Wann wurde die Polizei gegründet?

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Hier Mal ein Artikel von unserer Webseite. 

Die Zeitreise der Polizei – Wie die Polizei entstanden ist.

Welche Rolle hat die Polizei von ihren Anfängen bis heute gespielt? Heute ist die Polizei dein Freund und Helfer, aber dies war nicht immer so. Wir sind durch die Jahrhunderte gereist und haben uns mal angeschaut wie der Polizist entstanden ist und wie sich der Beruf entwickelt hat. Eine spannende und interessante Zeitreise der Polizei, die im 17. Jahrhundert ihren Lauf nimmt.

Wir beginnen im Jahr 1661, − die Anfänge der Polizei − raue Methoden und ein strenger Ton waren damals angesagt. Früher hießen die so genannten Polizisten “Vogt”, dass waren meist niedrige Adlige die im Namen des Fürsten für eine gute Ordnung sorgen sollten. Sie waren das Gesetzt und konnten oft tun und lassen was sie wollten. Ursprünglich waren Polizisten also Wachleute und Nachtwächter, aus ihnen entwickelte sich im 17. Jahrhundert die Frühform des Polizisten, ein damals nicht sehr angesehener Berufsstand. Zu den damaligen Aufgaben der Polizei gehörte es für Ordnung zu sorgen, so wurde unter anderem auch kontrolliert ob ein Bäckermeister rechtsmäßig gekleidet ist oder ob der Wirt die korrekte Menge an Wein einschenkt, und wenn ein Gast sich nicht an die Tischmanieren hielt, er z.B. rülpste oder sich sonst ungebührlich benahm, konnte er bestraft werden und wurde dann entweder in den Kerker gesteckt oder an den Pranger gestellt. Es ging also um Ordnung in allen Bereichen, denn die Polizei sicherte das Gewaltmonopol des Fürsten und war noch Machtinstrument Adliger Herrscher, in einem System reiner Willkür.

Polizei kommt vom Griechischen “Polis” (die Stadt) oder “Politeia” (deren Verfassung), gemeint ist damit auch eine Verwaltung mit demokratisch gewählten Beamten.

1476 taucht der Begriff “Polizei” das erste Mal in Deutschland auf, in einer büschhöflichen  Verordnung der Stadt Würzburg. 

Wir springen in das 19. Jahrhundert, die Kaiserzeit. Die Polizei fühlt sich als persönlicher Vertreter des Kaisers, eine Respektperson also. Damals verdiente ein gewöhnlicher Arbeiter rund 850 Mark, als “Schutzmann” oder “Sergeant” − so hießen zu dieser Zeit die Polizisten − bekam man fast das doppelte an Gehalt. Neben den Schleppsäbel trugen Polizisten früher Helm mit Spitze (für viele als Pickelhaube bekannt), er sollte den Polizisten Autorität verleihen. Zu der damaligen Zeit gehörte es zur Aufgabe der Polizei die Monarchie zu schützen und für Ruhe und Ordnung zu sorgen, damit war vor allem die Politische Ruhe gemeint. Die meisten Polizisten waren damals zuvor im Militärdienst, dort waren sie in der Regel Unteroffiziere die mit einer ganz kurzen Ausbildung ihren Dienst dann bei der Polizei angetreten haben. Auch deshalb war der Polizist in dieser Zeit eine große Respektperson für die Bürger und Bürgerinnen.

1882 werden die Aufgaben der Polizei klar definiert, dass so genannte “Kreuzberg-Urteil” setzt damit schon lange geltende Polizeigesetze in die Tat um. Mit dem Urteil verwies das Gericht die polizeiliche Gewalt in die Schranken, die Polizei wurde somit auf den Schutz von Sicherheit und Ordnung beschränkt. Lese mehr zum Kreuzberg-Urteil auf Wikipedia.

Die Polizei wird demokratisch 

Wir gehen in die 1920er Jahre, die Zahl der Uniformierten Polizisten hat sich innerhalb von 30 Jahren fast verdoppelt. Das bedeutete für die Polizisten entscheidende Veränderungen. Die Polizei sollte nicht länger militärisch sein, sondern eine zivile Behörde, dass neue Motto Persönlichkeitsbildung statt Wehrdienst. Aus den Säbelrasselnden Wachmeister ist in den 20er Jahren, ein Bürgerpolizist geworden. Seit 1920, gab es in der Weimarer Republik erstmals eine Ausbildung für Polizeibeamte, sie mussten die Schulbank drücken und ihren Beruf tatsächlich erlernen. Es war die Geburtsstunde der Bürgerpolizei. Der Preußische Innenminister Carl Severing prägte ein neues Bild der Polizei, sie wurde ebenso so wie die Verwaltung demokratisch. Er gründete die ersten Polizeischulen in Deutschland, es beginnt eine neue Ära, der Polizist ist wie verwandelt. “Ein Freund, Helfer und Kamerad der Bevölkerung” daraus wurde der Slogan der bis heute jedes Kind kennt “Die Polizei – Dein Freund und Helfer”, Albert Grzesinski Berliner Polizeipräsident und späterer Innenminister prägte ihn 1926. Arbeitslosigkeit, Inflation und Straßenkämpfe, die politischen Verhältnisse in Deutschland machten es der frisch reformierten Polizei alles andere als leicht. Die Polizei sollte in der Theorie bürgernah sein, aber in der Praxis war dies nicht so. Es gab nach wie vor zu wenig ausgebildete Polizeibeamte, man musste Soldaten einstellen, denn die Unruhen in der Bevölkerung nahmen stetig zu und diese wurden dann auch leider mit Waffengewalt bereinigt. Die Machtergreifung der Nazis stürzte auch die Polizei in ein dunkles Kapitel, die meisten Polizisten ließen sich widerstandslos in die SS eingliedern und waren maßgeblich an die Gräueltaten des dritten Reichs beteiligt.

Nach Kriegsende 1950, soll die Polizei endlich demokratisch werden, so wollten es die Alliierten in den vier Besatzungszonen. Die Siegermächte drückten der deutschen Polizei auch äußerlich ihren Stempel auf, dass sah man deutlich an der Uniform, sie ähnelten dem britischen Bobby. Bobbys sind britische Polizisten und tragen traditionell keine Schusswaffen, sondern nur Schlagstöcke. Ein deutscher Polizist hingegen, war zu dieser Zeit mit einer Schusswaffe des Models “Walther PP” ausgestattet, entwickelt 1929 und fast 70 Jahre lang im Einsatz. Für einen Schutzmann war die Uniform damals verpflichtend und nur der Kriminalkommissar durfte auch für verdeckte Ermittlungen in zivil auftreten. Nach dem Krieg wurde die Polizei als nicht-militärische Einrichtung etabliert und man knüpfte an die Zeit der Weimarer Republik an. Die Aufgaben der Polizei hatten sich kaum geändert, es ging auch damals noch darum für Recht und Ordnung zu sorgen, Aufrechterhaltung der Gesetzte, Täter Ermittlung und Überführung an die Justiz.

Frauen bei der Polizei

In den 1960er, gab es dann auch schon weibliche Polizistinnen, diese wurden unmittelbar nach dem Krieg eingeführt. Anfang der 50er Jahre, wurde aber die Abteilung der weiblichen Schutzpolizei in den meisten Bundesländern wieder aufgelöst, jedoch nicht Hamburg. Hamburg, als damals schon sehr große Hafenstadt, hatte sehr viel Prostitution und das war ein sehr gutes Betätigungsfeld für die weibliche Polizei. Das Frauen genauso gut geeignet sind als Polizistin, glaubten ihnen die Männer erst Ende der 1970er, dann wurden sie gleichgestellt. Die 60er, stellten die Polizei vor neuen Herausforderungen, die junge Generation war unzufrieden und ging auf die Straße, Proteste gegen den Staat und erstmals fällt der Begriff Terror. Die “RAF” wurde gegründet und lieferte sich ein blutiges Katz und Maus Spiel mit der Polizei.

Im Zuge der Polizeireform in den 1970er, erhielten dann auch alle Landespolizeien neue Uniformen in moosgrün und beige, diese waren unter Polizisten eher unbeliebt und wurden vom Designer Heinz Oestergaard entworfen. In den 70er Jahren, gab es die “RAF” und viele Bürgerbewegungen, damals eine schwierige Zeit für die Polizei, da diese sehr schlecht ausgestattet war und es an der nötigen Ausrüstung fehlte, um sich z.B. vor fliegenden Steinen bei Demonstrationen zu schützen. Großdemonstrationen und Terrorismus, eine ganz neue Herausforderungen für die Polizei der 70er Jahre. Es stellten sich Fragen die bis heute noch aktuell sind. Vor allem: Wie weit darf die Staatsgewalt in die Freiheit des einzelnen eingreifen? Damals sowie heute, auch für einzelne Polizisten eine schwierige Situation dem Menschen gegenüber auf der Straße zu stehen. Schließlich ist dieser auch nur ein Mensch und oft genug haben ihn auch die Themen, die bei Demonstration skandiert wurden, bewegt und betroffen und war vielleicht auch oft Meinung der Demonstranten. Am Ende kann die Polizei nicht für jeden Freund und Helfer sein, aber hinter jedem Polizisten und jeder Polizistin steckt auch nur ein Mensch.

Was meinst du mit die deutsche Polizei?

In Deutschland hat jedes Bundesland seine eigene Polizei. Ohne nachzuschauen vermute ich, dass diese Polizeien nach dem 2. Weltkrieg neu organisiert oder aufgestellt wurden, spätestens mit Gründung der Bundesländer.

Daneben gibt es noch die Bundespolizei.

Die Bundespolizei entstand am 1. Juli 2005 durch Umbenennung des am 16. März 1951 gegründeten Bundesgrenzschutzes ()Wikipedia).

Für mehr Geschichte müsste man auf die HP der einzelnen Landespolizeien schauen, ob diese etwas zur eigene Geschichte geschrieben haben.

Polizei Hessen bspw.:
https://www.polizei.hessen.de/Ueber-uns/Geschichte/broker.jsp?uMen=9f470ee1-825a-f6f8-6373-a91bbcb63046&uCon=959185c9-27b9-9f33-62d6-1611142c388e&uTem=bff71055-bb1d-50f1-2860-72700266cb59

Polizei hats schon immer gegeben, nur nicht in der Form, wie du sie heute kennst.

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