Wann soll ich Zuflucht nehmen?

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8 Antworten

Also rein rechtlich gesehen bist du mit 14 Jahren religionsmündig, d.h. Dass du dich dann selbst entscheiden kannst, welcher Religion du angehören willst.

Ich finde es toll, dass du einer Religion angehören möchtest, mit der du dich intensiv auseinandersetzt. Viele machen das bspw. Vor ihrer Konfirmation oder Firmung gar Nacht - die meistens tun es, weil die Familie es hält so erwartet. Mit 15bist du denke ich im Stände, zu entscheiden ob du buddhistisch leben möchtest - dazu gehört eben auch die Zuflucht. Wenn du dich für dich reif Genug fühlst, diese Entscheidung zu treffen, und bei dem, was du und wie du schreibst, klingst du für dein alter sehr vernünftig, solltest du das tun. Deine. Vater "überzeugen" musst du nicht. Du kannst ihm aber helfen, deinen Wunsch zu verstehen: vielleicht nimmst du ihn mal zur Gemeinde mit oder lädst Mitglieder mal zu dir nach Hause ein? Bei einem gemeinsamen essen könnten wieder und deinem Vater vielleicht einiges über das leben als Buddhist erzählen. :-)

nanashi106 24.01.2013, 09:59

Ich weiss leider nicht wie das hier in der Schweiz mit der Gesetzgebung aussieht... Werde ich googeln. Aber mein Vater ist nicht gegen den Buddhismus. Im Gegenteil. Er war auch schon an mehreren Meditationsabenden dabei und es gefällt ihm. Das einzige gegen das er ist, ist eben die Zufluchtnahme.

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nanashi106 24.01.2013, 10:10
@nanashi106

Habs gerade nachgeschaut: In der Schweiz ist man erst ab 16 religionsmündig. Das ist schade... Aber ein Jahr kann ich wohl warten.

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FrannyFranny 24.01.2013, 10:56
@nanashi106

Nun, jede Religion fordert von ihren Gläubigen an einem bestimmten Punkt eine Art Bekenntnis zum Glauben - in der christlichen Kirche ist das die Konfirmation bzw. Firmung im Buddhismus ist das eben die Zufluchtnahme. Damit wirst du sozusagen als mündiges Mitglied der Gemeinschaft aufgenommen. Für viele ist es nicht nachvollziehbar, warum man ein Ritual begehen muss, um den Glauben zu praktizieren. Ich muss dich aber dafür loben, dass du dich so offen für Kritik zeigst - viele würden in deinem Älter trotzig reagieren. Ich denke, dein Paps hat auch nichts dagegen, dass du dem Buddhismus angehören willst, in Deutschland bzw. Der Schweiz ist es aber schon eher eine exotische Religion. Vielleicht nutzt du das nächste Jahr um ihm zu zeigen, dass du Verständnis für seine Ansichten hast und erlangst so seine Unterstützung auf deinem weg.

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nanashi106 24.01.2013, 13:09
@FrannyFranny

Seine Unterstützung ist nicht das Problem... Er unterstützt mich wirklich überall nur bei der Zufluchtnahme nicht. Ich werde die Zeit bis zu meinem nächsten Geburtstag im Bezug auf den Buddhismus damit verbringen, mich einfach weiter damit zu beschäftigen und zu meditieren. Dann kann mein Vater sehen, dass ich es wirklich ernst meine.

Wobei zeige ich Kritik? Ich würde ja gerne sobald wie möglich Zuflucht nehmen...

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Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass man mit 14 Jahren religionsmündig ist und sich damit zu einer Religion bekennen kann. Ich finde, das gilt für evangelische Jugendliche mit der Konfirmation genauso wie für dich.

Nicht ohne Grund aber dauert die Konfirmandenzeit in der evangelischen Kirche volle zwei Jahre. Ich weiß, dass sich für dich ein halbes Jahr sehr lang anfühlt - es ist aber nur ein recht kurzer Zeitraum, nur ein Blatt im Wind. Ich finde das viel zu kurz, um in dieser Frage bereits eine solche Entscheidung zu treffen - völlig unabhängig davon, ob du Jugendlicher bist oder Erwachsener.

Das ist ein tiefgreifendes Bekenntnis, eine schwere Selbstverpflichtung. Würdest Du nach einem halben Jahr jemanden heiraten, Kinder bekommen und dich bis zum Lebensende binden? Die ernstgemeinte Entscheidung zu einer Religion ist mindestens ebenso bedeutend.

Es hindert dich keiner daran, schon jetzt nach den Grundsätzen zu leben. Nicht das Bekenntnis macht dich wirklich zum Buddhisten.

nanashi106 24.01.2013, 13:16

Ich befasse mich seit etwa drei Jahren mehr oder weniger mit dem Buddhismus... bzw. zeige Interesse. Aus meiner Sicht ist das aber noch nicht richtiges Befassen, wenn man ab und zu was dazu liest oder einmal in der Woche meditiert. Seit einem halben Jahr meditiere ich täglich, halte die fünf Grundsätze ein und lese so viel es nur geht. Es ist also nicht erst seit einem halben Jahr.

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Du kannst auch Verdienste ansammeln und jede Menge gutes Karma machen, BEVOR Du Zuflucht genommen hast. Entscheidend ist, daß Du praktizierst und zwar ernsthaft. Es macht keinen Unterschied für Deine Praxis, ob Du Zuflucht genommen hast oder nicht. Du kannst sogar zuhause vor Deinem Altar Zuflucht nehmen und die Absicht in Dir stärken, ohne es offiziell und vor Zeugen zu tun.

Ein wesentlicher Aspekt der Lehre ist das Mitgefühl mit allen Wesen. Das gilt selbstverständlich auch für Deinen Vater. Versuch zu verstehen, warum er denkt wie er denkt und betrachte ihn nicht als Feind oder als Problem. Er will etwas Gutes für Dich, das solltest Du anerkennen. Wenn Du nachgibst und wartest, bis Dein Vater Deine Konsequenz und Aufrichtigkeit erkannt hat, machst Du gutes Karma für Dich und gibst ihm die Gelegenheit, selbst auch gutes Karma zu machen. Du verzichtest dann darauf, ihn zu kränken und schaffst Frieden bei ihm und bei Dir. Das ist nach der Lehre als etwas sehr heilsames anzusehen.

Manchmal fällt es sehr schwer, solche Situationen als Gelegenheit zu sehen, Tugenden wie Mitgefühl und Geduld zu entwickeln. Aber diese Tugenden mußt Du entwickeln lernen, denn ohne sie wirst Du keinen Fortschritt in der Praxis erreichen. Betrachte - auch wenn es Dir nicht leicht fällt - diese Sache als eine Gelegenheit, Dich in die Tugenden einzuüben. Alles Gute! q.

nanashi106 26.01.2013, 09:45

Ich sehe meinen Vater gar nicht als Problem. Er steht mir lediglich bei der Zufluchtnahme im Weg, weil er schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ich habe Verständnis für ihn und ich glaube kaum, dass er sich gekränkt fühlt.

Ich werde in einem Jahr 16 und dann kann ich spätestens Zuflucht nehmen. Dann bin ich religionsmündig. Aber ein Jahr ist eben auch nicht gerade nichts. Dazu kommt noch, dass mein Vater unterdessen meint, ich müsse warten bis ich 18 bin (o.o). Ich möchte ein vollwertiger Buddhist werden (Genyen, wie man das in Tibet nennt). Ich will die Gelübde ablegen, die ich bisher provisorisch vor meinem Altar abgelegt habe. Ohne Zufluchtnahme kann ich mich nicht als vollwertiger Buddhist sehen. Es mag sein, dass ich ungeduldig bin. Gerade sofort möchte ich auch noch nicht Zuflucht nehmen. Ich würde mir das wünschen, dass ich das irgendwann vor den Sommerferien tun kann.

Dass ich auch so Verdienst ansammeln kann, steht ausser Frage.

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Vielen Dank für die Antworten bisher. Aber mein Problem ist trotzdem noch nicht beseitigt. Ich sag nomals alles klar:

Mein Vater ist dagegen, dass ich schon Zuflucht nehme, doch erst danach kann man sich wirklich auf den buddhistischen Weg machen. Da ich in der Schweiz wohne muss ich also höchstens ein Jahr damit warten. Das wäre auszuhalten, dennoch möchte ich halt bald "richtig" beginnen. Meine Mutter findet es keine schlechte Idee,Zuflucht zu nehmen. sie meint ich solle ihnen ein wenig Zeit geben. Was das auch immer heissen mag.

nanashi106 25.01.2013, 15:16

Mein Vater meint dazu noch: Es werde der sache des buddhismus nicht gerecht, schon jetzt Zuflucht zu nehmen.

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Wenn das ein Herzenswunsch ist, würde ich die Hindernisse loslassen. Die Situation mit deinem Vater wird sich klären, wenn die Dinge ungehindert ihren Lauf nehmen.

Erst einmal ändert sich äußerlich durch die Zuflucht nicht viel und natürlich kann man ohne Zuflucht auch Verdienst ansammeln, wie jeder der zum besten aller Wesen arbeitet. Innerlich ist es jedoch eine Art Schwelle die man überwindet wodurch ein zurückfallen in unkontrollierte samsarische Kreisläufe (schlechte Wiedergeburten) verhindert wird. Ich weiß nicht in welches Zentrum du gehst aber wenn der Lama vielleicht nur einmal im Jahr in der Nähe istm würde ich schon hingehen und die Zuflucht nehmen, wenn man etwas besseres (LOL) findet, kann man diese ja immer noch zurückgeben. GlG

nanashi106 24.01.2013, 13:04

Ich habe keine Ahnung ob du jetzt in der Schweiz wohnst oder nicht, aber ich sags dir trotzdem: Ich gehe ins Buddhistische Zentrum Zollikon... Lama Lodrö Rinpoche unterrichtet neben anderen Meditationslehrern dort und ist nicht selten da...

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eine schwere frage. der buddismus ist meiner meinung nach die einzige religion, die die menschen frei läßt und ihnen keine angst vor der hölle etc,. macht.

ich gebe deinem vater recht, du solltest erst mal abwarten und dich auf die schule bzw. eine ausbildung besinnen. oder hast du etwa vor in ein kloster zu gehen?

nanashi106 24.01.2013, 13:20

Nun die Schule kann nicht das Problem sein. Ich schreibe ausgezeichnete Noten und gehe noch 3 Jahre ins Gymnasium.

Ich muss ehrlich sein, in ein Kloster zu gehen habe ich mir schon überlegt. Ich hatte bisher noch keine Freundin und wozu soll ich einen Beruf haben, wenn ich nur mich selbst versorgen soll. Ich werde bis 20 einmal sicher meine Ausbildung zu Ende führen und ein Studium beginnen. Wenn ich bis dann meinen ersten Kuss noch nicht hatte, werde ich mir ernsthafte Gedanken über das Leben als Mönch machen. Ich weiss es klingt komisch...

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Mach das was Du für Dich am Richtigsten ist. Sons tut es Dir viellleicht einmal leid.

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nanashi106 24.01.2013, 13:12

Das hilft mir leider nicht weiter, da ich ja Zuflucht nehmen will... Das ist mir klar. Mein Vater ist das "Problem".

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