wenn ein Lebensmüder auf einem Hochhaus oder einer Brücke gesichtet wird und die Rettungskräfte entsprechend informiert werden?

Die haben einen Menschen nicht in den Tod geschickt. Denn dieser Mensch hätte unabhängig von diesen 3 Knalltüten den Asphalt geküsst.

Die dämlichen Sprüche der 3 Alkoholleichen haben der eh zum Freitod wildentschlossenen Frau endgültig gedeutet:  "Menschen sind Müll, ich springe."

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So einfach ist das nicht. In Betracht kommt hier nur eine unterlassenen Hilfeleistung nach § 323c StGB (so etwas wie Anstiftung oder Beihilfe zum Suizid gibt es nicht, da der Suizid an sich nicht strafbar ist)

Es gibt Juristen, die sagen es wäre unterlassene Hilfeleistung, wenn man jemanden nicht von der Selbsttötung abhält. Andere sagen es wäre keine unterlassene Hilfeleistung. Ihr habt euch aber nicht in JEDEM Fall strafbar gemacht (wie das hier einige in den Kommentaren schreiben).

Euer Verhalten war aber in jedem Fall moralisch verwerflich und selbst wenn ihr dafür nicht bestraft werden würdet, müsst ihr euer restliches Leben mit dem Wissen verbringen, dass ihr Mitverantwortlich an dem Tod eines anderen seid.

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Die Frage zielt konkret auf die Strafbarkeit ab. Etwaige andere Aspekte, wie die ethisch/moralische Verwerflichkeit sind nicht Gegenstand der Frage.

- Ihr seid Privatpersonen, keine Amtsträger mit besonderen Garantenstellungen. Unterlassene Hilfeleistung ist euch nur anzukreiden, sofern Euch ein Einschreiten "zumutbar" wäre. Wenn der Suizident an seinem Vorhaben festhält, ist dies sicherlich nicht der Fall. Ihr macht Euch allerdings der unterlassenen Hilfeleistung dann schuldig, wenn ihr ab dem Augenblick, wo der Todesbereite bewusstlos ist, nichts
unternehmt. Spätestens ab diesem Moment ist also jeder verpflichtet, den
Betreffenden wiederzubeleben und Hilfe zu rufen.

Soweit nur einmal in Kürze, die Thematik ist recht komplex. Zusammenfassend besteht jedoch kein Fall von unterlassener Hilfeleistung nach 323c StGB

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Kommentar von MarkusKapunkt
04.04.2016, 16:46

Die ethische und moralische Verwerflichkeit ist sehr wohl Gegenstand der Frage, denn - wie auch viele Juristen immer wieder vergessen - ist der einzige Sinn und Zweck von allen Gesetzen, Richtlinien, Ordnungen, Praragraphen, Artikeln, Absätzen etc. ein friedliches Miteinander unter ehtischen und moralischen Bedingungen für Jedermann zu gewährleisten. Wenn die ethischen Aspekte keinen Stellenwert mehr haben, ist eine gesellschaftliche Ordnung nicht mehr möglich, und auch alle Gesetzbücher könnte man dann in die Feuertonne werfen.

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Nein denn es konnte keiner wissen, dass sie springt. Aber der mit seinen Worten du machst es eh nicht der wird sein ganzes Leben damit leben müssen.

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Nein, strafbar habt ihr euch nicht gemacht.

Nur moralisch tief ins Klo gegriffen. Allein sich in einen betrunkenen Zustand zu begeben, könnte dümmer kaum sein.

Dann der Frau so etwas hinterher zu rufen ist grenzdebil. Aber einer unterlassenen Hilfeleistung habt ihr euch gerade nicht strafbar gemacht. Denn jeder kann behaupten von einer Brücke zu springen.

Allerdings sollte euch dieser Vorfall allen zu denken geben und aus euch grundsätzlich bessere Menschen machen.

Ich sehe hier § 323c StGB nicht als erfüllt an.

Bzw. hättet ihr erkennen müssen, ob gemeine Gefahr oder Not vorliegt. Zum Beispiel wenn die Frau direkt auf der Brüstung/dem Geländer stand oder saß.

DIe reine Äußerung sich umbringen zu wollen, mag noch keine unterlassene Hilfeleistung erfüllen, wenn man nicht einschreitet.

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/\_\_323c.html

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Ja es ist strafbar.
Aber fühlst du dich denn wohl damit? Du hättest sie aufhalten können und sie wäre jetzt noch am Leben. Ihre ganze Familie/Freunde weint jetzt wahrscheinlich um sie. Ich könnte niemals so weiterleben und würde mich selbst anzeigen. Außerdem wird das irgendwann eh rauskommen.

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Kommentar von dolores2101
10.04.2016, 08:25

Ich seh das auch so. Ihr wart zu dritt und hättet sie aufhalten können und Polizei und Krankenwagen rufen können. Wahrscheinlich hast du ihr mit dein dämlichen Spruch noch richtig angespornt zu springen. Schließlich hat sie euch noch vorher gesagt das sie springen will. 

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strafbar nicht, aber menschlich unter aller Sau ! Nun müsst ihr damit leben, dass ihr einem Menschen nicht geholfen habt, weil ihr zu besoffen wart,  sondern  das dieser Mensch nun tot ist. Vielleicht hättet ihr ihn, durch mit ihm sprechen, von seinem Vorhaben abhalten können. Das musst du mit deinem Gewissen vereinbaren.

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Ja, denn in Deutschland gibt es ein Gesetz, welches besagt, dass man Leute so etwas versuchen soll zu verhindern, wenn man eine solche Situation beobachtet.

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Natürlich

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Unterlassene Hilfeleistung

Soweit ich weis jedoch, gibt es sowas wie "Beihilfe zum Selbstmord" nicht, zumindest habe ich rechtlich davon nichts gelesen.

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Kommentar von furbo
04.04.2016, 19:06

Richtig. Beihilfe zum Suizid ist mangels der strafbaren Haupttat nicht strafbar. 

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Die Frage ist eher: Kannst du das mit deinem Gewissen vereinbaren?

Selbst wenn du der hackedichteste Mensch der Welt bist, sowas kannst du verdammte Axt nicht bringen!!

Und ja, das war unterlassende Hilfeleistung!

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