Wann wird die EU vereinigt?

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11 Antworten

"Vereinigten Staaten von Europa" - wird es nie geben! Je mehr Kompetenzen von den EU-Mitgliedstaaten nach Brüssel abgegeben werden (müssen), desto stärker kommen in den einzelnen Ländern wieder die "nationalen Strömungen" auf!

Das Grundproblem liegt darin, dass man eigentlich viel mehr Gesamteuropäisch entscheiden müsste! Aber die europäische Bevölkerung das nicht mitträgt! 

Die nationalen Regierungen/Parteien müssen zwangsläufig auch deshalb sehr national denken und handeln, sonst werden sie nicht wiedergewählt! Machen sie das nicht und sind sie zu "Brüssel-freundlich" verlieren sie massiv Stimmen an die Rechtspopulisten!

Die nationalen Strömungen - der Rechtsruck ist fast in der ganzen EU zu spüren! (Italien, Frankreich, Österreich, Holland, Finnland, AfD usw. usf.)

Schuld daran sind auch die großen regierenden Volksparteien, (sozialdemokratischen und christlich sozial - konservativen), die es nicht geschafft haben, die immer weiter aufgehende Schere zwischen "Arm und Reich" zu stoppen! 

Während die Einkommen der Arbeiter und Angestellten fast stagnieren, haben die Unternehmen, Großkonzerne, Global-Player und deren Manager ihre Gewinne bzw. Einkommen durch die Globalisierung vervielfacht!

Dazu zahlen diese Konzernriesen durch Gewinnverschiebungen wenig, bis fast gar keine Steuern! Wie man bei Apple in Irland sieht! Dabei ist Apple der größte Konzern der Welt! (ca. 625 Milliarden)

Dazu kommt noch die "künstliche" Gemeinschaftswährung, die für die meisten (Süd)Staaten viel zu "hart" ist! Deutschland ist wirtschaftlich so stark und produktiv, dass fast alle anderen EU-Mitgliedstaaten schwer darunter leiden! (Durch zu teure Produktion - nicht wettbewerbsfähig - explodierende Staatsverschuldung und Arbeitslosenraten)

Wenn man in der Menschheitsgeschichte zurück blickt, so kann man feststellen, dass jedes größere Reich, jede Vielvölkergemeinschaft früher oder später wieder auseinander brach! Leider sehr oft durch blutige Revolutionen und Kriege!

Zuletzt zerfiel die UDSSR zum Glück relativ friedlich wieder in 15 Einzelstaaten! (Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Estland, Lettland, Litauen, Russland)

Und auch die EU beginnt ja schon auseinander zu fallen! Schaffen die smarten Briten (Nettozahler) einen "profitablen" Ausstieg, so könnten das Schule machen und ...

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Kommentar von Tetarded
10.02.2017, 23:56

"Das Grundproblem liegt darin, dass man eigentlich viel mehr Gesamteuropäisch entscheiden müsste! Aber die europäische Bevölkerung das nicht mitträgt! "

Seh ich leider genauso :-/

"Die nationalen Regierungen/Parteien müssen zwangsläufig auch deshalb sehr national denken und handeln, sonst werden sie nicht wiedergewählt! Machen sie das nicht und sind sie zu "Brüssel-freundlich" verlieren sie massiv Stimmen an die Rechtspopulisten!"

Ja, noch sind die meisten, besonders die älteren Menschen ziemlich beschränkt-national denkend. Aber die jüngere Generation lernt bereits die Freiheit eines Europas kennen. Dauert also noch etwas, aber wenn die "Umerziehung" voranschreitet, werden die Menschen vielleicht irgendwann sogar eine Verbundenheit zu Europa entdecken (vorausgesetzt die EU überlebt die Krise...)

"Schuld daran sind auch die großen regierenden Volksparteien, (sozialdemokratischen und christlich sozial - konservativen), die es nicht geschafft haben, die immer weiter aufgehende Schere zwischen "Arm und Reich" zu stoppen!"

Naja, so groß wie die Medien immer gerne hetzen ist diese Schere auch wieder nicht ;)

"Dazu kommt noch die "künstliche" Gemeinschaftswährung, die für die meisten (Süd)Staaten viel zu "hart" ist! Deutschland ist wirtschaftlich so stark und produktiv, dass fast alle anderen EU-Mitgliedstaaten schwer darunter leiden!" 

Aber genau das ist der Punkt: Wenn wir anfangen Haushaltspolitik auf die europäische Ebene zu verschieben gibt es keine Schulden der einzelnen Staaten mehr! Alles, was Deutschland überproduziert kommt der EU zu gute. Das ist, wie wenn Rheinland-Pfalz Schulden bei Bayern machen würde -> totaler Schwachsinn, denn es ist der gleiche Staat! :)

"Wenn man in der Menschheitsgeschichte zurück blickt, so kann man feststellen, dass jedes größere Reich, jede Vielvölkergemeinschaft früher oder später wieder auseinander brach! Leider sehr oft durch blutige Revolutionen und Kriege!"

Naja, das stimmt auch nicht ganz... Die meisten Vielvölkerstaaten wurden auch durch Blut und Eisen geeinigt, sowie die Völker, die nicht der dominierenden Partei unterlagen, ausgebeutet. So entstanden statt einer integrativen Konversion starke Defizite und Spannungen. Aber hier entwickelt sich eine Union über Jahrzehnte,  vielleicht sogar Jahrhunderte hinweg unter Miteinbeziehen aller Ethnien. Und ja, auch wenn es auch heute noch Spannungen gibt (wie z.B. das Griechenland-Bashing vor paar Jahren), so wird sich das, wenn die EU immer mehr Krise für Krise zusammenwächst, irgendwann legen...

"Schaffen die smarten Briten (Nettozahler) einen "profitablen" Ausstieg, so könnten das Schule machen und ..." 

Ich hoffe nicht! Ich wollte eigentlich in Paris mein Auslandssemester machen :(

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Stell die Frage, sagen wie, 2070 noch einmal! Nicht, daß es dann schon einen Bundesstaat gäbe, aber dann kann man die Frage, ob es bei einem Staatenbund bleibt, oder ob die EU ein Bundesstaat wird vielleicht beantworten.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben sich ja auch nicht gegründet, weil die verschiedenen Mitgliedsstaaten sich so sehr liebten. Der Zusammenschluß war lediglich die einzige Chance vom British Empire unabhängig zu werden. Daß diese Staaten sich teils garnicht mochten zeigte sich ja vor 150 Jahren im US-Bürgerkrieg.

Da die EU ein freiwilliger Zusammenschluß ist kann man wohl erst in 100 Jahren darüber nachdenken, ob die EU ein Bundesstaat werden soll? Ich frage mich aber was das bringt, denn die Verschiedenheit der europäischen Völker bringt auch Vorteile mit sich.

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Kommentar von Tetarded
09.02.2017, 22:19

Mhmm, dann muss ich wohl viel sport machen und Obst&Gemüse essen, dass ich das noch miterlebe :D

Naja, die kulturellen Diversitäten werden denke ich nie völlig aussterben, dafür ist Europa zu groß. Aber der Zusammenschluss wäre ein schritt in eine bessere Welt und ein Besipiel dafür, wie Menschen ihre Konflikte beilegen und zusammenwachsen. Abgesehen davon natürlich auch wirtschaftliche Vorteile etc. etc.

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Im Moment sieht es danach nicht aus, überall in Europa sprießen die Rechten aus den Boden wie Pilze. 

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Das kommt ganz darauf an, wie sich die EU in den nächsten 10-20 Jahren entwickelt. Es ist noch ein weiter Weg, denn neben den eu-internen Problemen, haben die Europäer noch nicht begriffen, dass die Zeiten der Kleinstaaterei in Europa sich langsam dem Ende zuneigen.

Für die alte Generation, die ihr Leben lang immer nur im gleichen Dörfchen oder Kleinstadt gelebt hat und allenfalls im Urlaub für 2 Wochen mal das europäische Ausland kennengelernt hat, erschließt sich der Sinn der EU noch nicht. Es ist immer mehr zunehmend die neue Generation, die die Freizügigkeit der EU ausnutzt, mal hier, mal dort gearbeitet oder studiert hat, weltoffen, neugierig und optimistisch ist und sich ein geschlossenes Europa wünscht.

Der Wohlstand, den die EU in Deutschland wie in keinem anderen Land, geschaffen hat, wird heutzutage als viel zu selbstverständlich wahrgenommen. Ein Blick nach Großbritannien in den nächsten Jahren wird zeigen, dass es Ausstieg aus der EU zunächst zwar Vorteile haben kann, der Wohlstand und der Wohlstandszuwachs langfristig aber stark ausgebremst werden. Und wenn die Briten merken, dass das ja doch alles nicht so toll ist, dann ist ja sowieso nur wieder die Politik schuld...

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Kommentar von voayager
09.02.2017, 14:06

so-so, Wohlstand hat also die EU geschaffen und das sagst du so einfach, ohne zu erröten, obwohl in etlichen ihrer Staaten eine hohe Arbeitslosigkeit besteht. Hut ab vor deinen Fehldeutungskünsten ! 

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KV = Kannst Du vergessen.
Nicht in diesem Jahrhundert und dnach nicht sobald.

Staaten werden nicht einfach erfunden, sondern rekrutieren entlang historischer Prozesse.

Einer davon ist eine Verfassung, ohne die kein Staat zu machen ist.
Schon der erste Versuch (Lissabon Vertrag) scheiterte kläglich.
Per Referendum stimmten Staaten wie die Niederlande mit nein, in Deutschland stoppte das Bundesverfassungsgericht diesen Putsch von oben, den Vertrag zur Verfassung zu erheben.

Nebenbei, was hättest Du davon Dich Europäer nennen zu können?
Ohne zu wissen, welchem Recht Du Dich unterwirfst, welchem Sozialsystem?
Ein Idealismus reicht nicht für eine Staatsgründung, abgesehen von der jahrhunderte alten Frage was ein "idealer Staat" denn sei?

Seit nun endlich 70 Jahren geistert diese Schapsidee von den "Vereinigten Staaten Europas" durch die Lande, sonderlich weit ist die nicht gekommen.

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Kommentar von Tetarded
09.02.2017, 03:23

Naja, vor 70 Jahren sind wir mit Panzern aufeinander losgefahren. Ich finde der Fortschritt ist erkennbar… :D

Wenn die Menschen es schaffen ihre starren Nationalen Ausrichtungen abzustreifen, einen Teil ihrer Souveränität aufzugeben um zu etwas größeren zu werden, dann ist das ideal. Die damit verbundenen massiven wirtschaftlichen Vorteile sind real. Ein großer Flächenstaat mit einer von mir aus starken Föderalstruktur ohne Grenzen und mit dem Gefühl, dass alle zueinander gehören. Klar, nicht sofort durchsetzbar, aber dennoch ein lohnendes Ziel. Das wäre der Anfang einer neuen Ära und ein Zeichen für die Welt. Naja. Mal sehn.

Das mit Lissabon les ich mir gleich mal durch…

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Kommentar von Tetarded
09.02.2017, 04:20

Dem sei Jean Claude Juncker (EU-Präses) entgegengehalten: "Der Nationalstaat ist kein Provisorium, er wurde auf Dauer geschaffen".

Wieso sollte er ein Provisorium sein? Er geht doch dann auf in etwas größerem, eben als föderalistisches Bundesland oder sonst was. Staaten splittern und Fusionieren, das ist die Essenz der Geschichte. Nichts ist von Dauer.

"Wie überführt man die Königshäuser Englands, Dänemark, Niederlande, Belgien, Spanien in eine "europäische Verfassung"?
Wie erhält man eine Mehrheit des Volkes für die Zustimmung einer neuen Verfassung (Vorbehalt des Grundgesetzes)?"

Für alle diese kleinen Probleme gibt es eine Lösung. Die Adelshäuser können sich z.B. in die föderalen Subjekte eingliedern. Die Zustimmung des Volkes kann man über Wahlen feststellen. Man kann ja ein Komitee mit der Verfassung beauftragen und das Volk abstimmen lassen. Eben so wie in einem Staat. Aber da ich nicht in der Politik arbeite und gerade nur auf dem Klo hocke, kann ich dir sagen, es gibt bestimmt auch bessere und vor allem feinere Lösungen ;D


"Kleinigkeiten gegenüber den Fragen aus den Folgen des zweiten Weltkrieges.
Deutsche wieder in Ostpreussen, Pommern, Mähren, gar Kalingrad?
Oh, nicht diese alten Gechichten."

Ähm, sry, das versteh ich iwie nicht. Wieso ist es ein Problem, wenn Deutsche in Pommern wohnen? Polen wohnen doch auch bei mir um die Ecke? Ist das nicht das Konzept der Visafreiheit? Oder meinst du da was ganz anderes? :-/


"was ist mit denen des zweiten Weltkrieges?"

Es gab nie welche. Es gab ja nichtmal nen richtigen Friedensvertrag! :D

""Deutschland ist der Gewinner des Euro" ,Kanzlerin Merkel (CDU).
Wer genau sind dann die Verlierer und warum sollten sie das bleiben wollen?"

Warum muss es immer einen Verlierer geben? :D Aber klar, gerade bei dem Thema kann man verschiedene Ansichten vertreten was Frau Merkel da von sich gibt…


"Klingt sogar nicht nach Europa oder Optimismus, eher nach, aus der Geschichte nichts gelernt."

Ja, das stimmt wohl. Menschen lernen nie.


"Noch einmal Geschichte, wer würde denn den Verlierer des zweiten Weltkrieges zum Sieger der Geschichte erheben, in Europa? "

Warum soll Deutschland Sieger der Geschichte Europas sein? Wenn sich alle Staaten einigen gibt es doch kein richtiges Deutschland sondern nur noch Europa. Ist ja nicht so, dass alle zum Vasallen Deutschlands werden. Dieses Denken "mein Staat vs dein Staat" wäre damit rudimentär. Es wäre auch in gewisser Weise ein Neuanfang.

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Es sieht eher danach aus, als ob die EU auseinander fällt. Bei den nächsten Wahlen z.B. in Frankreich - sollte FN gewinnen, so ist eine Fraxit der nächste Rückschlag.

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Das wäre wahrhaftig ein gewaltiger Fortschritt, aber ich denke den werden wir nicht mehr erleben können.

Erstens : Zu wenig Befürworter, zu viele Gegner

Zweitens: Die Verständigung wäre schwer, 26 unterschiedliche Sprachen

Drittens: Gefahr vor einer möglichen diktatorischen Regierung falls ich mich nicht irre..

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Kommentar von Tetarded
09.02.2017, 03:05

Mhmm, naja.

1. besonders die Jüngere Generation ist ja eher dafür, also müsste sich die EU-Sympathie ja iwann mal verbessern?
2. die Russische Föderation hats auch geschafft. Und wenn wir eben alle 2-sprachig sind, das schaffen wir denk ich ;D
3. wieso? o.O

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Kommentar von Pegasus1912
09.02.2017, 03:11

Na wenn die EU nur einer Regierung unterliegt weil sie "vereint" ist, und die Regierung rechte Züge aufweist, könnte es zu einer Dikatur wie in Deutschland 1933-45 kommen. Oder? :D

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Kommentar von Tetarded
09.02.2017, 03:16

Naja, die "rechte Bedrohung" gibt es in jedem Staatskonzept (AfD ist ja auch in Deutschland am Drücker).Muss man in der Verfassung nur für die normale Gewaltenteilung sorgen und klar, eine kleine Gefahr gibt es immer.

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Das ist nicht realistisch ohne eine EU Osterweiterung wäre derartiges vielleicht unter gewissen Umständen in denn nächsten 20-50 jahren durchaus möglich gewessen.

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Kommentar von schmerberg
09.02.2017, 11:51

Aber Hoppla, da sind etliche Wessis mindestens ebenso nationalistisch eingestellt. Also nicht immer die Schuld auf die Anderen verschieben

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Hallo.

Ich hatte Zeitungen, Bücher, offizielle Texte usw gekauft.
Darunter welche, die offizielle Texte für ein vereintes Europa waren.
Ich habe sie aufgehoben, sind im Bücherregal.

Schon mit den Einleitungen hatte ich voll Bammel.
Das fing etwa so an :
Wir Staatschefs erklären uns alleinbevollmächtigt, und haben entschieden, was folgt. Lyon, den xyz. Unterschriften.
Beim Durchlesen der Unterschriften begriff ich, wie viele Königreiche und ähnliche in Europa sind.

Was mir weh tat war, dass da immer ein ganz kurzer Paragraf drinstand, so etwa :
Europa kann sich eigenständig weitere staatliche Verantwortungen aneignen.
Aua. Verzeihung, bitte.

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Steht au meinem Reisepass.

Aber, "Europa" als Staat wird nie werden, dafür ist es schon viel zu spät. Zu viele Köche han die Sosse schon seit Langem verdorben.

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Kommentar von schmerberg
09.02.2017, 11:46

Auch die USA hatten schlimme und langwierige Geburtswehen!

Viele Köche, viele Saucen und ... na ja, gerade noch genießbar.

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Kommentar von Tetarded
09.02.2017, 22:06

Haha, Humor ist gut! :D

Naja, der große Unterschied ist, dass es alle bisher mit brachialer Gewalt versucht haben. ;)

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Die EU wird mittel,- und schon mal gar nicht kurzfristig vereinigt werden, dafür fehlen jegliche Voraussetzungen. 

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