Wann wird ein zweiter Wohnsitz steuerlich anerkannt?

4 Antworten

Also. erst räumen wir hier mal mit falschen Vortellungen auf: Das Finanzamt erstattet auf keinen Fall Fahrtkosten. Die wirken sich lediglich über die Werbungskosten steuermindernd aus.

"Steuerprüfungen" sind: Umsatzsteuer-Außenprüfung, Lohnsteuer-Außenprüfung, Betriebsprüfung und Prüfung durch die Betriebsnahe Veranlagung. Deine EStErklärung wurde nicht "mehrfach geprüft", da wurden lediglich Nachweise angefordert. Das ist aber keine Steuerprüfung!

So, jetzt zum doppelten Haushalt: Das ist bei Ledigen so eine Sache. Da ist steuerlich gesehen immer der Arbeitsort der Hauptwohnsitz. Ob der Mittelpunkt der Lebensinteressen woanders ist, muss der Steuerpflichtige "durch geeignete MIttel" nachweisen.

Ohne jetzt den genauen Sachverhalt zu kennen: wenn es sich beim "Wohnsitz" bei den Eltern um das bisherige Kinderzimmer handelt und sozusagen ein symbolischer Beitrag, also nur die Nebenkosten, bezahlt wird, schaut es schlecht aus mit der steuerlichen Anerkennung.

Wenn Du mit dem Steuerbescheid nicht einverstanden bist, musst Du - innerhalb der Rechtsbehelfsfrist - einen begründeten Einspruch dagegen einlegen. Eine "erneute Prüfung" zu verlangen, ist sinnlos. Sowas gibt es nämlich nicht.

"Homeoffice" ist eine schöne Sache. Aber mach Dich mal schlau , inwieweit das steuerlich anerkannt werden kann. Da gibt es nämlich einige Hürden.

Danke für dein Feedback. Hier muss ich leider einigen Aussagen widersprechen. Steuerprüfungen waren es wohl, da jedes mal ein neuer Brief mit "Steuerprüfung" im Briefkasten lag. Egal ob Belege oder Mietverträge angefragt wurden.

Wie in meiner Frage geschrieben ist es nicht das Kinderzimmer, sondern eine Wohnung (in einem Mehrfamilienhaus) für die ich keine Miete sondern nur Strom und Nebenkosten zahle (da es familiäres Eigentum ist). Das, was ich halt verbrauche und nutze, wenn ich vor Ort bin.

Eine erneute Prüfung der Steuererklärung wurde mir im Brief vorgeschlagen. Entweder Einspruch oder eine erneute Prüfung.

Bzgl. der Homeoffice Regelung: vom Arbeitgeber werden mir 2 tage Homeoffice angeboten. Wenn ich diese mit einem Wochenende kombiniere, verbringe ich mehr Zeit im Heimatort, als am Beschäftigungsort. Bei der Anmeldung bei der Stadt wurde mir damals mitgeteilt, dass der Lebensmittelpunkt dort ist, wo man die meiste Zeit verbringt. In diesem Falle wäre es der Heimatort (4,5 tage). - zum damaligen Zeitpunkt war es noch der neue Beschäftigungsort.

Danke dennoch für deine Hilfe und dein Statement.

VG

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letztes Jahr werden die das wahrscheinlich nicht geprüft haben.

Wenn du dich an den kosten der Haushaltsführung am Heimatort beteiligt liegt besteht dort auch ein eigener Hausstand. die kosten für die doppelte Haushaltsführung sind daher Werbungskosten sofern dein lebensmittelpunkt auch tatsächlich noch dort liegt. Wenn du unter der Woche arbeiten musst und nur am Wochenende zeit hast Familie und freunde zu besuchen ist das nunmal so. was die gemeinde als erst oder zweitwohnsitz ansieht spiel steuerlich keine rolle

Hierzu gibt es auch Höchstrichterliche Rechtsprechung. Wende dich an einen Steuerberater. Mit dem kannst du die details in deinem konkreten fall besprechen. Hast du schon den Steuerbescheid bekommen? Achte darauf, das rechtzeitig Einspruch eingelegt wird. die Frist beträgt einen Monat ab Bekanntgabe des Bescheid. Wenn du keinen Termin bei einem Steuerberater mehr bekommst lege zur Frist Wahrung selbst Einspruch ein und schreibe das die Begründung nachgereicht wird. dies

Also vielleicht verstehe ich da ja was falsch, aber wenn der neue Wohnsitz am Arbeitsort Hauptwohnsitz ist sehe ich keine Veranlassung einer steuerlichen Vergünstigung für die doppelte Haushaltsführung.

Anders wird ein Schuh draus, also wenn der bisherige Wohnort der Hauptwohnsitz bleibt und am Arbeitsort ein Nebenwohnsitz begründet wird. Dafür gibt es dann halbwegs klare Richtlinien nach denen man sich richten kann um die Kosten erstattet zu bekommen.

Siehe zB. hier:

https://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/pendeln/doppelte-haushaltsfuehrung-diese-kosten-koennen-sie-absetzen.html

Woher ich das weiß: Recherche

Sorry, da bist Du falsch informiert. Hauptwohnsitz (Melderecht) ist an dem Ort an dem die überwiegende Zeit verbracht wird. Bei doppelter Haushaltsführung ist das i.d.R. der Arbeitsort (4,5 Tage sind nun einmal mehr als 2,5). Ausnahme: Verheiratete, die behalten gem. BVG die Ehewohnung als Hauptwohnsitz.

Das Melderecht hat aber überhaupt keine Auswirkungen auf das Steuerrecht.

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@Mikkey

Nix sorry sondern Danke für die Richtigstellung. Hatte das anders verstanden als ich Google bemüht habe.

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