Wann wurde die Bezeichnung Christ erstmalig bitte mit Quelle (außer wiki/Bibel) verwendet?

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Hallo salty1!

Der im 1. Jahrhundert lebende Geschichtsschreiber Flavius Josephus bezieht sich in seinem, im Jahr 93 n. Chr. veröffentlichten Werk "Jüdische Altertümer",im 20. Buch, auf „den Bruder des Jesus, der Christus genannt wird“, als er über den Tod des Jakobus berichtet. Die Authentizität dieser Stelle gilt für die meisten Wissenschaftler als gesichert.

Die Echtheit einer anderen Aussage über Jesus aus demselben Werk wird jedoch verschiedentlich angezweifelt. Dieser Text ist als das Testimonium Flavianum (Zeugnis des Flavius) bekannt und lautet:

„Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mensch, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er war nämlich der Vollbringer ganz unglaublicher Thaten und der Lehrer aller Menschen, die mit Freuden die Wahrheit aufnahmen. So zog er viele Juden und auch viele Heiden an sich. Er war der Christus.

Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu. Denn er erschien ihnen am dritten Tage wieder lebend, wie gottgesandte Propheten dies und tausend andere wunderbare Dinge von ihm vorherverkündigt hatten. Und noch bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, fort“ (Jüdische Altertümer, übersetzt von Heinrich Clementz).

Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts ist die Echtheit dieser Passage Gegenstand einer hitzigen Kontroverse, wobei einige Josephus als Autor anzweifeln. Den über vier Jahrhunderte immer fester gewordenen „Knoten“ versuchte der französische Historiker und Altphilologe Serge Bardet zu lösen. Das Ergebnis seiner Untersuchung hat er in einem Buch veröffentlicht, betitelt Le Testimonium Flavianum—Examen historique considérations historiographiques (Das Testimonium Flavianum — eine historische Studie unter historiografischen Aspekten).

Da der Historiker Josephus keinen christlichen, sondern einen jüdischen Hintergrund hat, gibt es keinen Grund, seine Neutralität bei dieser Aussage zu bestreiten.

Die Kontroverse dreht sich hauptsächlich um die Bezeichnung Jesu als „der Christus“.

Bardet kommt zu dem Schluss, dass die Art der Formulierung ganz und gar nicht ungewöhnlich ist, weil es „im Griechischen üblich war, vor Eigennamen den Artikel zu setzen“. Darüber hinaus liege aus jüdisch-christlicher Sicht „die Verwendung der Bezeichnung Christos durch Josephus nicht nur im Bereich des Möglichen“, sondern sei zudem ein wichtiges Indiz, das „von Kritikern im Allgemeinen sträflich vernachlässigt wurde“.

Wäre es denn möglich, dass ein Fälscher, der Josephusʼ Stil kopierte, den Text überarbeitet hat? Bardet zufolge würde eine solche Fälschung aufgrund der historischen und sprachlich-inhaltlichen Belege an ein Wunder grenzen. Derjenige müsste über „ein in der ganzen Antike nahezu einzigartiges Fälschertalent verfügen“ oder, anders gesagt, er müsste „so josephinisch wie Josephus“ gewesen sein.

Wozu also dieser Wirbel? Bardet nennt das Problem beim Namen:

„Das Testimonium wird — im Gegensatz zur Mehrzahl der antiken Texte — schlicht und ergreifend deshalb angezweifelt, weil man es infrage gestellt hat.“ Er fährt fort, dass die Standpunkte der Kritiker über die Jahrhunderte hinweg mehr von ihren „Hintergedanken“ beeinflusst wurden, als von einer deduktiven Analyse des Textes — was wiederum stark für dessen Authentizität spricht.

Inwieweit Bardets Studie zu einem Umdenken bezüglich der Echtheit des Testimonium Flavianum führt, bleibt abzuwarten. Einen anerkannten Experten auf dem Gebiet des hellenistisch geprägten Judentums und des Urchristentums, Pierre Geoltrain, hat sie bereits überzeugt.

Geoltrain hatte das Testimonium lange für eine Interpolation gehalten und sich über alle die mokiert, die an dessen Echtheit glaubten. Bardets Untersuchung hat, wie er selbst konstatiert, den Ausschlag dafür gegeben, dass er seine Ansicht revidierte. Jetzt fordert Geoltrain, das Testimonium dürfe „von nun an nicht mehr als ‚unglaubwürdiges Zeugnis‘ des Josephus bezeichnet werden“.

Bearbeitet aus dem Wachtturm vom 15.3.2013.

http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2013208?q=flavianum&p=par

Erwähnung Jesu in Buch XVIII 3,3[Bearbeiten]

„Um diese Zeit lebte Jesus, ein Mensch voll Weisheit, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er tat nämlich ganz unglaubliche Dinge und war der Lehrer derjenigen Menschen, welche gern die Wahrheit aufnahmen; so zog er viele Juden und viele aus dem Heidentum an sich. Er war der Messias. Auf Anklage der Vornehmen bei uns verurteilte ihn Pilatus zwar zum Kreuzestode; gleichwohl wurden die, welche ihn früher geliebt hatten, auch jetzt ihm nicht untreu. Er erschien ihnen nämlich am dritten Tage wieder lebend, wie gottgesandte Propheten neben tausend anderen wunderbaren Dingen von ihm verkündet hatten. Noch bis jetzt hat das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, nicht aufgehört.[1]“

„Γίνεται δὲ κατὰ τοῦτον τὸν χρόνον Ἰησοῦς σοφὸς ἀνήρ, εἴγε ἄνδρα αὐτὸν λέγειν χρή: ἦν γὰρ παραδόξων ἔργων ποιητής, διδάσκαλος ἀνθρώπων τῶν ἡδονῇ τἀληθῆ δεχομένων, καὶ πολλοὺς μὲν Ἰουδαίους, πολλοὺς δὲ καὶ τοῦ Ἑλληνικοῦ ἐπηγάγετο: ὁ χριστὸς οὗτος ἦν. καὶ αὐτὸν ἐνδείξει τῶν πρώτων ἀνδρῶν παρ᾽ ἡμῖν σταυρῷ ἐπιτετιμηκότος Πιλάτου οὐκ ἐπαύσαντο οἱ τὸ πρῶτον ἀγαπήσαντες: ἐφάνη γὰρ αὐτοῖς τρίτην ἔχων ἡμέραν πάλιν ζῶν τῶν θείων προφητῶν ταῦτά τε καὶ ἄλλα μυρία περὶ αὐτοῦ θαυμάσια εἰρηκότων. εἰς ἔτι τε νῦν τῶν Χριστιανῶν ἀπὸ τοῦδε ὠνομασμένον οὐκ ἐπέλιπε τὸ φῦλον“

Diese berühmte Passage spielte lange Zeit eine besondere Rolle für die Interpretation des frühen Christentums. Denn anders als die Römer Sueton und Tacitus berichtete Josephus hier, wo er die Konflikte zwischen Juden und Römern zur Zeit des Pontius Pilatus beschreibt, nicht verächtlich, sondern in einem scheinbar positiven Ton über Jesus. Anderseits bezeichnet Josephus die Christenbewegung als ein "Unglück". Daher ist es möglich, dass dieser Abschnitt ironisch zu verstehen ist.

Origenes (185-254) schrieb ausdrücklich, Josephus habe Jesus nicht für den Christus gehalten (vgl: [1]. Ob er diese Stelle gekannt hat, ist nicht bewiesen. Von Eusebius von Caesarea (um 260-337) dagegen wurde sie in seiner Kirchengeschichte (I,11,7) (um 320) in der heute bekannten Version zitiert.

Während die Passage seit der Reformation oft insgesamt für eine Fälschung gehalten wurde, die spätestens im 3. Jahrhundert nachträglich von einem Christen in die „Altertümer“ eingefügt worden sei, vertreten viele Historiker heute die Ansicht, Josephus habe nicht nur über Johannes den Täufer, sondern auch über Jesus berichtet. Auch dann meinen viele, dass einige Sätze seiner Erwähnung von christlichen Kopisten des Textes umformuliert oder hinzugefügt wurden. Dazu wird die angenommene Originalfassung unterschiedlich rekonstruiert.

Seit 1971 wird von Shlomo Pines die These vertreten, dass der christlich-arabische Bischof und Historiker Agapios von Hierapolis eine frühere oder sogar die Originalfassung des Josephus überliefert habe.[2] Denn er zitiert ihn in seinem Kitab al-Unwan aus dem 10. Jahrhundert (zitiert nach Schneemelcher in der Übersetzung von Johannes Maier):

„... dass zu der Zeit ein Mann war, der Jeschua genannt wurde, einen guten Lebenswandel aufwies und als tugendhaft [gelehrt] bekannt war und viele Leute von den Juden und von anderen Völkern als Jünger hatte. Pilatus hatte ihn zur Kreuzigung und zum Tode verurteilt, aber diejenigen, die seine Jünger geworden waren, gaben seine Jüngerschaft [Lehre] nicht auf und erzählten, dass er ihnen drei Tage nach der Kreuzigung erschienen sei und lebe und daher vielleicht der Messias sei, in Bezug auf den die Propheten Wunderbares gesagt haben.“

Für diese Version spricht auch die Stilgleichheit mit dem anderen, eher als echt betrachteten Abschnitt, in dem Josephus eine neutrale und distanzierte, aber keine ablehnende Position zum Christentum einnimmt. Dass der Jude Josephus Jesus hingegen als „Messias“ bezeichnete, gilt als nahezu ausgeschlossen.

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Testimonium_Flavianum

1

Χριστιανισμός - Christentum: erstmals bei Ignatius von Antiochia (2. Jahrhundert) Ἰησοῦς Χριστός - Jesus Christus erstmals bei Josephus Flavius Judaicae XVIII 3,3 (~ 93) oder Sueton De vita Caesarum 25,4 (120) χριστιανί - Christen bei Sueton De vita Caesarum - Nero 16,2 und Tacitus Annalen (116-117) im Zusammenhang mit dem Brand Roms.

*** it-1 S. 466 Christ *** „Es war zuerst in Antiochia [Syrien], daß die Jünger durch göttliche Vorsehung Christen genannt wurden“ (Apg 11:26). Demnach könnte dieser Name schon im Jahre 44 u. Z., als sich die im Kontext erwähnten Ereignisse abspielten, in Gebrauch gewesen sein, obwohl der grammatische Aufbau dieses Satzes dies nicht unbedingt belegt; einige denken, es sei etwas später gewesen. Auf alle Fälle war die Bezeichnung im Jahre 58 u. Z. in Cäsarea schon so bekannt, daß sie sogar von Staatsbeamten gebraucht wurde, denn König Agrippa II. sagte damals zu Paulus: „In kurzem würdest du mich überreden, ein Christ zu werden“ (Apg 26:28).

Du musst aber verstehen das die "Christen" der Bibel nicht die Mitglieder des "Christentums" waren, sondern jüdische Sektierer mit politischen Zielen.

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@wildcarts

Nein!!!! Ein gläubiger Christ hatte keinerlei politische Ziele. Das ist historisch und biblisch leider nicht korrekt, was du sagst, sorry

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@Judi5

Jesus sagte, sein Reich ist nicht von dieser Welt. Es ging Ihm und seinen Nachfolgern nicht um Politik. Wir sollten treu unsere Steuern zahlen und uns an die Ordnungen des Staates halten (sofern sie nicht gegen die Bibel sind wie im 3. Reich), aber politische Ambitionen gab es nicht.

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