Wann kommt ein Mörder in die Psychiatrie?

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8 Antworten

Wann Haft, wann Therapie:
Ein Mord wird i.d.R. mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. Um eine Haftstrafe zu verhängen, muss der Täter zum Tatzeitpunkt schuldfähig gewesen sein. Das heisst, er muss Tragweite und Konsequenz seiner Handlung verstanden haben und den Bezug zur Aussenwelt gehabt haben. Jemand der eine Tat verübt in schuldunfähigem / unzurechnungsfähigem Zustand, darf keine Strafe erhalten, sondern nur Massnahmen (nulla poena sine culpa). Massnahmen sollen die Störung beseitigen oder die Allgemeinheit vor gefährlichen Leuten (zb Psychopath mit Gewaltfantasie) bewahren.
Dies macht teilweise ja auch sinn. Soll ein Schizophrener, der keinen Bezug mehr zu unserer Welt hat und in seiner eigenen Welt lebt für etwas bestraft werden, das er selbst nicht mal realisiert? Da macht es mehr Sinn, ihn in Therapie zu stecken oder bei Gefahr für die Bevölkerung zu verwahren.
Was ist Therapie:
Therapie wird bei Ersttätern im Sexualstrafrecht (also Vergewaltigung, Kindsmisshandlung, Pädophile Handlung) oft ambulant angeordnet. Das heisst, die Person lebt weiterhin zu Hause, geht normal arbeiten etc und taucht in der Woche mehrmals für einige Stunden beim Psychiater auf.
Bei Kapitalverbrechen werden diese stationär angeordnet. Ist der Täter zudem gefährlich (was bei Kapitalverbrechen oft bejaht wird), landet der Täter in einer geschlossenen Therapieunterkunft. Diese gleicht einem Gefängnis. Er ist eingesperrt, darf sich idR nicht frei bewegen. Der Tagesablauf wird vom Therapiepersonal vorgegeben, er darf nicht in die Freiheit (da er gefährlich ist) etc. Hier ist es eigentlich dasselbe wie Haft. Einfach erhält er zwiscchendurch Therapiestunden mit einem forensischen Psychiater.
Dauer:
Zur Dauer kann ich dir nur Schweizer Verhältnisse sagen. Grundsätzlich spricht der Richter die Therapie für einige Jahre aus, bis zu 5 Jahren. Ist der Täter danach immernoch psych. krank, kann die Therapie um 5 Jahre verlängert werden. Ist er nach diesen zusätzlichen 5 Jahren immernoch gefährlich für die Mitmenschen, kann er lebenslänglich verwahrt werden. Wenn er nicht geheilt ist, aber auch nicht mehr gefährlich, muss er evtl. eine restliche Haftstrafe absitzen. Denn in der Schweiz wird oft Therapie und Haft angeordnet. Die Haftstrafe ist dann abzusitzen, wenn die Therapie nicht anschlägt (=dualistisch-vikariierendes System). In der Schweiz gibt es zurzeit Mangel an Therapieplätzen in der Haft, weshalb psychisch gestörte Straftäter bis zu Therapieantritt oft in normaler Haft befinden. schau mal da: http://www.nzz.ch/wissenschaft/bildung/therapien-ohne-therapeuten-1.18473539
Du siehst, Therapie kann also schlimmer als Haft sein. Bei der Haft darf die angeordnete Haftzeit nicht überschritten werden, bei Therapie weiss man nicht, wie lange man "festgehalten" wird.
Ich hoffe es ist ein bisschen klarer für dich. :)

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In die Psychtrie kommt ein Täter dann wenn auf ihn der § 20 StGB zutrifft:

http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__20.html

Ob das der Fall ist entscheidet das Gericht anhand entsprechnder psychiatrischer Gutachten die es einholt. Sollte bei einem Täter der § 20 StGB zutreffen gibt es auch keine weitere Verhandlung mehr. Die Person kommt in eine geschlossene Psychiatrische Klink und fertig. Die Unterbringung ist zudem nicht zeitlich begrenzt.

Für Täter die in eine Psychartrie richtig gehören ist das das Beste. Für jemanden deem es durch Täuschung der Gutachter gelingen sollte den § 20 zu bekommen ist die Unterbringung schlimmer.

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Ein Angeklagter wird von einem gerichtlichen Psychologen untersucht und dieser erstellt dann auf den Erkenntnissen ein Gutachten, das entscheidet ob er ein den knast oder eingewiesen wird. Im Knast hast du noch die Chance auf Freilassung irgendwann, ist als Psycho ziemlich schwierig

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Vereinfacht ausgedrückt kommt ein schuldunfähiger Mörder in die "Psychatrie" und der schuldfähige in der Regel lebenslang ins Gefängnis. Die Schuldunfähigkeit wird vom Gericht festgestellt oder eben nicht.

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Ein Mörder, bzw jeder Straftäter, kommt in die Psychiatrie wenn Experten bei ihm eine psychische Störung diagnostizieren, wegen der er dieses Straftat begangen hat.

Das hört sich vielleicht erstmal gut an, ABER und damit muss ich mal mit den Vorurteilen aufräumen, ist es bei weitem schlimmer als ein Gefängnis. Die Anlagen sind genauso aufgebaut wie ein Gefängnis, sprich du hast keine Vorteile nur weil du in der Psychiatrie sitzt. Was aber noch viel schlimmer ist: Ein verurteilter Mörder weiß wie lange er da sein muss. Er hat ein Urteil und kann die Tage runterzählen. Ein Straftäter in der Psychiatrie hat das nicht. Er kommt frei wenn er wieder gesund ist. Aber wann ist er wieder gesund? Das ist er, wenn es im Psychologen bescheinigen. Bei schweren Straftaten wie Mord, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, etc. wird dies jedoch nie der Fall sein. Ein Psychologe kann dafür verantwortlich gemacht werden, wenn besagter Straftäter rückfällig wird. Und dieses Risiko nimmt niemand in Kauf.

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Wenn du entweder auf Grund einer psychischen Erkrankung z.B. shizophrenie eine Straftat begangen hast (Paragraph 63) oder auf Grund von Alkohol oder Drogeneinfluss eine Straftat begangen ( Paragraph 64)

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Kommentar von jeff23666
27.08.2015, 00:34

Ach so also wenn man besoffen ist und jemand tötet kommt man in die Psychiatrie?? kann ich mir nicht vorstellen

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Ritzen, Depressionen usw. Sind kein Grund um nicht ins Gefängnis zu müssen. Viel eher kommen Straftäter in die Psychiatrie, wenn sie verbrechen aufgrund einer psychiatrischen Störung begangen haben. Das wird dann von verschiedenen Gutachtern beurteilt und der Richter entscheidet dann wo es hingeht.

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Kommentar von jeff23666
27.08.2015, 00:33

und was ist deiner Meinung nach eine psychiatrische Störung? ich denke schon das man mit ritzen und Depression wahrscheinlich in die Psychiatrie kommt

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Kommentar von einelenabitte
27.08.2015, 10:07

nein nur weil du als Häftling depressionen hast kommst du nicht in die psychiatrie. ich denke das passiert zum Beispiel, wenn jemand paranoide Schizophrenie hat. wenn dieser jemand ausfrgund seiner wahrvorstellung jemanden getötet hat. Depressionen können auch iM Gefängnis behandelt werden

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Das entscheidet vermutlich der Richter bei der Verurteilung.

Je nach dem ausgeübtem Verbrechen, z. B. an Kindern, ist der Knast schlimmer.

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