War das deutsche Kaiserreich ausgrenzend oder integrierend?

2 Antworten

... inwiefern das Kaiserreich ausgrenzend oder integrierend ist. Also 1878 bis 1890 war das Kaiserreich meiner Meinung nach eher eine Segregation also eine Abgrenzung , da die Sozialisten , Kommunisten aber auch die Sozialdemokraten sehr stark benachteiligt waren. Nach 1890 spricht es für eine Integration wegen der Aufhebung der Sozialistengesetze.

Die Begriffe "Segregation" und "Integration" machen keinen Sinn! "Kommunisten" gab es überhaupt noch nicht, und was die Sozialdemokratie angeht, so war sie als Partei nie verboten! Gewiss waren die Sozialdemokraten in ihrer parteipolitischen Arbeit durch das Sozialistengesetz stark eingeschränkt, wurden auch danach noch durch ungünstige Wahlkreiseinteilungen sehr benachteiligt.

Also waren die Sozialdemokraten demokratisch benachteiligt, hatten im Reichstag trotz einer Wählermehrheit lange Zeit keine Mehrheit und war erst 1912 die größte Fraktion. Dennoch hatte sie keine Chance, die Regierung zu stellen. Warum? Weil die Regierung (Reichskanzler, Staatssekretäre) allein vom Vertrauen des Kaisers abhing!

Die Fragestellung sollte also lauten:

War das deutsche Kaiserreich demokratisch oder undemokratisch?

Noch ein Hinweis: Zum Reichstag hatten alle Männer mit Erreichen des 25. Lebensjahres das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht!

Noch ein Lesetipp: 

MfG

Arnold

Vorsicht: "Sozialisten, Kommunisten, SPD", das geht so nicht. Es gab die SPD, die war sozialistisch und marxistisch. Daneben gab es so gut wie nichts auf der Linken. Die KPD gab es ja erst ab 1919. 

Ausgrenzung gab es in der Tat gegenüber der SPD, aber auch z. T. gegenüber den Katholiken, den Elsässern und den Polen in Preußen. Das änderte sich nach 1890 schon ein wenig, aber nicht grundsätzlich. 

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