War das Samuraischwert das Katana immer der Garant für Japans Unabhängigkeit?

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5 Antworten

Katana: Das tragen des Schwerterpaars (daisho) war zumeist ein Privileg der Samurai, so dass keineswegs jeder Japaner über ein Schwer verfügte.

Zwar war einigen Personen das tragen von Kurzschwertern oder anderen Waffen wie etwa der Naginata erlaubt - eine kollektive Bewaffnung mit Katana gab es jedoch nicht.

Mongolen: Im Fall der zweifach fehlgeschlagenen Mongoleninvasion war es nicht die Angst vor japanischen Klingenwaffen, sondern der Legende nach die Wetterbedingungen (die als "göttliche Winde" verehrten Taifun), die eine Invasion verhinderten.

Pazifikkrieg: Den US-Truppen gelang es unter anderem auch, die Insel Iwo Jima zu besetzen. Damit erreichen die US-Truppen zwar mit Bodentruppen nicht gleich die Hauptinseln, wohl aber eine Inselkette die zu Japan gehört.

Es ist offenbar korrekt, das Japan eine Art "Volkssturm" für den allerletzten Verteidigungsfall mobilisiert hat - Bauersfrauen mit Bambusspeeren wären allerdings sicher kein ernstzunehmender Feind für die Feuerwaffen der USA gewesen.

Schwerter im Pazifikkrieg: Zu Zeiten des Pazifikkriegs waren die Streitkräfte der Kaiserlich Japanischen Armee auf jedes Stück Stahl für Panzerung und Feuerwaffenbau angewiesen.

Daher trugen Offiziere oft lediglich maschinell hergestellte Katana - diese Militärschwerter (Gunto) waren oft Massenware und keineswegs besonders mystisch

Bushido: Die Idee des Bushido - der Ehrenkodex der Samurai, wurde vor allem im Tokugawa-Shogunat ausformuliert.

Damals war das Land jedoch bereits vom Shogun gewaltsam zum Frieden gezwungen worden, so dass man genug Zeit hatte herumzuphilosophieren. Er beeinflusste die großen Schlachten des japanischen Altertums weit geringer, als oft angenommen wird.

Bushido im Pazifikkrieg: Ebenso wie die die NS-Propaganda die "Rassenlehre" und den Opferwillen für den Führer nutze, um Überlegenheitsdenken und Durchhalteparolen verbreiten zu können, gab es auch entsprechendes Gedankengut im faschistischen Japan.

Die Reinheit der japanischen Rasse, der Tenno als göttliches Wesen und die Ideale des Bushido, wurden genau so als Propagandamittel zur Indoktrination genutzt. Das führte zu den grausamen und sinnlosen Selbstmordmissionen - alles unter dem Deckmantel des totalen Gehorsams und Bereitschaft zum Tod der Bushido-Lehre.

Kriegsverbrechen Japans: das faschistische Japan beging zahlreiche Kriegsverbrechen - grausame medizinische Menschenversuche, Zwangsprostitution von Frauen ("Trostfrauen"), Massaker an Soldaten und Zivilisten ("Nanking-Massker").

Während die Japaner tatsächlich von irgendeinem edlen, romantisch verklärtem "Samurai-Denken" beeinnflusst gewesen, hätten sie solche Grausamkeiten sicher nicht begangen, oder?

Fazit: Die unterschiedlichen japanischen Schwerter sind lediglich Waffen und der Bushido, der wesentlich erst in der Friedenszeit des Tokugawa-Shogunat genauer definiert wurde, geschichtlich längst nicht so bedeutend, wie man meint.

Persönliche Meinung: Spricht man heute davon, dass die angebliche japanische "Wirtschaftsarmee", die bis zur tödlichen Überarbeitung (karoshi) arbeiten soll, den Bushido-Geist pflegt, meint damit eher, ohne es zu wissen, eigentlich eine faschistische Selbstaufopferungs-Ideologie des 20,. Jahrhunderts

Das Katana spielte in der japanischen Militärgeschichte bei weitem keine so große Rolle wie es in Hinsicht auf die Kultur der Fall ist. Japan wurde im 13. Jahrhundert mehrfach von den Mongolen vergeblich attackiert, wobei jedoch eher das Wetter eine geglückte Invasion verhinderte. In den 1850er Jahren war dann jedoch auch Schluss mit der Ankunft der "schwarzen Schiffe" unter Perry. Die Tatsache, dass Japan ansonsten selten Ziel militärischer Eroberungszüge war ist wohl, dass es wenig interessantes zu bieten hatte. Fischreiche Meeresgebiete hatten seine Nachbarn (Russland, China und Korea) zu Genüge und an Bodenschätzen ist Japan auch nicht gerade reich. Erdbeben, wiederkehrende Überschwemmungen und eine damals dicht bewaldete Insel mit zahlreichen Gebirgsformationen, die den Großteil des Landes landwirtschaftlich beinahe unbrauchbar machten, ließen Japan nicht gerade als Eroberungsziel erster Wahl erscheinen.

Kurzum, bis auf die Mongolen, christliche Missionare und ein paar "westliche Barbaren" hatte Jahrhunderte lang kaum einer Interesse an diesem kleinen Inselreich mit seinen kauzigen Bewohnern. Machtpolitisches Desinteresse war letztendlich schärfer als jedes Schwert.

Nein. Es war ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Zum einen war es die Diziplin bis zum Tode zu Kämpfen dazu empfehle ich Tzun Tzu´s kriegskunst. Die Ausbildung und Taktische Kriegsführung die schon sehr sehr früh begann und mit täglichen Übungen bis zu 12 stunden dauerte. Und die technische Fortschrittlichkeit. Dazu emphele ich den Film last Samurai es ist zwar ein Film unecht spezialeffects usw aber dieser stellt den vergleich der modernen waffen (Damals) gegen die perfektionierte kriegsführung zu fuß und Pferd dar. Es geht nichts über eine Körperlich taktische und Disziplinierte Ausbildung ist auch heute noch so. Das der Soldat der 15 Jahre im Dienst ist und sein Leben bereit ist zu geben Effektiver entschlossener Mutiger Kämpft als der rekrut der lieber Fliehen möchte. Ergo die Einstellung ist die halbe miete. Aber das lernst du schon in den ersten paar kampfsportschulen... wenn sie gut sind.

Laufvogel 04.09.2014, 18:45

Zum einen war es die Diziplin bis zum Tode zu Kämpfen dazu empfehle ich Tzun Tzu´s kriegskunst.

Ich kenne Sun Tzu´s Werk und finde es in diesem Zusammenhang als sehr unpassend. Sun Tzu betrachtet den Krieg makroskopisch und geht nicht sonderlich ausführlich auf den individuellen Soldaten ein. In diesem Vergleich wäre Yamamoto Tsunetomo´s "Hagakure" viel besser geeignet, zumal zeitgenössisch.

Und die technische Fortschrittlichkeit.

Das waren die Samurai zu keinem Zeitpunkt, außer in den wenigen Jahren nach Einführung der Teppo als Nachbau und Weiterentwicklung europäischer Feuerwaffen.

dieser stellt den vergleich der modernen waffen (Damals) gegen die perfektionierte kriegsführung zu fuß und Pferd dar. Es geht nichts über eine Körperlich taktische und Disziplinierte Ausbildung

Außer vielleicht eine in drei Reihen gestaffelte Schützenlinie mit Luntenschlossgewehren. Bei der Schlacht von Nagashino haben knapp rekrutierte 3000 Bauern mit eben jeden Luntenschlossgewehren die berühmteste und schlagkräftigste Kavallerie niedergemacht. Die Takeda verloren so mal eben 10000 Mann. Auch im von dir genannten Film "Last Samurai" wird hübsch verschwiegen, dass der echte Katsumoto (Saigo Takamori) sehr wohl auch mit Feuerwaffen kämpfte. Nur beim letzten Gefecht entschied er sich zum Verzicht auf Feuerwaffen- um ehrenvoll wenigstens "mit Stil" vernichtet zu werden.

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Chinesen sind wohl gekommen aber besiegt worden. Ja die Japaner waren wohl selbst einmal von China. Mongolen waren nur so gut, wegen ihren Pferden. Mit Schiffen hatten die nichts am Hut, deswegen kamen die auch nicht. Andere haben wohl einfach die Inseln nicht gefunden oder erst ganz spät als Japan schon ziemlich stark war und nicht so leicht wie typische Kolonien unterworfen werden konnte.  Also haben die Zufallsseefahrer andere Länder ausgesucht --- z.B. Philipinnen.

sie hätten jeden Ausländer der an den Strand gekommen wäre sofort damit schreiend in Stücke geschlagen

Ähm, nein, Blödsinn. Japaner stehen nicht nonstop mit gezücktem Schwert am Strand, um Eindringlinge in Stücke zu hacken. Es hat ja nicht mal jeder Japaner ein Schwert gehabt.

War das Katana der Grund dass Japan immer frei blieb ?

Nein. Das Katana ist nur eine Waffe.

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