War die Arbeit in früheren Zeiten wirklich wesentlich stressfreier so wie viele das behaupten?

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6 Antworten

Ich würde diese Frage mit Ja beantworten, zumindest für mich persönlich. Ich gehe jetzt noch nicht auf die 100 zu, aber als ich anfing zu arbeiten, hatte ich positiven Stress, kann hier auch für meinen Mann sprechen. Man ging halt morgens arbeiten. Es gab so gut wie keine Arbeitslosen, man hatte auch mit einem Hauptschulabschluß immer noch Chancen, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Die Worte "Mobbing" oder "Personalresourcen" gab es nicht im normalen Sprachgebrauch und ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich als junge Frau jemals unter Arbeitskollegen oder unter ständigem Druck durch den AG gelitten hätte. Heutzutage brauchst Du für die meisten Berufe mindestens Realschulabschluß und einen Guten! Allein wenn ich die Anzeigen so lese: "Stressfest" ist ein sehr beliebtes Wort in den Stellenannoncen. Wenn mein Mann früher krank war, war er halt krank. Heutzutage wird er nach mehrwöchiger Erkrankung in der Firma von der Personalabt. bezüglich Wiedereingliederung angeschrieben - was soll das? Ich könnte wetten, dass das vielen Arbeitnehmern auch schon wieder Stress bereitet und Stress wiederum macht krank. Ich würde um mehrere 1.000 Euro wetten, dass sich heutzutage viele gar nicht mehr trauen, einfach zuhause zu bleiben und wenn es ihnen gesundheitlich noch so schlecht geht - sie könnten ja gekündigt bekommen. Und ich bin der Ansicht, es wird zunehmend schlimmer - in unserer Gesellschaft wirst Du ja nur anerkannt, wenn Du eine große Wohnung hast, natürlich ein Auto oder auch 2, immer gut angezogen und entsprechend musst! Du verdienen. Zufriedener werden wir dadurch ganz bestimmt nicht. lg Lilo

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Kommentar von LiselotteHerz
29.08.2015, 10:49

Noch ein kleines Beispiel: Als mein Sohn noch in der Grundschule war, gab es immer mal kleine Feste im Freien, wo auch die Eltern anwesend waren. Da gab es jedesmal mindestens 4 Männer, die während des ganzen Nachmittags mit ihrem Handy oder ihrem Laptop beschäftigt waren, stundenlange Telefonate, Verhandlungen - konnte nicht umhin, das mitanhören zu müssen. Früher hatte man einfach frei, wenn man nicht in der Firma war. Jetzt stehst Du in bestimmten Führungspositionen ständig unter Strom.

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Meiner eigenen Erfahrung nach sind die modernen Kommunikationsmittel Fluch und Segen zu gleich.
Bei mir auf der Arbeit sind z.B. alle per Skype vernetzt, das ist schon sehr praktisch.
Anderseits kann es auch sehr nervenaufreibend sein, wenn man sowieso schon gestresst ist weil etwas unter Zeitdruck fertig werden muss, und dann ständig nebenbei noch Skype-Nachrichten beantworten muss.
Das war früher sicher stressfreier.
Weiterhin war früher Urlaub wirklich Urlaub, und Feierabend war Feierabend. Das ist heute mitunter auch nicht mehr so...

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Natürlich war die Arbeit früher nicht so hektisch, es gab ja die modernen Kommunikationsmittel nicht, früher wurden Aufträge schriftlich bestellt, schriftlich bestätigt, die Ware ging dann per Bahn Stückgut zum Kunden, wenn es mal eilig war, per Bahn Expreß. Früher brauchte eben alles seine Zeit, man kam nicht auf die Idee wegen Termine Wirbel zu machen, vorausschauende Planung war früher wichtiger, man hat sich mit den Terminen abgefunden. Man hatte den Eindruck, der Kunde war froh wenn er seine bestellte Ware bekommen hat, die Wirtschaft hat floriert, das Personal war knapp, Arbeitslosigkeit gab es so gut wie keine. Früher mussten eben die Leute körperlich mehr Einsatz bringen als heute, die technischen Helfer waren damals noch rar und es stand nicht in jeder Ecke ein Gabelstapler.

Heute rennt alles umher, überall wird etwas vergessen,  daher wird zigmal hin und her telefoniert, alles ist brandeilig weil niemand mehr Geduld hat und "abwarten" kann niemand mehr. Da haben uns die Leute in Sibierien oder Alaska vieles voraus, wenn die etwas vergessen, ist es eben so, man kann sich da nicht um die Ecke etwas nachkaufen.    

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Vor der Insdustrialisierung war die Arbeit bestimmt stressfreier, aber auch arbeitsintensiv und die Wochenstunden waren im Vergleich zu heute wesentlich hoeher.

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Kommentar von LiselotteHerz
29.08.2015, 10:56

Als ich anfing zu arbeiten, gab es noch die 42-Stunden-Woche. Ich war zwar körperlich müde, aber es hat mich nicht belastet.  Wenn mein Mann heute nach einer 35-Stunden-Woche nach Hause kommt, darf man ihn Freitag abends nicht immer gleich ansprechen - Stress wegen Vorgesetzten und Kollegen ohne Ende und dazu kommen natürlich auch noch die Probleme mit unserer fortschrittlichen Technik - mein Mann ist Systemprogrammierer.

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"Die Arbeit" gibt es nicht - es gab und gibt immer Berufe, die angeblich "Spaß"? machen (wie verlogen ist DAS denn?)  und solche mit ungeheurem Leistungsdruck (früher beispielsweise Akkordarbeit (Stückzahlen...)). Bei langweiligen Bürojobs gibt es so etwas wie "negativen Stress", also dauerhafte Unterforderung...

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Stressfreier bestimmt, aber dafür meist schwerer.

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