War der größte Fehler der Menschheit bisher der, dass sie damals nicht alle eine gemeinsame Sprache entwickelt haben?

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15 Antworten

Nicht wenige nehmen sogar an, dass es mal (in grauer Vorzeit) eine gemeinsame Sprache gab (Präteritum). Diese hatte sich dann in Laufe der Wanderungen der Menschen in mehrere auseinanderentwickelt. Und diese Varianten haben sich weiter auseinanderentwickelt. Usw.

Natürlich können wir keine "Ursprache" rekonstruieren, aber wir können in kleineren "Umkreisen" Sprachen (partiell) rekonstruieren, die zeitlich nicht ganz so weit zurückliegen. In unserem Umfeld hatte man erst einmal "Germanisch" rekonstruiert, und später dann (unter Zuhilfenahme der damals stärker untersuchten nordindischen Sprachen) "Indogermanisch".

Inzwischen macht man auch dort nicht halt, sondern sucht nach Gemeinsamkeiten in älteren, noch weiter zurückliegenden Einheiten (die dann auch "Uralisch" und andere Sprachfamilien gemeinsam mit "Indogermanisch" umfassen).

Sprachen entwickeln sich sowohl durch Bewahrung (alter Elemente) als auch durch Innovation (das "Erfinden" neuer Elemente). Auch phonetische Prozesse (Lautwandel) spielen eine Rolle.

Manchmal ist es recht faszinierend, weitreichende Kontexte zu entdecken (wer sich eingehend mit Finnisch befasst, und dann auch wenig "Sekundärmaterial" liest zu einigen sibirischen oder nordamerikanischen Sprachen, dem werden einige Dinge auffallen). Sicher ist das etwas "freaky", weil hierbei auch völlig "exotische" Sprachen eine Rolle spielen, aber es ist gewissermaßen ein Blick in eine Vergangenheit, der uns einiges verrät.

Früher war nicht der Atlantik (Kolumbus) das "Tor zur Neuen Welt", sondern Sibirien. Sehr dünn besiedelt, und dennoch auch schon früher von verschiedenen Menschen durchquert, auf der Suche nach neuen Fisch- und Jagdgründen. Oder auf der Suche nach Raum für die Rentiere, die später ein wichtiger Faktor wurden.

Natürlich haben die verschiedenen Menschen immer wieder Neues entdeckt (und neue Wörter "erfunden" oder konstruiert), dennoch erkennt man immer wieder Gemeinsamkeiten (wo man sie nicht vermuten würde).

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Kommentar von Deponentiavogel
16.08.2016, 22:33

Die Theorie einer über dem Indogermanischen stehenden Ursprache ist aufgegeben worden.

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Zu der Zeit, als die Menschen begannen sich durch Sprache untereinander zu verständigen, wußten z.B. Europäer nichts von Asiaten, Amerikanern, Afrikanern, Australieren uns andersherum. Man war auf einen Umkreis von wenigen 100 km beschränkt und konnte natürlich nur mit den Menschen kommunizieren, die innerhalb dieses "erreichbaren" Radius lebten und konnte natürlich nur mit denen eine Sprache "vereinbaren". Hätte man in der Frühzeit des Menschen schon das Internet gehabt, wäre das sicher anders gelaufen.....^^

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Kommentar von OlliBjoern
16.08.2016, 21:20

Ich denke, dass die Menschen schon recht früh sprechen konnten (in Afrika), und dass die erste Diversifizierung innerhalb von Afrika auftrat, und dann später auch in der Bewegung "out of Afrika".

Es gibt weitreichendere Zusammenhänge, als man gemeinhin (in der klassischen Sprachklassifikation, die sehr konservativ ist) lehrt. Das "europäische" Finnisch hat einige Elemente, die sich auch in sibirischen Sprachen finden, und sogar einige, die sich auch in nordamerikanischen Sprachen (Algonkin) finden, natürlich haben alle diese Sprachen auch eigene Innovationen.

Das Wort für "Falke" ist im Russischen (sokol) und mehreren (!) nordamerikanischen ("Indianer") Sprachen sehr ähnlich. Natürlich muss man immer mit dem Phänomen der Entlehnung rechnen.

Europäer sind nicht einheitlich, und gerade bei Finnen, und Völkern, die enge Kontakte mit finnischen Völkern hatten (z.B. Russen), kann man solche alten Verbindungen finden. Ein Wort für "blau" ist im Russischen und Finnischen (sininen) ähnlich, während es in südslawischen Sprachen vom Russischen abweicht.

Finnen und Ungarn sind "Neuankömmlinge" in Europa, sie haben alte Verbindungen mit dem Uralgebiet.

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Nein. Eine Sprache entwickelt man nicht von oben nach unten, eine Sprache entwickelt sich von selbst. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass es einmal eine mehr oder weniger homogene Sprache gegeben hat, aber da sich die Menschen über die ganze Erde verteilt haben und oft jahrtausende ohne Kontakt zur Außenwelt waren, haben sich die Sprachen immer weiter voneinander entfernt. Außerdem sind Sprachbarrieren häufig eines der kleinsten Probleme bei der Verständigung zwischen verschiedenen Gruppen. Kulturelle und religiöse Unterschiede haben deutlich gravierendere Auswirkungen.

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Die deutsche Sprache existiert seit Jahrhunderten.. Wie sollte man sich denn Weltweit beispielsweise in Zeiten des Mittelalters weltweit verständigen und wie sollte man eine einheitliche Sprache festlegen und verbreiten?

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Stellt euch vor wieviel besser das Leben wäre...

Nein, das stelle ich mir lieber nicht vor!

Denn durch Sprachen werden auch Denkweisen und Traditionen formuliert - und es wäre schrecklich langweilig, wenn die gesamte Menschheit gleich wäre.

Außerdem kann man nicht von einem Fehler der Menschheit sprechen, da ja nicht irgendwann einmal etwas diesbezüglich entschieden, beschlossen wurde.

Wenn du dir entsprechende Karten ansiehst, wann welche unserer Vorfahren wo gelebt haben, dann ist es völlig logisch, dass verschiedene Sprachen entstanden.
Sie wurden nicht bewusst und gezielt entwickelt, wie Esperanto oder auch die Computersprachen.

Und noch zum Schluss - was sollten all wir Sprachler machen, die wir Spaß daran haben, fremde Sprachen zu lernen und zu sprechen?? :-)

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Ach und wie sollte das gehen? Selbst Nord- und Süddeutschland sprechen in ihren Dialekten so verschieden dass sie sich gegenseitig nicht verstehen.

Der größte Fehler war, dass jemand geplante Obsoleszenz entwickelt hat.

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Seit der Menschheitsentwicklung gab es Misstrauen unter den Menschen.
Durch Geheimsprachen entwickelten sich verschiedene Sprachen und so konnten Gegner abgehalten werden und dienten zur Sicherheit.unter den Völkern.

In der heutigen Zeit ist englisch fast in jeden Land der Erde verständlich und trotzdem das Leben unter den Völkern nicht besser, so wie Du Dir vorstellst.

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Kommentar von boneclinks
16.08.2016, 18:50

Es wird immer einen Unterschied geben zwischen "eine Sprache ist verständlich" und "das ist meine Muttersprache"

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Kommentar von OlliBjoern
16.08.2016, 21:24

Es gab/gibt Geheimsprachen (man spricht auch von "Argot" = "Gaunersprache"). Gibt es auch heute noch.

Ob dies die Haupttriebfeder für die Entwicklung von neuen Sprachen war, da habe ich meine Zweifel. Vielleicht ein Element von mehreren.

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Das war kein Fehler sondern eher Zufall. Wäre zwar cool, aber ich denke mal das es nicht unbedingt nötig ist.

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Kommentar von OlliBjoern
16.08.2016, 20:59

Naja, es war nicht nur Zufall. Sagen wir mal, eine Gruppe von Menschen hatte eine neue Art Getreide entdeckt (die den anderen unbekannt war). Also musste ein neues Wort her.

Die andere Gruppe hatte vielleicht eine neue (und leckere) Fischart entdeckt. Wieder andere hatten eine neue Technik entdeckt (wie man ein bestimmtes Werkzeug herstellt). All das musste irgendwie kommuniziert werden.

Und es wurde erst mal nur im engen Umfeld kommuniziert. Wichtige Sachen verbreiteten sich weiter, nicht ganz so wichtige blieben in der kleinen Gruppe.

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Hatten sie doch. 

Nur der EINE musste wieder alles kaputtmachen. Siehe Turmbau zu Babel.

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Nein. 

Auch dann würde es Kriege geben. 

Der größte Fehler der Menschheit ist einfach nichts daraus zu lernen. 

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Kommentar von boneclinks
16.08.2016, 18:59

Klar lernen wir. Jeder Krieg ist die Grundlage für die Entwicklung besserer Waffen und Verteidigungsstrategien

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Nun, dann wäre die Welt sehr langweilig!

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Nein.

Wie stellst du dir das in der Praxis vor? Die australischen Aboriginals in telepathischem Kontakt mit den Maya oder den Inuit? Telepathisches Super-Learning?

Die Aboriginals lernen dann 40 verschiedene Bezeichnungen für Schnee? Und die Inuit die Namen der Wüstenpflanzen?

Gruß, earnest

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Ich glaube, der größte Fehler war es, das Finanzsystem zu erfinden... Das macht auf der Welt mehr Schaden, als ein unverstandenes Wort...

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Nein, lernen bildet.

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Ne, würde ich nicht sagen

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