War die Sintflut nutzlos und schickt Gott deswegen keine mehr?

 - (Religion, Islam, Christentum)

Das Ergebnis basiert auf 37 Abstimmungen

Sonstiges... 45%
Es gab keine Sintflut! 29%
Wir zerstören selbst die Welt, dazu braucht es Gott nicht! 10%
Das Ende kommt bald! 8%
Ja! 5%

26 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Es gab keine Sintflut!

Die Sintflutgeschichte ist eine sogenannte aitiologische Erzählung, hat aber keinen Anspruch auf historische Authentizität. Es gibt weder geologisch nnoch historisch irgendeinen Beleg für eine weltweite Flut, die auch aus physikalischer Sicht absolut unmöglich ist - denn wo soll das ganze Wasser denn auf einmal hin sein? Redaktionsgeschichtlich ist es außerdem sehr wahrscheinlich, dass der Stoff der Sintflutgeschichte aus anderen Kulturkreisen inspiriert wurde, wie z.B dem Gilgamesch-Epos.

Zwar hat es in der Erdgeschichte tatsächlich mehrfach Zeitalter gegeben, in denen der Meeresspiegel weit über dem heutigen lag. Am höchsten lag er z.B. in der oberen Kreidezeit vor etwa 80 Millionen Jahren, als er durch untereseeische Vukane und die damit einhergehende Auffaltung des Meeresbodens bis zu 170m über das heutige Niveau gedrückt wurde. Auch im Eiszeitalter - also noch bis vor wenigen Jahrzehntausenden - schwankte der Meeresspiegel stark, wenn besonders viel Wasser im Eis der Gletscher gebunden war, lagen viele Landschaften, die heute unter dem Meer liegen, noch trocken. Doch dies ist alles viel zu lange her, um Eingang in irgendwelche historischen Schriften gefunden zu haben oder Menschen zu Geschichten zu inspirieren - die Leute aus der Zeit, in welcher die Bibel geschrieben wurde, hatten schließlich von geologischen Prozessen absolut keinen Dunst.

Möglicherweise gab es allerdings tatsächlich einen historischen Kern, der die Grundlage für diese Geschichte bildete. Auch in der jüngeren Vergangeneheit kam es zu regionalen Überflutungen, die sehr wohl katastrophale Auswirkungen haben konnten. Das Mittelmeer ist schließlich ein Ort heftiger geologischer Aktivität, dort kommt es immer wieder zu Erdbeben, Vulkanausbrüchen und damit auch zu Tsunamis - und die gewaltige Kraft einer solchen Flutwelle kann durchaus den Stoff für eine epische Katastrophengeschiche liefern.

Ein weiterer möglicher historischer Bezugspunkt ist die Flutung des Schwarzmeerbeckens: Als nach dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren die Gletscher schmolzen und der Meeresspiegel wieder anstieg, brach ein natürlicher Damm in der Gegend des heutigen Bosporus auf, sodass vom Mittelmeer kommend das Meerwasser in die tiefergelegenen Gegenden des heutigen schwarzen Meeres einströmte. So wurde ein gewaltiges Gebiet binnen kürzester Zeit überflutet - ein Gebiet, auf dem sehr wahrscheinlich auch Menschen lebten. Die Augenzeugen dieser Katatsrophe könnten ihre Geschichte ihren Kindern weitererzählt haben, die den Stoff dann Generation für Generation weitergaben, bis er zur Gilgamesch - bzw. Sintflutgeschichte adaptiert wurde.

Ganz ähnliche Überflutungsereigbisse fanden zu jener Zeit übrigens in sehr vielen Teilen der Welt statt, und so ist es sehr wahrscheinlich kein Zufall, dass wir ganz ähnliche Geschichten wie die in der Bibel auch in vielen anderen Kulturkreisen finden können.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium der Geschichts- und Religionswissenschaften
Sonstiges...

Wie bekannt ist, taucht die Sintflut-Geschichte in allen Kulturen auf. Sogar in Kulturen, welche keinen Kontakt mit anderen Kulturen hatten...

Wenn man nun andere Quellen heranzieht wie zB den Übersetzungen sumerischer Keilschriften eines Zecharia Sitchin in dessen Werken über Nibiriu und den Annunakis, wird die Herkunft jener biblischen Sintflut deutlicher - wenngleich auch mysteriöser und evtl. abstruser. Aber dies weisen ja die sumerischen Schrifttafeln aus, die davon berichten sollen, laut Sitchin...

In diesen werden zwar auch von Göttern erzählt, doch sind diese von greifbarer Form: Wesen (Annunakis) von einem anderen Planeten namens Nibiru. Diese sollen laut den sumerischen Schrifttafeln bzw. lt. Sitchins Übersetzungen am Ende ihres Aufenthaltes auf unserem Planeten für eine Sintflut durch ihre Technologie gesorgt haben. Es wird hierbei auch ein Bezug zum AT hergestellt, sprich die Verbindung jener Annunakis und den biblischen Personen wie zB zu Noah und anderen...

Hier wird auch die Herkunft eines Adam(a) erzählt...

Hochinteressant...

Gruß Fantho

Woher ich das weiß:Recherche

Sitchin ist nicht unbedingt seriös...

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@joerosac

Sagen wir es mal so: Er wird von der Mainstream zerrissen....

Die Mainstream jedoch interessiert mich nur in der Weise, dass ich sie wahr-, aber nicht immer ernst nehme...

Die Prä-Astronautik wird ja von der Mainstream-Archäologie (noch) nicht ernst genommen...

Wie dem auch sei, die vorchristlichen sumerischen Keilschriften bzw. Schrifttafeln sind ja existent und echt...und die Überseztungen sicherlich mühevoll gewesen, sodass man dessen Arbeit durchaus respektieren könnte...

Um zu überprüfen, ob Sitchin recht hatte bzw. korrekt übersetzte, müsste man was?

Korrekt: Selber die Schrifttafeln übersetzen (lernen)...

Es gibt jedoch noch einen anderen Autor, der hier weiter recherchiert hat. Leider ist mir dieser entfallen...da ich nach Sitchin mich des Themas nicht mehr gewidmet habe...

Servus und

Gruß Fantho

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@Fantho

Ich werde mich jedenfalls drum kümmern, danke!

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Zecharia Sitchin wird einzig und allein deshalb von der Fachwelt nicht ernstgenommen, weil er kein Historiker ist, sondern Wirtschaftsökonom. Seine Sprachkenntnisse über das Sumerische hat er nicht etwa an einer Hochschule in Form einer wissenschaftlichen Ausbildung gelernt, sondern sie sich autodidaktisch und lediglich oberflächlich angeeignet. Er war also lediglich ein mäßig begabter Heimwerker, aber kein Facharbeiter auf seinem Gebiet.

Das, was er so alles "herausgefunden" haben will, basiert auf Schriften, die von ihm nachweislich falsch übersetzt wurden. Sitchin war einfach ein Autor mit einer blühenden Fantasie und ausgezeichneten Geschäftssinn, der durch seine pseudowissenschaftliche Unterhaltungsliterstur zum Multimillionär geworden ist. Das ist aber das einzige, das man an ihm bewundern könnte.

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@MarkusPK
Seine Sprachkenntnisse über das Sumerische hat er nicht etwa an einer Hochschule in Form einer wissenschaftlichen Ausbildung gelernt, sondern sie sich autodidaktisch und lediglich oberflächlich angeeignet.

Wer ist die Fachwelt? Diejenige, die die Schrifttafeln nie übersetzt hat?

Man muss nicht immer eine Hochschule besucht haben, um sich etwas beizubringen. Einen Autodidakten deswegen herabszustufen, ist zu billig....

Zweitens ist es nicht immer gesagt, dass das Gelehrte in den Hochschulen auch das Korrekte ist: Siehe zB Evolutionstheorie Darwins, archäologsiche Geschichte, Geologie, Medizin (Hirntod) etc. Immer mehr Ungereimtheiten kommen zuförderst...aber lassen wir das...

Ob dessen [Sitchin] Kenntnisse oberflächlich waren, entzieht sich meinen Kenntnissen. Und ich nehme mal an, auch Deinen, denn Du kanntest ihn sicherlich auch nicht, oder kennst die sumerischen Keilschriften. Wieder etwas zu einfach, diese Argumentation. Des Weiteren erwähnte ich von einem mir leider entfallenen Autor, welcher eine genauere Übersetzung geliefert haben soll.

Letztendlich blieb es auch bei diesem Autor in den Kernzügen bei dieser Geschichte, die bereits Sitchin 'erzählte'...

Das, was er so alles "herausgefunden" haben will, basiert auf Schriften, die von ihm nachweislich falsch übersetzt wurden.

Kannst Du den Nachweis erbringen?

Sitchin war einfach ein Autor mit einer blühenden Fantasie und ausgezeichneten Geschäftssinn, der durch seine pseudowissenschaftliche Unterhaltungsliterstur zum Multimillionär geworden ist

Das ist jetzt reine Polemik! Darauf gehe ich nicht ein, zumal man hier einen unterschwelligen Neid herauslesen könnte...

Aber ich weiß: Alle sog. 'Anti-Esoteriker' halten alle Geld verdienenden Esoteriker für verwerflich. Diese (letztere) sollten stattdessen ihr 'Geschäft' unentgeltlich zur Verfügung stellen...

Und ein Millionär ist schon mal gleich suspekt...vor allem, wenn dieser aus der Prä-Astronautik-Szene entstammt...

Zu guter Letzt: Hast Du je eines seiner Werke gelesen?

Gruß Fantho

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@Fantho

Ich sehe ja, dass du ein Fan bist. Darfst du ja auch gern bleiben. ;-)

Nur wenn du obskures Laienwissen profunder wissenschaftlicher Fachausbildung bevorzugst; und so wie du hier ständig als Zweifler an Evolution und Geschichte auftrittst, darfst du dann bitte keine Diskussionsbereitschaft von mir erwarten. Mein Kommentar diente lediglich dazu, deinen Beitrag zu relativieren und potenziellen Lesern ins Gedächtnis zu rufen, dass man stets hinterfragen sollte, was man so liest. Ich wollte hier niemanden von irgendwas überzeugen, und mich auch nicht mit dir über unsere Ansichten austauschen.

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Sonstiges...

Selbstverständlich gab es keine Sintflut, zumindest nicht eine, die auch nur annähernd den biblischen Geschichten gleichen könnte.

Allerdings gibt es wirklich interessante Forschungen bzgl einer möglichen Überschwemmung weiter Teile des heutigen roten Meeres (hrm Geographie schwach, ich weiß gerade nicht sicher ob es wirklich das rote Meer war), die sehr schnell und mit viel Wasser einher gegangen sein könnte (gibt wohl Siedlungsreste unter Wasser). Da die Bibel natürlich Geschichten eines sehr begrenzten (für heutige Verhältnisse) geographischen Raumes enthält, wobei Ararat dann natürlich nicht passt) - könnte eine solche Überschwemmung den Menschen damals natürlich wirklich so schlimm vorgekommen sein, wie die Geschichten andeuten und dann hat diese Geschichte einen wahren Kern (auch wenn der nix mit Göttern zu tun hat ;)).

Aber nähmen wir mal an, diese Story, wie sie die Bibel beschreibt und auch die Gründe Gottes wären richtig, dann jein. Die Rachsucht wurde dadurch womöglich befriedigt, denn die Menschen, die es gewagt haben, sich seiner Diktatur nicht zu unterwerfen sind dadurch allesamt krepiert - Teil 1 also ja. Da die Menschen danach aber wieder genauso geworden sind, heute angeblich schlimmer denn je - nun, so gut kann es nicht funktioniert haben, die Menschen Gottesfurcht zu lehren, also Nein. Insgesamt also ein Jein ;).

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