Wann muss ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten aufgelöst werden?

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3 Antworten

Er zahlt also Miete von November bis April (jeweils einschließlich der Monate November und April). Den Betrag für 4 Monate grenzt er am Jahrsende ab. (ARA an Mietaufwand) Das Konto ARA öst er dann am Jahresanfang auf mit dem Betrag dieser 4 Monate des neuen Jahres.

Es gibt zwei Wege. Entweder erst alles in die Kosten und von dort abgrenzen. Ist für Anfänger häufig überschaubarer. Lässt aber auch schnell vergessen, dass da noch ein zweiter Sachverhalt zu buchen ist.

Besser ist daher, wenn man es gleich richtig macht. In einem zusammengesetzten Buchungssatz per Mieten/Pachten per ARA an Bank.

Die zeitliche Abgrenzung sowohl im Handelsrecht, wie auch im Steuerrecht nimmt den Zeitpunkt letzter Tag im Wirtschaftsjahr 24.00 Uhr unter die Lupe. Daher wird man die Auflösung in einem Betrag vornehmen. In der Schule, bei Prüfungen usw. auf alle Fälle auch.

Jetzt kommt allerdings das 'Aber'. Alle Zahlungsmonate führen bei dieser Art zu buchen zu falschen Periodenzahlen. Das kann bei Saisongeschäften durchaus gewollt sein. Weil da die Einnahmen ja geballt kommen und die Absenkung des Ergebnisses dann auch Sinn macht.

Doch wer einen über das Jahr mehr oder weniger stetigen Geschäftsverlauf hat, ist natürlich besser dran, wenn er in jedem Monat seine Mietaufwendungen stehen hat. Dabei kann man dann auch viel besser die Ertragsentwicklung über das Jahr betrachten oder mit anderen Jahren besser vergleichen.

Zwar wäre die Vergleichbarkeit über die Jahre auch dann gegeben, wenn man eben immer gleich bucht. Doch stelle Dir eine grafische Auswertung vor. Dann sieht es nämlich komisch aus, wenn da die Erlöse ihre üblichen Schwankungen zeigen. Die Kosten aber immer wieder hoch springen und damit das Betriebsergebnis möglicher Weise auch noch in den Monaten ein Minus schreibt.

Wer seine Buchführung genauer analysiert, der will ja nicht angezeigt bekommen was er nicht beeinflussen kann. Die Miete ist so vereinbart. Aber man möchte die anderen Auffälligkeiten erkennen und da mit entsprechenden Maßnahmen auch handeln können. So werden Auffälligkeiten einfach versteckt.

Beispiel. In der Sommerzeit sind viele Leute im Urlaub. Es ist also leicht vorstellbar, dass in den Sommerferien die Umsätze fallen. Bezahlt der Unternehmer ausgerechnet in den Ferien die Miete, dann wird der Umsatzrückgang vielleicht als gar nicht mehr so stark empfunden. Das negative Betriebsergebnis schreibt man der Miete zu. Kann er also seiner Belegschaft Urlaub in den Ferien geben oder nicht?

Ganz auf einfach gebügelt das Beispiel. Ich hoffe der Grundgedanke leuchtet ein und ist verständlich.

Zusammenfassung: Für Klassenarbeiten, Klausuren und auch in der Praxis werden Rückstellungen am 1.1. aufgelöst. Oder wenn sie tatsächlich eintreten, da kann man wählen.

ARA wird man bei den genannten Gelegenheiten auch auf den 1.1. auflösen.

In der Praxis sollte man sich überlegen, die ARA in Monatsbeträgen aufzulösen. Aber erst überlegen! Es ist nicht immer nötig. Schon bei relativ kleinen Beträgen wie der Kfz-Steuer macht es keinen Sinn.

Daß die Mietzahlung im November noch den Dezember mit einschließt ist, wäre recht ungebräuchlich. Z.B. im November wurden 6000 € Miete überwiesen.

Dann wird im Nov. 6000 € auf die Konten Bank und "Aktive RA" gebucht.

Z.B. im nächsten Januar (Zeitpunkt ist unwichtig) werden dann 6000 € gebucht auf den Konten "Miete" (Sollbuchung) und "Aktive RA" (Haben).

Es gibt ja durchaus die Konstellation, dass die Miete für 6 oder 12 Monate im Voraus bezahlt wird und dies dann den Bilanz Stichtag überdeckt. Und wenn diese Zahlung nun mehrere Monate nach dem Bilanzstichtag überdeckt, wird der aRAP dann direkt nach dem Bilanzstichtag in der neuen Bilanz komplett aufgelöst oder monatsweise ?

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@ronnyempire

Da die Miete komplett im folgenden Wirtschaftsjahr mit drin ist, wäre eine monatsweise Auflösung der RA komplett sinnlos. Macht niemand in der Praxis.

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@Geooekologe

Ich würde mir wünschen, dass niemand so bucht wie Du es hier beschreibst. Es gibt eigentlich nur zwei zulässige Varianten. Entweder man grenzt sofort die Miete ab. Bucht also Miete und ARA an Bank oder man bucht erst alles in die Kosten und überlässt die zeitliche Abgrenzung dem Abschluss.

Nur das in der Zwischenzeit die betriebswirtschaftliche Auswertung kaum noch eine Aussagekraft hat. Damit auch keine verlässliche Ergebnisschätzung für Anpassungsanträge der Einkommensteuervorauszahlungen möglich ist.

Die Aufteilung der Miete hat danach zu erfolgen, wie sie laut Vertrag zu erfolgen hat. Keine Buchung ohne Beleg. Hier ist der Vertrag der Beleg und wenn der Vertragswortlaut nicht mehr bekannt ist, dann muss man den Beleg auch lesen.

Mieten und Pachten werden in der Regel vorschüssig bezahlt. Bei dem Beispiel wären also zeitliche Zurechnungen entweder für November/Dezember und Januar bis April zu treffen oder Dezember und Januar bis Mai. Den gesamten Betrag ins Folgejahr zu schieben würde übrigens auch die Betriebsausgaben vom Abzug ausschließen, soweit sie das Vorjahr betreffen. Es liegen alle Infos vor und man hätte durchaus im korrekten Jahr buchen können. Daher kann bei einer Prüfung der fröhliche Finanzbeamte für jedes Prüfungsjahr kürzen. Wenn es dumm läuft, dann gibt es für die Betriebsausgaben nämlich auch keine Korrekturvorschrift mehr. Mindestens für das Jahr vor der Prüfung wäre das normal.

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@Dirk-D. Hansmann

@ Gullup

Ich weise Deinen ganzen langen Text pauschal zurück, weil er sehr unklar abgefasst ist. Teils wird er schüler-stümperisch.

Der Fragesteller hat bis jetzt immer noch nicht klarstellt, ob die Miete noch Verbindlichkeiten für Nov, Dez. etc. begleicht. Daher bleibt alles unklar und daher ist auch keine Rechtfertigung, daß Du meine Antwort so mit Schmutz bewirfst.

Es wäre ziemlich lächerlich, wenn der Buchende (es dürfte hier ein Schüler sein) einen Mietvertrag analysieren müßte um die Buchung richtig zuzuordnen. In aller Regel reicht der im Kontoauszug lesbare Verwendungszweck.

Den Betrag ins Nachfolgejahr zu schrieben, hat äußerst viel Sinn, weil er sachlich dorthin gehört. Weiterhin gibt es höchstwahrscheinlich eine Mietzahlung in Juni 2014, die Mietaufwand für Nov, Dez. 2014 bedeutet. Also ist niemand drauf angewiesen, doppelten Aufwand ins Vorjahr zu ziehen. Schließlich braucht das Nachfolgejahr auch Aufwand.

Meine Buchungsweise ist fachlich 100% in Ordnung und wird an allen Fachschulen so gelernt. Ich werde das auch weiterhin so kommunizierten. Hoffe, daß jetzt Ruhe ist.

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