War Al-Gaddafi ein guter Präsident?

9 Antworten

Nun ,was ist eigentlich gut ? Nehmen wir mal an, es ist damit die Interessensbefriedigung Vieler gemeint. Dann wäre zu klären, welches denn die Interessen Vieler/Anderer wohl sein könnten.

Ich greif jetzt mal die materille Wohlfahrt heraus, denn diese ist m.E. überschaubarer als die ideelle.

Kein Staat Afrikas bescherte der Majorität der Bevölkerung so viel Wohlstand, wie gerade unter Gaddafi. Dies galt nun nicht für alle Stämme in diesem tribalistischen Staat, wohl aber für die Mehrheit dieser. Das Fǘllhorn sozialer Errungenschaften ergoß sich natürlich nicht auf jene Stämme, die feindlich der Gaddafi Regierung gegenüberstanden, was nur zu verständlich ist.

Gewiß war Gaddafi autoritär, ließ Regimegegner ohne langes Fackeln über den Bock spannen, was allerdings in islamischen Staaten nichts wirklich Ungewöhnliches ist. Die westlichen "Wertestaaten" heucheln auch dsbzgl.

Warum wurde nun Gaddafi von den imperialistischen Staaten gestürzt, also den USA und den Satelliten GB und Frankr. ? Nun, das hatte wenigstens 2 Hauptgründe.

  1. Gaddafi wollte eine afrikanische Bank gründen, mit der Absicht, dass die afrikanischen Staaten sich vom Dollar als Leitwährung lösen sollten und untereinander in ihren Währungen tauschen sollten.
  2. Gaddafi verstaatlichte schon zu Beginn seiner Herrschaft die Ölfelder seines Landes, die allesamt in ausländischem Besitz waren. Mit seinem Sturz sollten sie allesamt wieder privatisiert werden.
  3. Gaddafi verwickelte sich in Widersprüche, wich von seinem anfänglich konsequent-radikalen Kurs ab, weichte ihn auf, in dem er anfing, den "Wertestaaten" entgegen zu kommen. Dazu gehört auch eine Einbindung in Frontex. Damit weckte er erst so richtig den Wolfsappetit der imperialistischen Staaten, die nun zusehens Morgenluft witterten. Dazu gehörte auch, oppositionelle Stämme mit Waffen und sonstigen Versorgungsgütern auszurüsten.

Hätten die 3 NATO-Staaten nicht militärisch eingegriffen, hätten Gaddafis Truppen die Aufständischen in Bengasi ohne große Eigenverluste besiegt. Ihr sieg stand unmittelbar bevor.

Es ist sehr bedauerlich, dass Gaddafi und sein antiimperialistisch, islamisch-sozialistisches Herrschaftsmodell zerschlagen wurde, stattdessen ein verwüstetes Land, das im Chaos versinkt, nun auf der Strecke liegt.

Bedauerlich ist auch, dass russland weder im Un-Sicherheitsrat sein _Veto einlegte, noch sonstwie dem libyschen Staat zur Hilfe eilte.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Innerhalb meines Studiums hatte ich viel mit Politik z utun

Sein Volk hatte ihn zuerst als gut befunden, bis er auf Widerstand von Islamisten stieß. Seine Menschenrechtsverletzungen haben ihn international zu Fall gebracht und wurde unwürdig von seinen Gegnern zu Tode massakriert

Gaddafi war eine Zeit lang Freund Fidel Castros und auch der deutschen Grünen.

Er gründete die Afrikanische Union, die es bis heute gibt. Sie soll ähnlich wie unsere EU funktionieren.

Mit seiner Grenzsperre afrikanischer Flüchtlinge in Richtung Italien half er der EU.

In seinem "Grünen Buch" von 1975 beschrieb er seine Vorstellung einer Arabischen Ordnung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Gr%C3%BCne_Buch

Libyen in ein Chaos zu verwandeln, da haben die USA, Grossbritanien und Frankreich, einen sehr grossen Bock geschossen.

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Gaddafi war ein Blender, der auftrat wie Aladin mit seiner Frauenmannschaft als Garde. Lockerbie wurde ihm zur Last, ansonsten hatte er Libyen im Griff.

Sein groesster Fehler er wollte die Abkehr vom $ mit seinem Erdoel, damit hatte er sein Todesurteil unterschrieben.

DE war zufaellig nicht bei der Bombardierung von Libyen dabei, dafuer hat es jetzt die Auswuechse dieser Metzelei dort zu tragen. Der groesste Fluechtlingsstrom aus Afrika kommt jetzt ueber Libyen, somit bekommt DE die Rechnung dieser Absetzung von Gaddafi auf den Tisch.

https://www.bento.de/politik/libyen-die-eu-stoppt-fluechtlinge-nun-mithilfe-von-warlords-der-brigade-48-a-00000000-0003-0001-0000-000001642138

So sieht es aus, wenn Demokratie, in ein Land bombardiert werden sollte.

Woher ich das weiß:Recherche

Er war ein Diktator, der sein Land in Teilbereichen modernisierte und für eine gewisse Stabilität sorgte. Da arabische Länder noch Jahrhunderte zur Demokratie unreif sein dürften, sind alle Alternativen schlechter als er. Der Westen stürzte ihn und öffnete dadurch dem Chaos von kämpfenden Islamistenbanden den Weg.

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