Wann und wo würdet ihr leben wollen?

Das Ergebnis basiert auf 36 Abstimmungen

BRD vor der Wende 31%
Ausland und zwar... 28%
Heutiges Deutschland 22%
BRD die Jahre nach der Wende 14%
DDR vor der Wende 6%

25 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
BRD vor der Wende

1989 ist die Mauer gefallen. Ich war 32 Jahre alt, hatte also die beste Zeit des Lebens gehabt. Wir waren die Generation der Baby-Boomer, die, die von den Eltern noch erzogen wurde, Werte vermittelt bekommen hat, …und die dagegen zu recht revoltieren konnte. Wirtschaftlich ging s allen angstfrei sehr gut, Zukunftsängste und Probleme hatten wir massig, das wurde mit Demonstrationen und viel Engagement aber bekämpft…die Jugend war wohl leistungsorientiert, aber weit weniger egoistisch, war sozial interessiert…der blanke, asoziale Hedonismus war uns fremd, widersprach unseren ethischen Vorstellungen…Gewalt, Chauvinismus lehnten wir ab, …Nazis waren eine Randerscheinung, Homophobie „ trieben wir unseren Eltern aus“,…an die Musik gewöhnten wir sie, auch an die langen Haare und Miniröcke…wir genossen die Auseinandersetzungen mit den Eltern. Wir wuchsen daran.

Wir waren Hippies und der Geist von Flower-Power, Make Love Not War, AKW-Nee, nächtelangem Diskussionen zum Kommunismus, Kellerparties mit Matrazenlagern und Partnertausch, etc . waberte durchs Land, vermischte sich mit dem geistvollen Dampf aus unzähligen Chillums.

Es gab kein Internet, keine PC, Handies, keine SocialMedia…wir waren frei! Wir machten unser Ding…

Danke für die Danke…ihr seid wohl auch so „alte Säcke“, die das Wort „bildungsfern“ nicht kannten, bei denen das „ dumm, wie 3 Meter Feldweg“ hieß…

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wir waren frei!

Sehr schön gesagt! Danke für deine Antwort.

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@Highner64
Es gab kein Internet, keine PC, Handies, keine SocialMedia…wir waren frei!

Danke, auch all den anderen guten Antwortern.

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@Singvogelnest

Ich fühle mich geehrt und ziehe als Antwort meinen Hut (…mach ich gerade wirklich…von WALBUSCH , braun, Wollfilz, € 89,-…sogar mit Ohrenklappen!)

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Danke für das Sternchen…schneide ich aus und Kleb s mir an den Hut…damals hatte ich ne Kappe mit rotem Stern…☺️

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Heutiges Deutschland

Natürlich heutiges Deutschland.

Obwohl ich in der DDR ein gutes, behütetes Leben hatte. Als Kind und dann auch in der Schule. Zum Ende der Schulzeit hat man sich dann aber doch schon so seine eigenen Gedanken gemacht und versucht, sich beidseitig zu informieren. Man wurde halt selbständiger und reifer. Und dann kamen immer mehr Zweifel an der Richtigkeit des Systems auf.

Für mich ist ganz Deutschland meine Heimat, gerade weil ich in den ehemaligen Gebieten der DDR noch viele Freunde und Verwandte habe. Da kann man sich prima austauschen. Viele sind damals ganz gut mit den Wirren der Wende und der Zeit danach zurechtgekommen, leider haben es auch einige nicht so geschafft. Die sind dann verbittert und haben so ihre eigenen Vorstellungen. Ich denke mir, die wünschen sich dann immer mal wieder die DDR zurück. Schade drum.

Kurz nach der Wende traf ich Eine, die hatte Staatskunde der DDR studiert und war durch und durch rot und mit den Idealen der vergangenen Regierung verhaftet. Die war überzeugt davon, dass die Wiedervereinigung nur ein vorübergehender Zustand sei. Hmm, die hatte die gesamte Studienzeit im Grunde verschwendet, das ist hart, dennoch ist es gut, so wie es kam, meine Meinung.

Dir einen schönen zwischenzeitlich schon Dienstag, LG. :)

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Heutiges Deutschland

Moin,

die Zeit vor der Wende hatte Vor- und Nachteile. Ich hatte als Westdeutscher den Mauerbau und den eisernen Vorhang mit all seinen Folgen miterlebt. Ich kannte die Zeit ohne Handy, Computer und Internet

die Zeit nach der Wende hatte Vor- und Nachteile. Die Wiedervereinigung war eine tolle Sache - ohne Gorbatschow wäre sie nicht möglich gewesen. Allerdings wäre es wohl besser gewesen, wenn man das Ganze langsamer angegangen hätte. Dann hätte es vermutlich nicht diese krassen Unterschiede zwischen Ost und West gegeben (zumindest nicht in diesem Maß)

und das heutige Deutschland hat Vor- wie auch Nachteile.

Welche Zeit nun die Bessere / Beste war, ist für mich sehr schwer zu beurteilen. In vielen Köpfen besteht die Mauer leider immer noch - schade drum. Und die derzeitige Situation mit einem Krieg vor der Haustür und seinen Folgen macht es auch nicht einfacher. Aber dennoch würde ich wohl am ehesten das heutige Deutschland wählen.

Euch noch einen schönen Feiertag

Dieses Schild soll angeblich in / bei Berlin stehen....... :-)

 - (Deutschland, Leben, Gesellschaft)  - (Deutschland, Leben, Gesellschaft)

Top 👍👍🤣🤣🤣🤣

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Lazarius hat bereits alles "gesagt". Eine wundervolle Antwort lieber grisu und ich stimme in Dein Lachen mit ein, LG. :-))

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Eigentlich steht mir keinen der Optionen so recht.

Hier und Jetzt...

... Egal ob in Deuschland oder anderswo.

Auch wenn gegenwärtig die Situation irgendwie etwas von Krise hat, finde ich das nicht wirklich als Grund vergangenen Zeiten nachzuweinen.

Ich bin in meinem Leben "örtlich" und "gesellschaftlich" etwas herumgekommen. Wirklichen Grund zur Klage gab es nie und bin überall zurechtgekommen.

Mit der Wende bin ich "umgezogen" ohne mich auch nur einen Meter zu Bewegen. Einfach über Nacht, war ich samt Haus , Gemüsebeet, Nachbarn, Kollegen, Kind und Kegel in einem anderen Land. ...und musste schnell mit der Situation zurechtkommen.

Ich war 25 Jahre auf "Montage". Habe also in der "Fremde" gearbeitet und gelebt, hatte aber noch immer ein paar Wurzeln zuhause. 12 Jahre davon war ich in den Niederlanden.

Was mich, egal wo ich war, von den meisten Kollegen unterschied, war mein bestreben nicht nur zu arbeiten, sondern auch dort wo ich gerade war zu leben. Dh. Freunde finden, mich in meine Umgebung einbringen (und sei es nur mit dem Nachbarn ein paar freundliche Worte zu wechseln)

Eine Konstante war und ist immer dabei... Ich selbst, wie ich bin.

Wahrscheinlich könnte man mich irgendwo auf der Erde "abwerfen" und wenn es Zeitreisen gäbe , auch zu jeder Zeit und ich würde "Ankommen"/ neue Wurzeln austreiben.

Ich war seit der Wende in Regensburg, Augsburg , Hamburg, Amsterdam, Leiden, Rotterdam, Marseille, Mombasa, Colombo und was weiß ich noch wo. Die Regierungen und Gesellschaftssysteme änderten sich. Mal lebte ich im Sozialismus, mal im Kapitalismus und feierte viel Jahre am 30.April den Geburtstag der Königin. (ich holländischer als die meisten Holländer😅)

Heute bin ich einfach Leipziger mit Haut und Haar. Ich passe genauso zu einem Punk-Konzert wie, im feinen Zwirn, ins Gewandhaus oder eine pikfeine Vernissage.

Viele glauben, wenn sie umziehen oder gar auswandern, würde sich ihr Leben grundlegend ändern. Ich muss kein Prophet sein um vorherzusagen, dass sich nichts ändern wird.

Sehr vielseitig und ein echter Sachse eben, sehr gut.

Dir einen schönen Dienstag heute, LG. :-)

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BRD die Jahre nach der Wende

Hallo Singvogelnest und den tollen Anderen hier,

in den Jahren kurz nach der Wende herrschte Aufbruchstimmung, Alles schien irgendwie möglich. Dass das in einen Ausverkauf bzw. schon Verramschung von Ostbetrieben mündete, konnte damals auch keiner ahnen und das ist schon schlimm gewesen, auch all die zum großen Teil Sinnlosversicherungen die den in dieser Hinsicht noch unerfahrenen Ostbürgern aufgeschwatzt wurden von skrupellosen Versicherungsvertretern. Da muss ich heute noch den Kopf schütteln, aber so ist der Kapitalismus und ich kann nur hoffen, dass sich die sog. Ossis davon nicht allzu schnell und allzu sehr verderben lassen. Aber da sie einen starken Charakter haben, besteht diese Hoffnung, zumindest eine ganze Zeit lang, wohl zurecht.

Sorry für die späte Beantwortung dieser Frage meinerseits, ich wünsche Allen noch eine schöne Woche, LG. :-)

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