War Buddha ein spirituell weiter entwickelter Lehrer als Jesus?

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5 Antworten

Ich bin Buddhist der Soto-Zen-Tradition und äußere mich mal dazu.

Jesus vollbrachte Wunder, Buddha vollbrachte Wunder

Meiner Ansicht nach sind die ganzen angeblichen "Wundergeschichten" zur Person des Buddha lediglich nachträgliche Ausschmückungen.

Wenn erzählt wird, bei seiner Geburt habe es Nektar geregnet, oder Devas wären bei seinen Reden anwesend gewesen, ist das indisches Lokalkolorit.

Im Gegensatz zu Jesus, dessen Wunder ja ein Beweis seiner Göttlichkeit waren, wären solche Taten für die Lehre des Buddha irrelevant gewesen.

Außerdem sollte man nicht vergessen, dass heilige Schriften keine
polizeilichen Augenzeugenberichte sind, sondern oftmals Legenden oder
Gleichnisse.

daher auch vegetarismus.

Der Buddhismus schreibt keinen Vegetarismus vor, zumal der Buddha nur Mönche über Speisen belehrte und entsprechende Ordensregeln entstanden.

Weder gewaltfreies Auftreten, noch vegetarische Ernährung sind ein Beleg, oder gar ein Garant, für religiösen Geist oder spirituelles Bewusstsein.

Während Jesus Wutausbrüche bekam

Viele moderne "Licht&Liebe"-Prediger haben innere Aggressionen, die sie nach außen überspielen, weil es nicht in ihr Image als erleuchtete passt.

Meiner Meinung nach kann es durchaus erforderlich sein, einmal offensiv zu reagieren, um negatives Verhalten zu korrigieren.

Wie schon gesagt: Religiöse Überlieferungen sind nicht mit irgendwelchen Tatsachenberichten gleichzusetzen, da muss man differenzieren.

Es kann nämlich durchaus sein, dass die Szene so niemals stattgefunden hat. Solche Geschichten sind daher nicht überzubewerten.

Jesus an die Juden

Was die mögliche "politische" Agenda angeht, so muss man solche Führer aus meiner Sicht immer im Kontext ihrer damaligen Zeit sehen.

Der biblische Jesus war nicht nur ein Prediger, sondern auch ein sozialer Aktivist, der unterdrückte Menschen befreien wollte.

Einige Juden wollten mit dem Messias auch eine politischen, gewaltbereiten Revolutionär - doch Jesus erfüllte diesen Wunsch nicht.

Anders als heute, wo wir mit dem Internet unsere Botschaften in alle Welt schicken, war damals die Zuhörerschaft immer auf kleinere Gruppen begrenzt

Selbst wenn man meint, die Wortwahl des einen wäre universaler gewesen, so sollte man nicht vergessen, dass dies auch eine Frage der Wiedergabe ist.

Daraus Jesus einen moralischen Strick drehen zu wollen, halte ich für fragwürdig.

War Buddha ein spirituell weiter entwickelter Lehrer als Jesus?

Ich denke, sowohl der biblische Jesus als auch der Buddha hätten spirituelle Schw...vergleiche abgelehnt - kein Kindisches "Ich bin aber heiliger als du!"

Ich maße mir auch nicht an darüber zu urteilen, wer jetzt möglicherweise den größeren Weitblick gehabt haben könnte, denn ich sehe keinen Nutzen darin.

Wenn wir sie als Menschen sehen so sind Jesus und Buddha bereits seit mehr als 2.000 Jahren tot. Alles zu ihrer Person ist spekulativ.

Was bis in die Gegenwart hinein wirkt, sind die Lehren, die man ihnen nachsagt und das Verhalten ihrer heutigen Anhänger.

Und ob man aus dem Verhalten heutiger Christen wirklich ablesen kann, ob Jesus ein "toller Typ" war, kann bezweifelt werden.

Abschließend noch zwei Videos:

Eines zum Thema "Buddha"

Und eines zum Thema "Jesus"

In diesem Sinne also:

"Everytime fair play" :-)

Man muss immer vorsichtig sein, nach den Jahrtausenden noch beurteilen zu wollen, wer was gesagt/gelehrt hat.

Weder Buddha noch Jesus haben selbst irgendwelche Schriften verfasst. Erst Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte nach deren Tod wurde etwas aufgeschrieben. Also so richtig sicher wissen tun wir das schonmal nicht. Aber das muss ja nicht heissen dass man nicht mit einem gewissen Hintergrund/Vorbildung richtig zu lesen verstehen kann. :-)

Meines Wissens wurde z.B. die Wiedergeburtslehre von den lieben Kirchenvätern nachträglich  herausgestrichen und die Sündenvergebung eingeführt. Was wollen wir also vergleichen? Welche Lügen mit welchen Lügen?

Ich persönlich bin von folgendem überzeugt: sowohl Buddha als auch Jesus stammen von derselben heiligen Quelle des Wissens und der Barmherzigkeit ab. Sie sind Brüder im Geiste. Rein hierarchisch gesehen ist Buddha wohl der ältere, Jesus wohl sein Schüler, den Jesus hat erst mit 30 zu lehren angefangen und sicherlich vorher selbst zugehört und sich Dinge angeeignet. Nichtsdestotrotz ist Jesus für uns Menschen quasi gottgleich und keiner von beiden steht in Konkurrenz zum anderen.

Dass Jesus die Leute aus dem Tempel vertrieben hat, mag sein. Dass er dabei nicht zimperlich war, kann ich verstehen. Das nennt man Empörung und diese ist absolut gerechtfertigt gewesen. Liebe bedarf auch der Strenge. Ich  bin  auch über diese Sache gestolpert aber mittlerweile sehe ich das anders. Das ist kein Wiederspruch.

Soll es nicht das Recht des Guten sein, sich gegen Angriffe auf Heiliges zu  wehren? Es ging dabei nicht um sein Ego wohlgemerkt, denn er sagte auch man soll verzeihen und zwar mehr als einmal. Differenzierung ist hier angebracht.



Interessante Frage!

Ich glaube, Du darfst diese Frage nicht so stellen. Spiritualität ist keine lineare Skala wie Temperatur wo Du von ,,höher" oder ,,tiefer" reden kannst.

Die Lehre Jesu ist eine Reaktion auf die jüdische Religionspraxis. Er wollte die sogenannte deontische (=vorschriftsbezogene) Ethik des damaligen Judentums durch eine auf Mitleid, Menschlichkeit und Gerechtigkeit begründete Ethik ersetzen. Ansonsten entsprach seine Lehre von Himmel und Hölle den damaligen Glaubensauffassungen.

Die Lehre des Buddha ist viel universeller (für alle Kulturen bestimmt) aber seine Anforderungen an die Voraussetzungen seiner ,,Jünger" sind höher. Die von ihm angenommene Karma-- und Re-Inkarnationslehre stellt ethische Anforderungen auf einer viel höheren Ebene.
   Insoweit muss ich Dir recht geben: Die ,,echten" Jünger Buddhas müssen spirituell weiter fortgeschritten sein! Das heißt, dass die Lehre des Buddha tatsächlich etwas weiter entwickelt ist.

Das heißt nicht, dass die Lehre Jesu einfacher ist. Feindesliebe und wiederholtes Verzeihen sind hohe Anforderungen, welche die wenigsten Menschen erfüllen können.

Lassen wir die Argumente der anderen Antwortgeber, dass Jesus Gott ist, mal beiseite. Es ist eine Glaubensaussage, und nicht einmal eine sehr vernünftige.
 Leider gibt es auch Buddhisten, welche ihrem Lehrer eine gottähnliche Verehrung bringen. Was sollen sonst die vielen Buddha-Bilder in den Tempeln??

Beides sind Figuren, die so, wie sie geschildert werden, nie gelebt haben.

Die hinter den mythenhaften Religionsfiguren stehenden echten, realen Menschen dürften vermutlich kaum wiederzuerkennen sein.

Insofern sind Fragen nach der ohnehin nicht messbaren "Spirtitualität" wohl kaum beantwortbar.

Nach der Bibel ist Jesus Gott selbst und damit der Schöpfer (Johannes 1,1-3).

Dass Jesus niemanden als Hund beleidigt hat, sondern dass seine Aussage einen ganz bestimmten Sinn hatte, habe ich in meiner Antwort auf die diesbezügliche Frage schon ausführlich erklärt. Ebenso auch, dass Jesus dein Jüngern befohlen hat, das Evangelium in der ganzen Welt allen Nationen zu verbreiten.

Wenn Jesus wütend war, dann nur, wenn Gott selbst beleidigt wurde. Gott ist ein liebender, gnädiger und barmherziger Gott, der aber auch zürnen kann. Der letzte Aspekt wird in manchen christlichen Kirchen und Gemeinden etwas zu wenig beachtet. Gottes Zorn steht aber immer in Verbindung mit Gerechtigkeit und Heiligkeit.

mozi32 30.06.2017, 12:05

Wo in der Bibel steht geschrieben das Jesus gesagt hat seine Jünger sollen zu allen Nationen gehen? Ich meine nicht den Paulus mit seiner angeblichen Jesus Vision (meiner meinung nach war der Paulus ursprünglich Saulus einer der den Braten der Religiösen Macht gerochen hat und die Urchristengemeinde an sich gerissen hat und dies durch seine angebliche Vision legitimierte).

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chrisbyrd 30.06.2017, 14:42
@mozi32

Jesus hat seinen Jüngern gesagt: "So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Matthäus 28,20).

Dies hat nicht Paulus sondern Matthäus aufgeschrieben, der ein Jünger Jesu und ein früherer Zöllner war (Matthäus 9,9).

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