Wann muss ich den Businessplan vorlegen - Arbeitsamt?

5 Antworten

Wichtig ist, dass keine Investitionsentscheidungen fallen. Also keine Verträge, keine Anmeldung beim Finanzamt und auch keine Gewerbeanmeldung erfolgt. Es gibt Ausnahmen für die Erweiterung eines Unternehmens, die auch gefördert werden kann.

Der Businessplan wird in der Regel mit den Anträgen eingereicht. Allerdings sollte man vorher schon das eine oder andere mit der "FallbetreuerIn" besprochen haben.

Es gibt auch so unsinnige Vorgaben, die manchmal verändert werden. In meinem Umkreis wollte das Jobcenter nur noch genehmigen, wenn ab dem Start sofort ein Überschuss produziert wird, der eine Hilfe unnötig macht. Über Sinn und Unsinn einer solchen Denkweise will ich mich hier nicht auslassen. Bringt auch nichts.

Doch die Vorgaben sollte man natürlich kennen.

Auch sollte man wissen, dass es neben den nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben weitere solcher Aufwendungen gibt, die Jobcenter als unangemessen bezeichnen. Werden solche Ausgaben getätigt führen diese oberhalb des Zuschusses zu einer Leistungskürzung.

Ich kann daher nur empfehlen: Wirklich alles Geld für die Gründung zusammen kratzen und auch in der Gründungsphase zusammen zu halten. Dabei sehr gezielt damit umzugehen. Die Zusammenstellung über Einnahmen und Ausgaben für das Amt werden für das vergangene halbe Jahr eingereicht. Die Prognose wird zwar auch für sechs Monate jeweils neu erstellt, doch weichen die Zeiträume ab. Was zu weiteren Problemen führt.

Auch die Investitionen ab einem bestimmten Betrag müssen extra genehmigt werden.

Also auch da ist Vorsicht geboten.

Ich kann heute niemandem mehr empfehlen aus ALG II zu gründen. Aus ALG I habe ich das noch nie empfohlen.

Es ist soweit man weniger als 10 Stunden tätig ist keine Verhinderung da, dass man nicht nach ALG I weiter seine Unterstützungsleistungen in Anspruch nimmt. Dazu können z.B. auch sinnvolle Kurse gehören, die einen auch eine laufende oder folgende Gründung erleichtern.

Das gilt für ALG I. Bei ALG II muss man ohnehin zusätzliche Einnahmen angeben. Da gibt es zwar diesen Zuschuss, er beträgt m.E. 50% von der "Hilfe zum Leben". Wird dieser Betrag auf Null gesetzt, weil man meint, dass sofort die Hilfsbedürftigkeit beendet ist, dann ist auch der Zuschuss Null. Allerdings: So lange noch der Anspruch auf einen Euro besteht, ist damit das weitere Bestehen der Krankenkasse gesichert.

Meine Empfehlung für den richtigen Weg in die Selbständigkeit ist ein individuelle Beratung. Damit kann man das Eine oder Andere vermeiden. Denn machen wir uns nichts vor: Nach einem halben Jahr ist keine Gründung aus dem Gröbsten raus. Wie man das aber bei dem für einen selbst zuständigen Amt am Besten erreicht, dafür gibt es keine Pauschalaussage. Nicht einmal für zwei Personen im gleichen Bezirk.

Viel Erfolg.

Für Selbständigkeit gibt es in den Agenturen vor Ort in Regel besondere Ansprechpartner - Einzelne, häufig extern "eingekaufte", oder sogar einzelne Teams -; wer für dich zuständig ist, musst du also vor Ort erfragen, denn ohne Gespräch wird es definitiv ohnehin nicht gehen.

Du solltest schauen, ob in deiner Nähe Gründersprechtage stattfinden. Sei es bei den Banken, der IHK, der HWK, oder speziell auf Gründer spezialisierten Organisationen.

Bei den Banken sitzten meist alle Betroffenen zur Fragestunde mit am Tisch. Bank, HWK/IHK und Arbeitsamt.

Dort lassen sich am besten alle Fragen klären.

Gruß von einer erfolgreichen Gründerin :-)

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