Wann wieder abreiten nach schwerer Depression?

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4 Antworten

Schlussendlich kann nur du selbst entscheiden, wie weit die Belastung für dich gehen soll.

Meiner (persönlichen) Meinung nach ist es immer eine Gratwanderung zwischen Rückzug und Aktivität. Zu voreiliger Rückzug kann ein Vermeidungsverhalten auslösen, was längerfristig problematisch ist. Zu viel Aktivität kann in einem Rückfall münden, was nochmals viel schlimmer ist.

Im Zentrum der Entscheidung solte immer deine Gesundheit stehen. Einen Rückfall gilt es mit allen Mitteln zu verhindern, genauso wie ein sozialer Rückzug.

Ich rate dir ab, dich einfach Krankschreiben zu lassen und anschliessend im luftleerem Raum "herumzuhängen". Dies ist für die Depression Gift. Ebenfalls rate ich dir ab über deine Grenzen hinauszugehen.

Eine Tagesklinik ist meiner Erfahrung nach die richtige Methode, um sich langsam wieder an Belastungen zu gewöhnen. In der Tagesklinik lernst du wieder Termine wahr zu nehmen, hast einen strukturierten Tagesablauf und wirst dosiert neuen Belastungen ausgesetzt. So wirste wieder an einen Alltag gewöhnt ohne dass eine Rückfallgefahr besteht.

Ich persönlich hätte es nicht ohne Tagesklinik geschafft, doch wie gesagt: Schlussendlich kannst nur du selbst entscheiden was für dich stimmt. Stelle einfach deine Gesundheit ins Zentrum.

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Mizia 26.09.2016, 11:24

Danke für deine Antwort!

Daheim bleiben und nichts tun bringt nichts, da hast du recht. Dass die Tagesklinik etwas nach nem stationären Aufenthalt was bringt, habe ich auch schon gehört, aber die Psychologin hat mir eher davon abgeraten und gemeint ich solle bald wieder arbeiten gehen. Werde mich dort jetzt aber doch noch vorstellen, so macht es momentan ja keinen Sinn....

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Wenn du einen Platz in der Tagesklinik bekommst, wäre das super, denn es wäre der Zwischenschritt zw. vollstationär und wieder arbeiten.
Auf alle Fälle würde ich dir raten, dich wieder krankschreiben zu lassen und beim Wiedereinstieg noch reduzierter zu arbeiten. Ich weiß nicht, was du beruflich arbeitest, aber mit 10 Std. in der Woche wäre es schon anfangs genug. Kenne aber Menschen, die mehr als 1 Jahr brauchten, um auf diese Stufe zu kommen.
Wenn du eine Psychotherapie mit regelmäßigen Terminen machst, kannst du besser mit der/m Therapeutin/en reflektieren, wo du stehst. Wo du dich vielleicht überschätzst. Psychiater schicken häufig viel zu schnell die Patienten wieder in die Arbeit, weil sie die individuelle Situation überschätzen, möglicherweise auch, weil die Krankenkassen Druck machen.
Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Bei einem Rückfall dauert es noch viel länger, vor allem ist dieser dann noch zusätzlich zu verkraften.
Alles Gute.

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Mizia 26.09.2016, 11:07

Vielen Dank, das geht mir auch ständig durch den Kopf. Und da es mir nach der Klinik wieder echt gut ging möchte ich nichts riskieren....  hänge mit den Ärzten Therapeuten leider momentan total in der Luft und hab den Eindruck alles selbst entscheiden zu müssen, was in so net Situation natürlich super einfach ist.... :(. 

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bikerin99 26.09.2016, 11:11
@Mizia

Gibt es jemand anderen, mit dem du über deine Situation sprechen und reflektieren kannst, solange du keinen Therapeuten hast?
Gerade jetzt ist es schwierig selbst ohne Reflexion zu entscheiden, meiner Erfahrung nach, überschätzen sich viele Kranke, wenn es ihnen endlich wieder besser geht.

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Mizia 26.09.2016, 11:18

Ich habe einige Kollegen, die das direkt oder indirekt auch kennen, diese raten mir eher nochmal daheim zu bleiben bzw in eine Tagesklinik zu gehen.

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bikerin99 26.09.2016, 11:25
@Mizia

Die sprechen aus eigener Erfahrung, vielleicht gelingt es dir diese Ratschläge anzunehmen.

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Eine Tagesklinik ist eine gute Möglichkeit. Evtl. gibt es da Wartezeiten. 

Das kannst Du mit Deiner Psychiaterin in Ruhe besprechen. Wahrscheinlich muss auch die Krankenkasse ihre Zustimmung dafür geben. Deine Psychiaterin kann das für Dich befürworten.                                 Psychiater können evtl. auch direkt in Akutkliniken stationär einweisen        (so war es bei mir letztes Jahr auch noch der Fall)

Ich kann Dir nur raten, setze Dich in keinster Weise unter Druck und lasse Dich bis auf weiteres komplett krankschreiben von Deiner Psychiaterin.

Gleich 4 Stunden arbeiten bei Wiedereingliederung wäre ohnehin sehr viel !  Manche arbeiten erstmal nur 1-2 Stunden pro Tag und das für Wochen.

Ich bin in meinen vielen depressiv bedingten Krankheitsjahren in 6 Kliniken gewesen und habe dabei tlw. auch zu früh angefangen zu arbeiten, was absolut nicht sinnvoll war. Ich habe mich so wiederkehrend jahrelang mehr oder weniger "halbkrank" auf die Arbeit geschleppt (meist am Limit !). Meiner Gesundheit hat es letztlich nur geschadet ! Die Krankheit kam immer wieder.

Letztlich hat es dazu geführt, dass ich (als "Ü-50") mittlerweile deswegen sogar frühberentet werden musste.

Natürlich kenne ich nicht Deine Arbeitssituation und wie es allgemein finanziell bei Dir aussieht. Das ist Deine Privatsache bzw. nur Dir bekannte Situation.

Die eigene Gesundheit sollte trotzdem immer unbedingt vor allem gehen !!

Ich finde es sehr lobenswert, dass Du Dir weiterhin helfen lassen möchtest und dafür bereit bist, auch weiterhin Hilfe anzunehmen.  Alles Gute Dir !

        

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naja, tagesklinik ist ja auch kein normaler alltag.

besteht die moeglichkeit, dass du weniger als die 5 tage arbeitest? z.b. 4 tage und dabei mittwochs frei, so dass du immer nur 2 tage hintereinander hast?

natuerlich musst du das mit deiner therapeutin abklaeren, aber wenn du jetzt wieder hinschmeisst, befuerchte ich, dass die wahrscheinlichkeit, wieder eingegliedert zu werden, eher geringer wird.

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Mizia 26.09.2016, 11:13

Ja, da hast du auch wieder recht, möchte ja auch gern arbeiten, aber wenn ich nach 3 Tagen Arbeit 5 Tage brauche um wieder einigermaßen fit zu werden bringt es auch nichts. Ich versuche es heute nochmal und hoffe, dass ich bald ne Termin bei der Ärztin bekomme. Vielen Dank für deine Antwort 

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