War die Entscheidung des ehemaligen Präsidenten Harry Truman, die Atombomben abzuwerfen, unethisch?

13 Antworten

Harry Truman war Präsident der Vereinigten Staaten und als solcher in der Pflicht, nach besten Kräften das Überleben seiner Landsleute zu sichern. Es war nicht seine Aufgabe, sich um das Leben der Zivilbevölkerung seiner Kriegsgegner zu sorgen, die in diesem Krieg übrigens der Angreifer waren.

Da Japan zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Kapitulationsbereitschaft signalisiert hatte, wäre die einzige Alternative zum Bombenabwurf eine Invasion der japanischen Heimatinseln mit konventionellen Streitkräften gewesen. Tatsächlich war eine solche Invasion bereits in der Planung: siehe Operation Downfall.

Da man für den Fall einer solchen Invasion von verheerenden eigenen Verlusten ausging, war der Einsatz der Atombombe eine absolut legitime Entscheidung, die sehr vielen Amerikanern das Leben gerettet hat. Man kann darüber streiten, ob der zweite Abwurf auf Nagasaki unbedingt nötig gewesen wäre, aber der Ersteinsatz bei Hiroshima war IMO gerechtfertigt.

Im ersten Absatz beschreibst du politisches Handeln. Es war aber nach der Ethik des Handelns gefragt ...

Die Bombe auf Nagasaki war IMHO in KEINER Weise gerechtfertigt.

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@earnest

Wie hätte denn IYHO eine ethische Lösung der Situation damals ausgesehen?

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@Indecisive

IMHO hätte der Herr Präsident noch ein Weilchen abwarten können, bevor er die zweite Bombe werfen ließ.

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Mag sein, dass die Entscheidung unethisch gewesen ist.

Was sie auf jeden Fall war: Ein Kriegsverbrechen!!!

Zum einen Stand Japan bereits vor der Kapitulation und hätte diese auch ohne die Bombenabwürde nur wenige Tage später unterzeichnet.

Und zum anderen waren die Bombenabwürfe EXPERIMENTE! Wie sonst liesse sich erklären, dass die Hirsohima-Bombe Uran und die Nagasaki-Bombe Plutonium beinhaltete? Man wollte ganz klar die Unterschiede in der Sprengwirkung sehen.

Ausserdem ist der Einsatz jeglicher Massenvernichtungswaffe ein Kriegsverbrechen, da hierbei IMMER die unschuldige und unbeteiligte Zivilbevölkerung getötet wird.

Nicht vergessen sollte man auch folgendes: Wenn nicht das Deutsche Reich zum Zeitpunkt der Abwürfe bereits kapituliert hätte, wären die ersten beiden Atombombenabwürfe der Welt vermutlich auf Berlin und eine andere deutsche Großstadt erfolgt.

Nach heutiger Sicht.

Damals gab es aber die Abmachungen über die Massenvernichtungswaffen noch gar nicht. Das Kriegsrecht hat sich bis dahin nur auf die Kriegsteilnehmer (Kombattanten) und nicht auch auf die Zivilbevölkerung bezogen.

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@Jaridien

Spielt keine Rolle ... denn Trueman hätte nach der allerersten Atomexplosion überhaupt sofort die Entwicklung einstellen können und sagen können: "Man muss nicht alles entwickeln an Waffen, was man auch entwickeln kann". Daher war das aus damaligen Standpunkt auch schon Massenmord und Kriegsverbrechen

Ich kennen die Genfer Konventionen ziemlich genau ;-)

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@Traveller5712

Es ist müßig, sich über vergangene Entscheidungen und deren Rechtfertigung zu streiten. Die Büchse der Pandora war geöffnet, und das konnte auch nicht zurückgeholt werden.

Vermutlich hätte Truman den Einsatz theoretisch verhindern können, aber es gab ja auch - aus damaliger Sicht - gute Argumente für den Einsatz.

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@Jaridien

Wer streitet hier? Der Fragesteller hat genau nach diesem Thema gefragt!

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Diese Entscheidung war genauso unethisch wie die Flächenbombardement im 2. Weltkrieg einschließlich der Bombardierung in England oder während des spanischen Bürgerkriegs.

Der Schutz von Zivilbevölkerung im Konfliktfall ist deswegen auch nach dem 2. Weltkrieg durch das Genfer Abkommen nochmals deutlicher betont worden.

Jede Art von Terror gegen die Zivilbevölkerungen ohne militärischen Nutzen ist unethisch. Die Briten und Amerikaner haben Deutschland noch weitaus schlimmer bombardiert, mit über einer Million Toten. Auch Japan wurde lange vor den Atombomben bereits massiv flächenbombardiert, ein paar Jahre später auch Nordkorea.

Es wurde sicher das Leben von sehr vielen Amerikanern dabei gerettet. Die Schlachten von Okinawa und Iwo Jima haben den Amerikanern gezeigt, was sie zu erwarten hätten, bei einer Invasion der 4 Hauptinseln Japans.

Die Japaner haben übrigens auch als sie Nanking in China bombardierten, keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung genommen.

Die Antwort drückt sich an der Frage vorbei.

Der zweite Absatz ist Whataboutismus.

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