Wann lohnt sich eine Privatinsolvenz?

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Eine Privatinsolvenz lohnt sich, wenn Du nicht in der Lage bist, innerhalb von 72 Monaten Deine Schulden weitestgehend zu tilgen und auch nicht zu erwarten ist, dass Du absehbar in den nächsten 2-3 Jahren so viel Geld verdienst, dass eine Entschuldung dann möglich ist.

Eine Privatsinsolvenz geht gar nicht ohne Prozesskostenhilfe. Es gibt Rechtsanwälte, die machen fast nix anderes als Privatinsolvenzen. Werden meist durch Schuldnerberatungsstellen vermittelt.

wenn auch etwas spät für den TE ein kleiner Link:

http://forum.f-sb.de/forumdisplay.php?2-Forum-Schuldenprobleme

Schildere da mal deinen Fall und die Höhe, sowie die Art der Schulden. In der Antwort von skyfly fehlt ein wesentlicher Hinweis: Schulden aus sogenannten "vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlungen" verschwinden nicht in der Privatinsolvenz bzw. nur, wenn der Gläubiger kräftig pennt.

PKH gibt es bei der Vorbereitung einer Insolvenz übrigens auch normalerweise nicht, denn die ist mit Verweis auf gemeinnützige Schuldner-Beratungsstellen komplett überflüssig.

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Bevor Du Privatinsolvenz beantragst, solltest Du eine außergerichtliche Schuldenbereinigung versucht haben, die gescheitert ist.

Das heißt im Klartext: Vor Verfahrensöffnung muss der Schuldner (also Du) versuchen, sich mit seinen Gläubigern ohne Hilfe des Gerichtes zu einigen. Die Schuldenbereinigung gilt in 3 Fällen als  gescheitert, nämlich 1. wenn ein Gläubiger nicht mit dem vorgeschlagenen Rückzahlungen einverstanden ist oder 2. ein Gläubiger eine Zwangsvollstreckung vollzieht oder 3. der Schuldner (also Du) nicht in der Lage ist, die Vereinbarung einzuhalten, wenn Du also zahlungsunfähig bist.

Das Scheitern der außergerichtlichen Einigung muss von einem Anwalt oder einer geeigneten Stelle (Schuldenberatung / Verbraucherzentrale) offiziell bestätigt werden. Danach hat der Schuldner (also Du) 6 Monate Zeit, den Antrag zur Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens bei Gericht einzureichen. 

Alles verstanden?

Die Frage kann Dir hier keiner beantworten, weil wir viele Fakten nicht kennen.

Nur Du weißt, mit welcher Begründung die Schuldnerberatung Dir von der Privatinsolvenz abgeraten hat.

Ob ein angerufener Anwalt Dir am Telefon eine qualifizierte Auskunft geben konnte, weiß ich nicht. Das hängt von den Fakten ab, die Du ihm geschildert hast.

Grundsätzlich halte ich es ohne Einkommen immer für sinnvoll, in die Privatinsolvenz zu gehen. Bei den Miniraten, die Du zahlen kannst, fressen die Zinsen alles auf und am Ende hast Du mehr Schulden als vorher. Das hängt aber von der Höhe Deiner Schulden ab.

Wenn Du arbeitsfähig bist, solltest Du Dir eine Arbeit suchen.

Das ist unabhängig von der Insolvenz.

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