Wann muss Bremsflüssigkeit im Auto nachgefüllt werden?

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Bei uns war es so, dass diese Bremsleuchte im Armaturenbrett aufleuchtete, obwohl die Bremsen in Ordnung waren.

http://www.gutefrage.net/frage/opel-astra-rote-kontrolllampe-der-handbremse-leuchtet-auf

leuchtet denn dann bei jedem ne kontrollleuchte oder ist das grundsätzlich nicht so?

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@tinafritz1992

Achso also dann wollte der Prüfer wahrscheinlich das mit der Kontrolleuchte noch hören? Kann das sein?:D

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@Lettery

Andere Zeichen hat es jedenfalls bei uns nicht gegeben! Er bremste eigentlich ganz normal!

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Man kann Bremsflüssigkeit sehr wohl selbst nachfüllen. Allerdings sollte da nie die Notwendigkeit dazu bestehen. Die Bremse ist ein (eigentlich gesetzlich vorgeschrieben zwei) geschlossener Kreis. Für die Flüssigkeit befindet sich im Motorraum etwas oberhalb vom gegenseilichen Bremspedal ein Behälter mit Max und Min Markierungen. Bei Fahrzeugen mit hydraulischer Kupplung ist an dem Behälter noch ein Abzweig für die Kupplung dran. Der Flüssigkeitsstand soll nicht stets auf Max gehalten werden. Bei Verschleiss der Bremsbeläge werden die immer dünner und der zugehörige Bremszylinder fährt deshalb immer weiter aus. Der leere Raum im Zylinder muss mit Bremsflüssigkeit ausgeglichen werden, weshalb der Stand mit Bremsbelagverschleiss sinkt. Werden verschlissene Beläge erneuert werden die Bremszylinder zurückgedrückt und die Flüssigkeit in den Behälter gedrückt. Hätte man den Behälter vorher irgendwann auf Max aufgefüllt würde der dann überlaufen.

Die Meisten Fahrzeuge haben inzwischen eine Flüssigkeitsstandwarnanzeige. Die Neueren zeigen das auf dem Display, Ältere mit Kontrollleuchte. Sehr oft ist es die Kontrollleuchte die auch an geht wenn man die Handbremse betätigt. Zu niedriger Stand ist ein Indiz für abgenutzte Bremsbeläge, die Bremse selbst ist in ihrer Funktionalität keineswegs eingeschränkt wenn nur der Flüssigkeitsstand zu niedrig ist. Man könnte nun etwas tüfteln falls die Warnanzeige deutlich früher kommt als die Beläge tatsächlich abgenutzt sind und etwas nachfüllen, aber das ist was für Tüftler.

Durch einen geplatzten Bremsschlauch oder einer durchgerosteten Bremsleitung oder sonstigen Leckage kann die Flüssigkeit ganz weggehen. Deshalb sind gesetzlich zwei Kreise vorgeschrieben, damit mit dem Anderen noch gebremst werden kann. Dann wäre wirklich nur noch schwache Bremswirkung da und das Bremspedal würde sich den halben Weg fast kraftlos drücken lassen. Nachfüllen würde da nichts bringen, sofort Werkstatt.

Abgesehen von Nachfüllen ist die Bremsfüssigkeit alle zwei Jahre zu wechseln. Im Altern kommt es zu Wasserbildung, bei einer heissen Bremse (viel Bergabfahrten ohne den Motor bremsen zu lassen) kann das verdampfen und im System eine verdichtbare Dampfblase verursachen. Es gäbe dann keine Bremswirkung weil mit dem Druck zunächst die Blase komprimiert wird bevor der Druck auf dem Zylinder anliegt und dann reicht der Pedalweg evtl nicht (durch loslassen und sofortiges, erneutes Drückenkann wieder Bremsdruck aufgebaut werden). Im Winter kann es gefrieren und den Durchgang einer Leitung blockieren, was ebenfalls einen Ausfall der Bremse bewirkt. Den Wechsel muss ein Fachmann vornehmen da keinerlei Luft im System sein darf.

wenn NACHFÜLLEN notwendig ist, ist irgendwas im bremskreis nicht in ordnung, da das bremsen an sich ja keine flüssigkeit "verbraucht". also ab in die werkstatt, die können auch prüfen, ob die flüssigkeit noch in ordnung ist. dummerweise ist das zeug hygroskopisch (wasseranziehend) und wenn zuviel wasser drin ist, kann sie bei hoher beanspruchung so heiß werden, dass dampfblasen entstehen und damit hast du keine bremswirkung mehr!

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