War das ein Derealisationserleben?

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2 Antworten

Depersonalisation (Fremdheitsgefühl gegenüber eigenem Körper) und Derealisation (Fremdheitsgefühl gegenüber der Umwelt) unterscheiden sich in diversen Punkten von einer Psychose.

Bei einer Depersonalisation und/oder Derealisation ist die Realitätsprüfung in Takt. Der Betroffene weiss, dass er darunter leidet. Er weiss, dass diese Gefühle nicht "normal" sind. Bei einer Psychose hingegen realisiert der Patient nicht, dass er krank ist. Er kann nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden.

Solange du also weisst, dass diese Gefühle nicht normal sind, dass es eine Realität ausserhalb deiner Gefühlwelt gibt, hast du keine Psychose (mehr zu den Symptomen einer Psychose hier: http://www.psychose.de/wissen-ueber-psychosen-05.html).

Häufig ist auch die Angst vor einer Psychose. Diese tritt vor allem im Zuge von Angststörungen aber auch bei Depersonalisation/Derealisation auf. Das pradoxe daran ist, dass man keine Psychose hat solange man Angst davor hat.

Alkohol kann zu starkem Depersonalsations- und/oder Derealisationserleben führen. Diese Zustände können auch kurzfristig zurück kommen (Flash-Backs), insbesondere wenn man erneut Alkohol trinkt. Dies hat damit zu tun, dass unser Unterbewusstsein das erwähnte Erleben speichert und sich manchmal daran erinnert fühlt.

Ich würde dir raten keinen Alkhohl mehr zu trinken. Ansonsten mache dir nicht zu viele Gedanken darüber. Diese Zustände gehen meist in kürzerer Zeitdauer wieder vorbei.

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Das kann durchaus ein psychotischer Schub gewesen sein.

Du darfst nicht vergessen, dass sich gerade am Anfang der Pubertät das Gehirn in einer kritischen Umbauphase befindet. Jeder Eingriff hier – und Alkohol ist ein schweres Nervengift – kann Dir ganze Bereiche im Gehirn auf einmal zerstören.

Wenn das nicht regelmäßig vorkommt, ist das Gehirn aber in der Lage, diesen Verlust wieder auszugleichen und zu reparieren. Das braucht aber seine Zeit, schließlich dauert die ganze Pubertät ja auch mehrere Jahre. Wenn das bei Dir einen Monat gedauert hat, dann hast Du Dir mächtig die Kante gegeben und/oder es ist zu einem besonders kritischen Zeitpunkt geschehen.

Ein gutes Beispiel hierfür sind jugendliche Kiffer. Es gibt Kiffer, die mit 13/14 Jahren angefangen haben und nie wieder aus der Psychose raus kommen werden.

Nun, Du hast es mit 19 so ziemlich hinter Dir, aber grundsätzlich sollte man wirklich mit solchen Drogen frühestens anfangen, wenn das Gehirn in festen Bahnen läuft, sonst passiert es, dass man für den Rest seines Lebens Depressionen, Halluzinationen, Panikattacken und Sonstiges behält. Da gibt es dann keine Heilung mehr.

An Deiner Stelle würde ich dennoch aufpassen mit Alkohol. Dein Gehirn hat hier etwas gelernt und das Potential für eine Suchtgefährdung ist hierdurch gestiegen. Ganz ruhig! Ich sagte "Potential".
Man merkt es nicht wenn man da rein rutscht, aber wenn man immer wachsam ist, ist es wahrscheinlicher, dass man es bemerkt und man rechtzeitig zurück rudern kann.

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Kommentar von gnznormalerdude
12.09.2016, 04:56

Danke für deine ausführliche Antwort.

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