War damals im Mittelalter König/Kaiser das selbe?

5 Antworten

Nein. König, Herzog, Graf, Fürst oder ein anderer Titel des Hochadels ist ein Erbtitel. Als solcher wirst Du geboren (im Falle des Königs wirst Du als Prinz geboren und - sofern Du der Älteste bist - nach Tod oder Abdankung des Vaters automatisch zum König).

Der Kaiser wurde dagegen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation (daher stammt der Begriff) allein vom Papst gekrönt. Es handelt sich dabei also nicht um einen Erb- sondern um einen Verleihtitel.

Abweichungen von dieser Regel sind im heutigen Sprachgebrauch leider gängig. China hatte einen "Kaiser", der Russische Zar wird als Kaiser bezeichnet und auch der Persische Schah.

Da der eigentliche Begriff jedoch vom römischen Wort "Caesar" stammt, sind eigentlich nur solche Herrscher Kaiser, die in der Nachfolge der Caesaren, also der römischen Kaiser stehen.

Der Kaisertitel war noch höher und hatte einen übernationalen Anspruch (weltliches Oberhaupt der Christenheit), wenn auch die Wirklichkeit damit nicht vollständig übereinstimmte. Es gab z. B. auch einen englischen und einen französischen König. Diese betrachteten den Kaiser nicht unbedingt als überlegen. Die Herrscher des Byzantinischen Reiches trugen ebenfalls den Kaisertitel.

Im Mittelalter war eine Krönung durch den Papst in Rom nötig, um Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (deutscher Nation) zu werden. Nicht alle deutschen Könige im Mittelalter sind auch Kaiser geworden.

Der Kaiser ist das Höchste was man in der Monarchie erreichen kann.

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