Was ist der Unterschied zwischen Buddhismus und engagiertem Buddhismus?

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3 Antworten

Enzylexikon hat Recht.

Ergänzen möchte ich dazu:
Es gibt bestimmte buddhistische Richtungen, die sich allein auf die Meditation, Kontemplation und (eigenes) spirituelles Wachstum konzentrieren (so bspw. manche tibetische, auch einige wenige ZEN-buddhistische Gemeinschaften) -

Diese kann man dann als "nicht-engagiert" bezeichnen, weil sie sich eben nicht um das Mindern von Leid und Mehrung vom Glück der MITGESCHÖPFE bemühen, sondern nur um das eigene (obwohl natürlich auch das eine Form von "engagement" ist.)

Ich bin Buddhist und mache die Antwort kurz:

Es geht darum, die Praxis der Meditation mit gesellschaftlichen Engagement, etwa im Bereich Umweltschutz. sozialer Gerechtigkeit, Anti-Diskriminierung, Tierschutz usw. zu verbinden.

Buddhismus soll nicht etwas passives oder egoistisches sein, sondern förderlich für alle Wesen wirken - weshalb man sich für Dinge engagiert.

Dadurch dass man die soziale Aktivität mit Meditation und buddhistischer Lehre verbindet, will man "blinden Aktionismus", der nur auf  vordergründigen, ohne Weisheit getroffenen Entscheidungen basiert, verhindern.

hi theniceguy - der Unterschied liegt in den zwei Fahrzeugen, das sog Schmale Fahrzeug (Altbuddhismus, Theravada) und das Weite Fahrzeug (Mahayana).

Im weiten Fahrzeug legst du das Boddhisattva Gelübde ab, nicht eher Erleuchtung bzw Nirvana anzustreben, bis nicht alle leidenden unerleuchteten Wesen befreit sind. Das ist ein Paradox, das meditativ aufgelöst werden muss.

Beim engagierten Buddhismus ist also (eigene) Erleuchtung mit Karuna (Erbarmen) unauflöslich verbunden.

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