Wann muss man Einkommen auf Dawanda versteuern?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Die Frage die sich stellt ist

"Ist das was ich tue gewerblich gem. § 15 EStG?"

Eine Definition wann eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt liefert wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Eink%C3%BCnfte_aus_Gewerbebetrieb

Wenn die Tätigkeit tatsächlich gewerblich sein sollte, so ist diese anzumelden und dem Finananzamt ist der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zukommen zu lassen. In diesem gibst du deine voraussichtlichen Umsätze und Gewinne an.

Wenn du voraussichtlich Umsätze von weniger als 17.500,- € im Jahr generierst, so kannst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen (§ 19 UStG). In dem Fall hast du mit der Umsatzsteuer nichts am Hut, darfst sie auf Rechnungen nicht ausweisen und auch keine gezahlte abziehen.

Einkommensteuer wird immer auf das zu versteuernde Einkommen erhoben, nicht separat auf die einzelnen Einkunftsarten. Um das zvE zu ermitteln müsstest du eine Einkommensteuererklärung anfertigen.

Die Frage ist, ob deine handgefertigten Sachen noch unter Liebhaberei fallen. Dazu kannst du dich hier informieren: http://www.onlinesteuerrecht.de/home/index.php?option=com_content&task=view&id=215&Itemid=33

Davon ist eine Menge abhängig.

Auch ist die Frage, ob es sich um private oder gewerbliche Verkäufe handelt. Dazu gibt es ausführliche Informationen auf Dawanda. (Rechtsportal)

Die Mehrwertsteuer ist wieder ein eigenes Thema. Bis zu einer Grenze von 17500 Euro im Jahr fällst du gemäß §19 UstG unter die Kleinunternehmerregelung und musst keine Umsatzsteuer ausweisen/einnehmen/abführen. Du kannst jedoch darauf optieren, z.B. wenn du relativ hohe Ausgaben für deine "Produktion" hast, denn die USt/MWSt, die du für z.B. Materialien ausgibst, wird gegen die von dir eingenommene und abzuführende MWSt/USt gegengerechnet. Das muss allerdings konsequent erfolgen, einmal ausgewiesen muss die USt über einen relativ langen Zeitraum ausgewiesen/abgeführt werden.

Wenn du nicht lediglich vorhast, pro Jahr 3 oder 4 Paar selbstgestrickte Socken oder ähnliches zu verkaufen, lohnt sich mit Sicherheit ein Gang zum Steuerberater. Mit ihm zusammen kannst du erarbeiten, wo deine Verkäufe einzuordnen sind.

Umsatzsteuerlich braucht Du bist zu Einnahmen von 17.500 Euro keine Steuer ausweisen. Du unterliegst damit der sogenannten Kleinunternehmerregelung.

Einkommensteuerlich kommt es darauf wie oft Du etwas verkaufst, und wie Du die Preise kalkulierst.

Wenn Nachhaltigkeit und Gewinnerzielungsabsicht vorliegen, dann hast Du einen Gewerbebetrieb, egal ob Du diesen angemeldet hast oder nicht.

Was möchtest Du wissen?