Wann sollte man eine Behinderung in einer Beziehung beichten?

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22 Antworten

Naja was heißt beichten, die Menschen lernen die so kennen und schätzen wie du bist. Mach da kein Geheimnis raus, nur so findest du auch jemanden der dich liebt wie du bist (inkl. Behinderung). Viele Grüße und Erfolg :)

Wieso "beichten"? Erzählen reicht völlig :)

Welche Art von Behinderung? Eine die erworben wurde im Leben, eine die vererbt wurde (so das derjenige damit lebt, diese aktiv hat), eine die zwar inaktiv ist bei dieser Person - in der nächsten Generation aber auftreten kann?

Je nachdem würde ich sagen: Nicht direkt beim kennenlernen, eher dann wenn man merkt das die Beziehung ernster wird.  Denn dann ist es einfach wichtig.

Zum einen um mit den Eigenheiten des (von der Behinderung betroffenen) Partners umgehen zu können, zum anderen um entscheiden zu können wie stark dadurch der eigene evtl vorhandene Lebenswunsch beeinträchtigt werden würde. Angenommen man wünscht sich mit dem Partner viel zu reisen, doch dieser muss regelmäßig zu Untersuchungen etc... dann ist man selbst eingeschränkt. Angenommen man wünscht sich eines Tages Kinder, doch der Partner erzählt etwas von Erbkrankheiten in seiner Familie de bei den Kindern aktiv werden "könnten"... dann überlegt man sich lieber dreifach ob man dann wirklich Kinder zeugen möchte mit diesem Partner/ überlegt ob man damit leben kann keine Kinder zu zeugen.

Und man muss als Partner einfach wissen was im Laufe der Zeit auf einen zukommt. Beispiel:

Bei einem Bekannten von mir beispielsweise wird in der Familie eine Erbkrankheit weitergegeben. Er wusste es bis vor einigen Jahren nicht, wunderte sich nur warum sein Körper ab Mitte 20 so komisch reagierte (unwillkürliche Muskelbewegungen ohne Ende etc...). Mittlerweile hat er die Diagnose und bei ihm ist es ausgebrochen (jetzt, mit Ü30 hat er schon ein ordentliches Stück abgebaut dadurch). Der Verlauf der Geschichte ist nicht aufzuhalten, man kann es nicht "wegoperieren". Irgendwann wird er zum Pflegefall.

Ich persönlich denke, dass sowas bereits am Anfang im Zeitraum des Kennenlernens irgendwann erwähnt werden sollte, damit die andere Person die Möglichkeit hat eine Entscheidung zu treffen, bevor sie sich verliebt und die Beziehung in eine emotionale Krise gestürzt wird.

Wenn man z.b. erst nach Mehreren Monaten oder Jahren beichtet, dass man als Mann keine Kinder zeugen kann, wäre das höchst unfair gegenüber der Partnerin.

Ich finde, wenn man merkt, dass die Beziehung enger und ernsthafter wird, sollte man auch mit seinen kleinen Fehlern nicht hinterm Berg halten. Diesen Zeitpunkt gilt es zu erspüren, weil es kein fester "Termin" ist.

Erzählt man zu früh von kaum bemerbaren Behinderungen, gilt man vielleicht als wehleidig oder aufmerksamkeitsheischend. Berichtet man zu spät, kann der andere sich hinters Licht geführt fühlen.

Ich würde es beim ersten Date sagen. Aber nicht direkt, sondern soll es beim Unterhalten "natürlich" vorkommen, sodass es nicht abschreckend wirkt, sondern als Zeichen von Ehrlichkeit empfunden wird, was ja eine gute Eigenschaft ist.

Natürlich sehr früh.

Allerdings hast  du NICHTS ZU BEICHTEN, da du nichts dafür kannst und es nicht schlimm ist. Sie sollte es nur wissen, damit sie weiß, welche Einschränkungen du hast und wie sie dir dabei behilflich sein kann oder auf was sie bei bestimmten Aktionen / Unternehmungen zu beachten hat / mit dir nicht machen kann, weil es der Körper nicht hergibt.

Sie hat sich in DICH verliebt, nicht in deinen Körper, also bleibe DU und sage es ihr gleich.

Keep cool


Hey, so etwas sollte noch vor einer Beziehung besprochen werden.
Nicht wärend oder irgendwann.
Beide Partner müssen doch wissen, worauf sie sich einlassen.
LG

farnickl 30.06.2017, 10:48

"Übrigens ich trage Kontaktlinsen und habe einen eingewachsenen Zehennagel – auch und mein Name ist …"

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So etwas ist schwierig.
Kommt auch drauf an, was für eine Behinderung es ist und warum es genau geht. Es ist sehr schwierig zu raten, wenn man nicht genau weiß um was es ganz genau geht.

Bleibt diese Behinderung gleich oder kann jeder Zeit eine Verschlechterung auftreten?

Es gibt ja Krankheiten wo oft lange Zeit eine Ruhe geben und irgendwann kommt dann ein Auftreten.

Aber gut: vielleicht sollte man so etwas relativ früh zur Sprache bringen und  einfach erwähnen.

Würde aber nicht mit der Tür direkt ins Haus fallen.

Passe einfach einen guten Moment ab, Du merkst ja selber, ob ein guter Zeitpunkt da ist und ob überhaupt und wie vertraut das Gespräch ist.

Von beichten, kann gar nicht die Rede sein, Du hast ja nichts angestellt. JEDER kann irgendeine Behinderung bekommen oder krank werden von heute auf morgen....so ist das leider :-(

Dafür kannst Du doch nichts!

Entweder sie mag und liebt Dich so wie Du bist, oder sie lässt es.
Dann ist es eben nicht die Richtige.

Man lernt sich ja kennen und sollte so etwas zur Sprache kommen, ist es besser ehrlich zu sein. Aufs Brot musst du es ihr nicht schmieren, beim ersten Date. Vielleicht läuft das Date nicht wie gewünscht und man sieht sich danach nicht mehr wieder, dann braucht sie das erst recht nicht zu wissen.

Eine Behinderung muss man nicht "beichten".

Und über eine solche braucht man auch speziell nicht am Beginn einer Beziehung "diskutieren".

Direkt am anfang einer "Festen" Beziehung - bzw erst dann / spätestens dann wenn man vorrauschauend in die zukunft gucken kann. beim ersten date brauchst du das niemandem zu sagen da man nicht davon ausgehen kann das die beziehung länger anhält.

Direkt mitteilen. So kannst du dem anderen die Entscheidung überlassen, ob weiterer Kontakt erwünscht ist oder nicht. Falls nein, ist es nur gut für dich

Ich glaube auch, dass "beichten" das falsche Wort ist, da es ja mutmaßlich nicht deine Schuld ist, dass du eine Behinderung hast.

Es sollte so früh wie möglich zur Sprache kommen, denn diese Behinderung oder Beeinträchtigung gehört zu dir, und wer dich "will" sollte dich so wollen, wie du bist, mit allen Stärken, Schwächen und Besonderheiten.

Da gehört viel Mut dazu, aber Ehrlichkeit ist eine sehr wichtige Basis, nicht nur für Beziehungen, sondern auhc für Freundschaften.

Und um es mal ganz platt zu sagen, Jeder Mensch hat in irgendeiner Form eine Beeinträchtigung ;)

Allerdings würde ich dir raten nicht gleich damit als erstes Thema anzufangen, in der Art: " Hallo, ich hieße ...., ich habe eine körperlich Behinderung" oder ähnlich. Es muss sich im Gespräch entwickeln.

Das muss man s o f o r t machen. Wenn dann der / die mögliche "PartnerIn" abspringt, weiss man, was los ist. Das ist dann auch kein Verlust, hätte ja sowieso nicht funktioniert. Wenn der mögliche PartnerIn eine Behinderung nicht akzeptiert, dann ist er/sie auch nicht der / die richtige.  

Ein eKörperliche behinderung erkennt man ja meistens sofort und wenn nicht sollte man die einträchtigung auch gleich vorab anmerken

Am besten noch vor der Beziehung.

schon von anfang an offen damit umgehen. im nachhinein würde ich mich verarscht fühlen.

farnickl 30.06.2017, 10:47

Du kommst dir verarscht vor wenn man nicht gleich jedes Wehwehchen erzählt?

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Melinda1996 30.06.2017, 10:48
@farnickl

für mich ist so etwas wichtig zu wissen um mich auf die Person einzustellen. wie soll ich den fehler vermeiden wenn ich von etwas nicht weis oder wie soll ich Rücksicht nehmen. für mich gehören macken genau so zu kennelernen wie stärken.

 

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Pedda1981 30.06.2017, 10:52
@farnickl

Eine körperliche Behinderung/Beeinträchtigung ist nicht ein kleines "Wehwehchen"

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Ich persönlich möchte so etwas beim Kennenlernen wissen. Wenn du das so lange verschweigst, wirkt das komisch. Und ehrlich gesagt ist Ehrlichkeit eine tolle Eigenschaft. Wenn es der/die Richtige ist, ist die Behinderung völlig irrellevant!

"Beichten" ????  Du hast doch nicht gesündigt!

Erzähle es irgendwann beiläufig, wenn es gerade in den Kontext passt, und gut ist es.

Ich  bin für klare Verhältnisse, also gleich am Anfang

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