Wann wird aus einem besorgten Bürger ein Nazi?

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15 Antworten


Ab wann wird man heute bereits als Nazi bezeichnet?

Wer ist "man"? Das ist zu ungenau und daher willkürlich. "Nazi" ist ohnedies kein zutreffender Begriff, weil es heute allenfalls "Neonazis" gibt. Wenn man sich zu diesen und ihren politischen Organisationen sowie Zielsetzungen bekennt, dann ist man ein "Neonazi"!

Ist man Nazi, wenn man die AfD wählt, wenn man etwas gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung hat?

Nein, aber:

  1. Wer die AfD wählt, sollte immer sein staatsbürgerliches Gewissen befragen, ob er es als Teil einer freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratie verantworten kann, einer Partei politische Macht zu verschaffen, die a) bereits in ihr Parteiprogramm Inhalte aufgenommen hat, die mit einer freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratie in Widerspruch stehen; b) deren politisches Führungspersonal Ansichten äußert, die äußerst rechts zu verorten sind und rechtsstaatlichen Grundsätzen widersprechen; c) die bekanntermaßen aus äußerst rechten und neonazistischen Kreisen sowohl Mitglieder als auch Anhänger und politischen Zuspruch gewinnt.
  2. Kritik an der Regierung ist in Deutschland erlaubt, durch das Grundrecht der Meinungsfreiheit gedeckt und immer üblich gewesen. Auch Kritik an der Flüchtlingspolitik der Regierung gehört dazu, vorausgesetzt, dass sie sinnvoll und konstruktiv auf Mängel hinweist und nicht nur emotionaler Abneigung mit dem Ziel pauschaler Hetze gegen die Regierung und unsere Demokratie entspringt - selbst dann wäre sie i. d. R. nicht verboten, sondern würden sich entsprechende "Kritiker" eben als dumme Menschen ohne politische Urteilsfähigkeit selbst entlarven. Allerdings: auch wenn "Neonazis" ohne Frage dumme, ungebildete, politisch nicht urteilsfähige Menschen sind, so sind doch nicht alle dummen, ungebildeten, politisch nicht urteilsfähigen Menschen gleich "Neonazis".

Warum wir heute jeder, der die Regierung kritisiert als Nazi bezeichnet?

Wenn auch in eine Frage gekleidet, so ist der Inhalt genau das, was ich oben meinte: dumme und emotionaler Abneigung entspringende pauschale Hetze gegen unsere Regierung!

MfG

Arnold




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Ich finde, wir sollten unsere Besorgten Bürger nicht mit der Nazi-Keule noch weiter ins Abseits prügeln sondern Verständnis aufbringen.

Nicht jeder hat es leicht im Leben und es gibt eben verängstigte Menschen. Das Leben in einer immer komplizierteren Welt überfordert so manchen und er fühlt sich mit seiner Orientierungslosigkeit und den Misserfolgen überfordert. Die Frauen sind beruflich erfolgreich und wenden sich von ihnen ab.

Schaut in die traurigen Augen der AfD-Opis und PEGIDA Männchen! Nach "Ein Herz für Kinder" sollten wir "Ein Herz für Bersorgte Bürger" starten.

Alter Naiver - (Deutschland, Politik, Nazi)
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Kommentar von Kai42
03.10.2016, 15:40

Leider ist "besorgter Bürger" mittlerweile genauso in Verruf geraten wie der "Gutmensch". Aber egal.

Du hast vollkommen recht. Die Ängste, sei es Abstiegsängste oder was auch immer sind teilweise bestimmt berechtigt. Das ist auch nicht okay. Und es ist wichtig, dass diese Ängste und Sorgen und Nöte rauskommen und artikuliert werden. Aber bitte NUR diese - nicht die falschen Rückschlüsse.

Wie können Flüchtlinge daran Schuld sein, dass es Menschen hier schlecht geht? Was kann der Flüchtling davon, dass sich eine Frau von ihrem Mann trennt? Nichts und schon nichts, wenn Sie es aus rein finanziellen Gründen tut, weil er arbeitslos geworden ist. Wobei es das auch umgekehrt gibt. Aber das ist kein Problem "Mann", "Frau", "Einheimisch" oder "Ausländer", sondern von "Ars***loch" oder "Nicht-Ars***loch".
Aber die Flüchtlinge können dafür nichts und werden Sie auch nie. Wenn, dann haben die Regierenden und das politische System Schuld. Also bitte, wenn dann wählen gehen, aber lasst die Flüchtlinge einfach wieder zur Ruhe kommen, sodass sie eine Chance haben Ihre schlimmen Erfahrungen zumindest teilweise verarbeiten können.

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Die Gegenseite ist mit ihren Beschimpfungen aber auch nicht netter. Stellenweise hat man schon den Eindruck, dass es verboten ist, die AfD zu kritisieren, weil man dann ein "gleichgeschaltetes Propaganda-Opfer der Regierung und der Lügenpresse" ist. Die Meinungsfreiheit gilt dann plötzlich nicht mehr, auch wenn die sonst das höchste Gut ist.

Ich denke, dass das politische Klima in Deutschland momentan ziemlich giftig und gespalten ist und dass es für eine Diskussion nicht förderlich ist, die Gegenseite als "Gutmensch" oder als "Nazi" zu bezeichnen, um sie zu diffamieren. Auf der einen Seite ist es erlaubt, auch Kritik an der Regierung zu üben und es gibt tatsächlich auch Leute, die das vernünftig auf die Reihe kriegen. Auf der anderen Seite gibt es nun auch Leute, die im Kern schon immer so'n bisschen rassistisch waren und das jetzt mit der Flüchtlingskrise endlich ein bisschen offener ausleben dürfen. Und da liegt es dann in der Natur der Sache, dass die nicht so nette Spitznamen kriegen. Von daher... der Ton macht die Musik.

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Ein besorgter Bürger hinterfragt Maßnahmen, Situationen, Sachverhalte.

Zeigt sich besorgt, drückt das auch aus. DEmonstriert um darauf aufmerksam zu machen.

Ein Nazi wird aus ihm, wenn er anfängt verallgemeinernd zu beleidigen. Die Regierung als Volksverräter zu beschipfen, oder gar, noch schlimmer zu Straftaten greifen sollte.

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Also ich weiß gar nicht wie oft hier schon behauptet wurde, dass jeder, der die Regierung kritisiert Nazi genannt wird. Ich kritisiere fast jeden Tag etwas an unserer Regierung und mich hat noch nie einer Nazi genannt. AfD ist Rechts-Konservativ. Da sind meiner Meinung nur wenige Nazis zu finden.

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Es wird nicht jeder, der die Regierung kritisiert, als Nazi bezeichnet. Aber die Inhalte der Kritik, die Wortwahl, manche Inhalte der AfD  -die allerdings vermutlich von den Wählern keiner gelesen hat - sind schon sehr braun angehaucht.

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Was ist das für eine unlogische Schlussfolgerung, dass ein jeder Bürger, der die Regierung kritisiert ein Nazi sei. Linke haben schon immer die bürgerlichen Regierungen kritisiert und stehen dabei diametral zu den Faschisten.

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Bitte lies dir erstmal das Parteiprogramm der AFD an, wenn man sie danach immer noch wählt gehört man nicht nach Deutschland, wo andere Werte und Normen gelten als in X auf der Welt.

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Das ist auch wieder etwas zu pauschal.

Für mich wird erst dann einer zum Nazi, wenn er über seine Situation nachdenkt, dies auch sehr gerne äußern soll, aber dann zu falschen Rückschlüssen kommt.

Also nach dem Motto "Oh, mir geht es schlecht wegen Arbeitslosigkeit. Wer könnte wohl Schuld sein? Ah, die Neuankömmlinge."
DANN ist jemand gedanklich definitiv falsch unterwegs. Und wenn er dann die Flüchtlinge dann auch noch angreift, wird er zum braunen Mob.

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Kommentar von deadeagle
03.10.2016, 14:36

Stimmt, dafür können die Asylanten nichts.

Deshalb sollte man das Pack was die hergeholt hat allesamt.....

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Nimand wird zum Nazi man braucht nur etwas zu sagen was anderen nicht gefällt und schon ist es soweit!Genau wie wer die AFD wählt ist ein Nazi,wer anspricht Merkels Flüchtlingspolitik ist auch einer.Und der mal negative Vorkomisse bez.Islam Flüchtlinge anspricht so und so.

Denke man darf nichts mehr sagen nur noch den roten Teppich ausrollen.

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Es kommt immer darauf an, von welcher Seite der besorgte Bürger gesehen wird.

Wird er von staatlicher Politik oder von Links gesehen, kann es schon sein, dass er als Nazi abgestempelt wird.

Viele Leute machen es sich heute sehr einfach mit der Vergabe mancher Wortschöpfung - leider.

LG Lazarius

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Die Massenmedien liegen in der Gewalt der Regierung. Jeder der nicht Linientreu ist und dem Mantra folgt, das einem vorgesungen wird, wird abgestempelt. 
Aber der Bürger wird dann zum Nazi, wenn er eine gesunde Mischung der Bevölkerung ablehnt und eine reine Monokultur erreichen möchte. 
Mit gesund meine ich, natürlich. Denn seit dem Anbeginn der Menschheit gab es diese Durchmischung. Ist also keine Erfindung von Wissenschaftlern oder Politikern.

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Kommentar von Crack
03.10.2016, 15:05

Die Massenmedien liegen in der Gewalt der Regierung. Jeder der nicht Linientreu ist und dem Mantra folgt, das einem vorgesungen wird, wird abgestempelt.

Auch in den "Massenmedien" gibt es zahlreiche Regierungs-kritische Artikel.

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Kommentar von wfwbinder
03.10.2016, 15:28

Massenmedien liegen in der Gewalt der Regierung.

So ein Quatsch. Woher dann die kritische Berichterstattung auf manchen Kanälen und in manchen Zeitungen?

Kann es nicht einfach sein, dass es eine vorherrschende Meinung gibt, der, zum Teil mehr, zum Teil weniger, Bundesweit ca. 80 % der Wähler vertreten?

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Als Folge der alliierten "Umerziehung" nach dem WKII ist "NAZI" als Sammelbegriff für alles Böse in Gebrauch gekommen, das dem Verwender des Schimpfwortes gerade in den Sinn kommt.

Man wird als Nazi bezeichnet, sobald man anfängt, Sinn, Bedeutung und Rechtmäßigkeit der Maßnahmen der Regierung zu hinterfragen.                    Dabei bedeutet der Begriff "NAZI" nichts weiter als ein undefiniertes Schimpfwort wie zB A.-

Keiner hat die Hände aus den Taschen genommen, um erst einmal zu sagen, was er denn überhaupt mit dem Begriff "NAZI" meint. Die Ideologie des NS war die "Volksgemeinschaft", das kann doch nicht gemeint sein?

Der Grund für den inflationären Gebrauch der Nazikeule ist, daß den Inhabern der Medienmacht nichts anderes mehr zur Verteidigung der offiziellen Politik mehr einfällt. Argumente gibt's nicht, also muß ein Schimpfwort her.

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Kommentar von dataways
04.10.2016, 20:38

Keiner hat die Hände aus den Taschen genommen, um erst einmal zu sagen, was er denn überhaupt mit dem Begriff "NAZI" meint.

Genügt Dir vielleicht die Definition eines Online-Lexikons namens Wikipedia? https://de.wikipedia.org/wiki/Nazi

Die Ideologie des NS war die "Volksgemeinschaft"

Die Ideologie war eine Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft von Teilen des deutschen Volks, so z.B. Slawen, Deutsche jüdischen Glaubens, deutsche Sinti und Roma, dunkelhäutige Deutsche aus den ehemaligen Schutzgebieten, politisch andersdenkende Deutsche, Deutsche mit geistigen und körperlichen Behinderungen, Deutsche mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, deutsche Zeugen Jehovas und, und und...

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Ab wann wird man heute bereits als Nazi bezeichnet? Ist man Nazi, wenn
man die AfD wählt, wenn man etwas gegen die Flüchtlingspolitik der
Regierung hat?

Nazi ist, wer der nationalsozialistische Ideologie anhängt.

Warum wir heute jeder, der die Regierung kritisiert als Nazi bezeichnet?

Rechte verprügeln sich häufig selbst mit der Nazikeule. Grund für dieses Verhalten dürfte sein, dass man sich traditionell gerne als Opfer feiert. Ein Verhaltensmuster, das sehr häufig unter Rechten zu beobachten ist. Vermutlich eine Strategie zur Kompensation der Realitäten. https://media3.giphy.com/media/vruSLrkjYdUzK/200.gif

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Kommentar von Crack
03.10.2016, 15:19

Rechte verprügeln sich häufig selbst mit der Nazikeule. Grund für dieses Verhalten dürfte sein, dass man sich traditionell gerne als Opfer feiert.

Typisch dafür ist der oft angehängte Teilsatz:

"...aber das darf man ja nicht sagen weil man dann sofort ein Nazi ist."

Tatsächlich sind unberechtigte Nazi-Beschuldigen eher die Ausnahme als die Regel.

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Ein Neonazi wird man nicht so schnell aber an dem denken vieler sobald du nur ein Wort gegen Flüchtlinge Ausländer oder für das Wohlergehen der deutschen bist, dann bezeichnen dich viele schon als nazi.
Willkommen in 2016

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Kommentar von Dahika
03.10.2016, 17:48

Besser 2016 als 1933,

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