Wann kommen die ersten Anzeichen einer Sepsis

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Eine Sepsis führt durch ihren schnellen Verlauf rasch zu schwerwiegenden Komplikationen: Da sich die Blutvergiftung über die Blutbahnen ausbreitet, erreicht die Infektion in kurzer Zeit lebenswichtige Organe im Körper. Nach wenigen Stunden sind Organe wie Lunge, Herz und Leber befallen und versagen – infolge der Blutvergiftung kommt es zu Kreislaufschock, Nierenversagen sowie zu Lungen- und Leberversagen. Die Sterblichkeit der schweren Sepsis und des septischen Schocks beträgt bis zu etwa 40 beziehungsweise 60 Prozent.

Eine rechtzeitig erkannte Blutvergiftung ist in den meisten Fällen gut mit Antibiotika behandelbar. Wenn es jedoch nicht gelingt, die Blutvergiftung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, kann dies tödliche Folgen haben, denn: Blutvergiftungen können sich rasch zu einer schweren Sepsis und einem septischem Schock entwickeln.

Die Blutvergiftung (Sepsis) ist durch Symptome einer Entzündungsreaktion gekennzeichnet, die den gesamten Organismus erfasst. Dieses Krankheitsbild bezeichnet man als SIRS . Bei der Sepsis ist diese Entzündungsreaktion die Folge einer Infektion (meist durch Bakterien); ein SIRS kann aber auch nicht-infektiös entstehen.

Man kann eine Blutvergiftung allein anhand der Symptome nicht von einem SIRS anderer Ursache unterscheiden.

Eine Blutvergiftung kann recht unterschiedliche Symptome auslösen. Mögliche Sepsis-Symptome sind:

  • schneller Herzschlag
  • niedriger Blutdruck
  • Fieber oder eine Unterkühlung (evtl. mit Schüttelfrost)
  • Schmerzen
  • schnelle Atmung, erschwerte Atmung
  • Austrocknung des Organismus
  • Unruhe, Verwirrtheit
  • leichte Benommenheit bis hin zum Koma

Bei einer Blutvergiftung können sich die Anzeichen schnell verschlimmern: Es entsteht eine schwere Sepsis, wenn im weiteren Verlauf die Funktion eines oder mehrerer lebenswichtiger Organe eingeschränkt ist. Ist zum Beispiel das Gehirn von der schweren Blutvergiftung betroffen, treten als typische Symptome Benommenheit, Desorientiertheit, Unruhe und Verwirrtheit auf. Wenn bei einer schweren Sepsis zusätzlich der Blutdruck (trotz angemessener Flüssigkeitsgabe durch Infusion) niedrig bleibt, spricht man vom septischen Schock. Ein septischer Schock kann verschiedene Symptome auslösen, nach denen man die folgenden zwei Formen unterscheidet:

Hyperdynamischer Schock: Die Symptome (schneller Herzschlag, niedriger Blutdruck, oft gut durchblutete und warme Haut, erhöhte Pumpleistung des Herzens) unterscheiden sich stark von anderen Schockformen. Ein septischer Schock kann nur dann in dieser hyperdynamischen Form auftreten, wenn das Gefäßsystem genügend mit Blut gefüllt ist und das Herz ausreichend arbeitet.

Hypodynamischer Schock: Entsteht aus dem hyperdynamischen Schock und zeigt teils entgegengesetzte Symptome (schlecht durchblutete und daher blasse und kalte Haut, niedrige Pumpleistung des Herzens).

Entgegen der häufigen Annahme ist ein roter Strich, der sich zum Herzen hin ausbreitet, kein Anzeichen einer Blutvergiftung. Ein solcher roter Streifen ist vielmehr das Symptom einer Lymphangitis, die viele Menschen mit der Sepsis verwechseln.

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