Wann, wie und woher bekommen Brenner und Umwälzpumpe des HK 1 ihr Startsignal, das da lautet "es herrscht Wärmebedarf"?

3 Antworten

Hallo,

es gibt auf dem Markt verschiedene Varianten von Heizungssteuerungen.

  • Vereinzelt wird die reale Raumtemperatur gemessen. Dies hat jedoch den Nachteil, dass man hierzu einen "Testraum" braucht, dessen Heizung kein Thermostatventilkopf trägt und der keine innere Lasten (größere elektrische Geräte, mehrere Menschen...) und keine große äußere Wärmeeinbringung erfährt. Diese Voraussetzungen sind in der Praxis oft nicht leistbar.
  • Meist fährt das Gerät außentemperaturabhängig. Die Steuerung erhält entweder manuell vorzunehmende Infos, wie gut das Haus isoliert ist (durch Einstellung am Regler) oder es holt sich diese Info durch "Lernen" (kann mehrere Tage dauern - Heizungsregelung prüft, wie ausgekühlt das Rücklaufwasser ist und zieht daraus Schlüsse auf die Isolationsqualität)  

Es gibt eine so genannte "Heizkurve". Der Regler weiß, dass er bei einer bestimmten Außentemperatur soundsoviel Temperatur am Vorlauf zu liefern hat. Darüberhinaus schaltet er ein, wenn der Boiler Energie anfordert und wenn der Frostschutz greift. Oder wenn die Legionellenvorrangschaltung aktiviert ist.

Der Hauptregler ist nur eine Vorregelung. Die Endregelung übernehmen stets die Thermostatköpfe an den Heizkörpern. So ist gewährleistet, dass sowohl Kellerräume als auch sonnendurchflutete Räume der oberen Geschosse gleiche Raumtemperaturen haben.

Probleme können entstehen, wenn eine Außentemperatur von 15°-20° herrscht. Dann können einzelne Regler abschalten, da sie "der Ansicht sind", das Haus werde durch die inneren Lasten schon auf 21°C Raumtemperatur kommen. Das ist aber vor allem im Kellerbereich oft nicht der Fall. Dann muss am Regler die Solltemperatur und/oder die Heizgrenztemperatrur (falls justierbar) erhöht werden. 

Die im Regler hinterlegte Logik ist kein Buch mit sieben Siegeln, Von den Herstellern wird die Logik in den Handbüchern nicht detailliert erläutert, weil fachlich in die Tiefe gehende Erläuterungen den Endkunden meist mehr verwirren als aufklären.  

Gruß Ralph Schelle

Danke - für eine Super-Antwort.

Nur: Das in den ersten 4 Absätzen weiß ich ja alles.

"Heizgrenztemperatur ... erhöht" = Niveauverschiebung der (flacher gelegten) Heizkurve? - Wie hoch geht das, wenn man - wie ich - im August mal einen Kellerheizkörper heiß braucht?

Der Kunde braucht einen Knopf an der Betreiberebene, mit dem er das mal eine Zeitlang (z.B. für 2 Wochen) bewerkstelligen kann.

"... nicht detailliert erläutert, weil fachlich in die Tiefe gehende Erläuterungen den Endkunden meist mehr verwirren als aufklären" ist schlicht eine Gemeinheit gegenüber dem Kunden. 

Der Kunde braucht einen Knopf an der Betreiberebene.

Welcher Hersteller hat den? 

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@aibin

Die Heizgrenztemperatur hat nichts mit der Steilheit der Heizkurve zu tun. Sie ist einzig der Schaltpunkt, an welchem die Heizung auf Grund von zu kalter Außentemperatur generell aktiviert wird. Wenn Probleme in der Übergangszeit bestehen, sollte die Heizgrenztemperatur auf 19 Grad erhöht werden. Einfache Regler bieten diese Einstelloption allerdings nicht an. 

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Im simpelsten Fall reagiert der Brenner nur auf die Werte des Aussenfühlers und hält bei einem voreingestellten Mindestwert am Aussenfühler dann in seinem Voratsbehälter eine Grundmenge vorgewärmten Wassers auf Abruf.

Die Umwälzpumpe wird dann nur aktiviert / hochgefahren wenn z.B. durch eine gewisse Druckdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf am Kessel ein geöffnetes Thermostatventil an einem der im Kreislauf angeschlossenen Heizkörper festgestellt wird.

Die einzelnen Thermostatventile an den Heizkörpern öffnen dabei im simpelsten Fall auch nur durch thermomechanische Einflüsse in Reaktion auf die sie direkt umgebende Raumluft.

Soweit mal der simpelste Fall.

Also, Parhalia2: diesen "simpelsten Fall" hat wohl niemand, der bei Föhn mit >20° außen (wie Anfang März) in seinem Kellerbüro friert ...

Und: "Druckdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf": 
Schön wär's. Wer hat das? Bitte Hersteller + Typ.

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Da sie keine Raumregler haben sind es wohl die Termostatköpfe der Heizkörper die den HK1 (Heizkreis 1) also die Heizkörper mit Wärme versorgen.

Hier kann es helfen im OG die Thermostatköpfe der Heizkörper auf Stufe 2 einzustellen. Je Nach Hersteller 17 bzw. 18°C. Und in den unteren Geschossen auf z.B. Stufe 2,5 bzw. 3. Das wären dann 20-22°C.

Der Heizbedarf ist ein errechneter Wert. Wenn die Heizung Anforderung hat, kann das neben den Heizkreisen auch am Boiler liegen. Denn aufgrund der Außentemperatur wird die Vorlauftemperatur geregelt.

Wenn der Speicher/Boiler diese nicht mehr liefern kann bzw. die Reserve angegriffen wird, das ergeben die Speicher Fühler, dann startet der Brenner bzw. die Pumpe.

Das kann je nach Hydraulischen System auch zutreffen wenn Wärme für das Warmwasser erzeugt werden muss.

Die Pumpe läuft sobald der Vorlauffühler bzw. Speicherfühler hierfür Anforderung erteilt.

In den Räumen benötigt es nun Thermostatköpfe, die als Raumregelung funktionieren. Die Fussbodenheizung liefert die Grundleistung. Die Heizkörper sind in Räumen dazu da, falls die Fussbodenheizung die Grundlast alleine nicht mehr stemmen kann.

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