Wann wurde Dijon zur Hauptstadt Burgunds?

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2 Antworten

Die Aussage "Im 5. Jahrhundert war Dijon die Hauptstadt des Königreichs Burgund" ist sehr fragwürdig. Zum einen war Burgund nicht das gesamte 5. Jh. ein einheitliches Reich, zum andern residierte am Ende des 5. Jahrhunderts keiner der burgundischen Herrscher in Dijon und außerdem erwähnt der französische Artikel der Wikipedia zu Dijon, der weit genauer ist als der deutsche Überblicksartikel, in der dieser Satz steht, an keiner Stelle, dass Dijon damals Hauptstadt Burgunds gewesen sei. Die dort beigegebene Karte des Königreichs Burgund im 5. Jahrhundert zeigt Djon nur als einen von 14 (!) Hauptorten. Als Residenzen burgundischer Herrscher im 5. Jh. nennt die deutsche Wikipedia insgesamt drei Orte, Dijon kommt dabei nicht vor. 

Wenn du es genauer wissen willst, empfehle ich dir Pierre Gras: Histoire de Dijon, Toulouse 1987, 432 Seiten. Ich habe es allerdings meinerseits nicht greifbar, so dass ich nicht daraus zitieren kann.

Da es aber um die mittelalterliche Geschichte geht, kannst du dich durchaus auch an der deutschen Wikipedia orientieren, wo es heißt:

"Später kam Dijon unter die Herrschaft des Bistums Langres, von welchem es die Grafen von Dijon zu Lehen hatten und nach dem Tode des letzten derselben (1007) an die Herzöge von Burgund, die es zu ihrer Residenz erhoben. 1016 gelangte die Stadt durch Kauf in den Besitz des Königs Robert II. des Frommen, der sie in das Herzogtum Burgund eingliederte. In Dijon wurden drei Kirchenversammlungen (Concilia Divonensia), 1077, 1116 und 1199, abgehalten.

Am 28. Juni 1137 zerstörte eine Feuersbrunst die Stadt, welche unter Herzog Hugo II. erneut aufgebaut wurde. Herzog Hugo III. erhob Dijon 1187 zur Stadt und die Vorstadt Saint-Bénigne wurde mit einer Stadtmauer umbaut und eingegliedert. In dieser Zeit wurde auch das Krankenhaus der Charité gegründet.

Nachdem Philipp I. von Burgund 1361 gestorben war, übergab der König von Frankreich 1363 das Herzogtum Burgund mit Dijon als Hauptstadt an seinen Sohn, Philipp den Kühnen."

Der französische Artikel ist etwas präziser und verweist überdies auch auf einen Beleg: "Au début du xie siècle, Dijon est composé d'une ville forte enclose de murs gallo-romains, restes de l'ancien castrum de Dijon, et d'un bourg s'étendant jusqu'à l'abbaye Saint-Bénigne. Autour, des petits hameaux, Dompierre, Trimolois, Charencey, Bussy et Prouhaut, disparus depuis, ceinturent la villeg 11. Les ducs de Dijon règnent alors sur la région. En 1015, le roi Robert II essaye de conquérir le Dijonnais : il s'attaque d'abord au village de Mirebeau-sur-Bèze et sa région puis vient mettre le siège devant le castrum de Dijon46. Mais, devant la vigoureuse résistance de l'évêque de Langres, Brunon de Roucy, soutenu par l'abbé de Cluny et le comte de la ville, il renonce à donner l'assaut. Dès l'année suivante, la mort de l'évêque lui permet de négocier avec son successeur, Lambert de Vignory, la cession du comté de Dijon au roi de France, en 1016. La ville rejoint le duché de Bourgogne et en devient la capitale" [de Mangin, Histoire Ecclésiastique Et Civile, Politique, Litteraire Et Topographique Du Diocèse De Langres Et De Celui De Dijon, Qui en est un démembrement,, vol. 1, Bauche, 1765, 552 p. (présentation en ligne [archive]), p. 65]

Die Internetquellen selbst helfen dir freilich noch nicht zureichend. Du müsstest schon auf gedrucktes Material zurückgreifen. Wenn es aber ungenauer ist als die hier zitierten Artikel, kannst du davon ausgehen, dass die Verfasser sich nicht die Mühe gemacht haben, sich genauer zu informieren. 

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