Wann kann man von einer rationalen Handlung sprechen? Von wo wissen wir was rational ist?

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Rational bezeichnet: vernünftig, vernunftgemäß, von der Vernunft/dem Verstand bestimmt, mit der Vernunft übereinstimmend, überlegt und sinnvoll

Rationalität beim Handeln ist der Versuch der Verwirklichung aufgestellter Ziele und die Befriedigung von Bedürfnissen durch zweckmäßiges Vorgehen. Die Rationalität kann das Zweck-Mittel-Verhältnis (instrumentelle Rationalität) und die Zwecke/Ziele selbst betreffen.

Beim rationalen Handeln kann eine nachvollziehbare Begründung angegeben werden. Möglichkeiten, Informationen zu erhalten, werden angemessen genutzt und die Auswirkungen der Bedingungen in einer Handlungssituation auf die Erfolgsaussichten abgeschätzt. Zu erwartende Folgen werden bei der Überlegung berücksichtigt.

Entscheidungen werden nach vernünfigen Auswahlkriterien getroffen. Dabei kann das Erreichen eines möglichst großen Nutzens oder eine Schadensminimierung eine Rolle spielen (Entscheidungstheorie).

Es gibt Merkmale von Rationalität, zum Teil sind dazu umfangreiche Listen aufgestellt worden.

Günther Ropohl, Die Dynamik der Technik und die Trägheit der Vernunft. In: Neue Realität : Herausforderung der Philosophie ; Vorträge und Kolloquien / XVI. Kongress für Philosophie, 20. – 24 September 1993. Herausgegeben von Hans Lenk und Hans Poser. Berlin. Akademie-Verlag, 1995, S. 113 nennt z. B.:

  • Klarheit und Unmißverständlichkeit des sprachlichen Ausdrucks

  • intersubjektive Kommunizierbarkeit und Diskutierbarkeit

  • theoretische Überprüfbarkeit (methodische Nachvollziehbarkeit und logische Stmmigkeit)

  • empirische Überprüfbarkeit (Reproduzierbarkeit und Falsifizierbarkeit, wo immer möglich und angezeigt)

  • analytische Präzision (Abgrenzung von Systemelementen)

  • synthetische Kohärenz (Rückbezug auf Systemzusammenhänge)

  • systematische Reflexion (Vermittlung zwischen Analyse und Synthese, zwischen Teilen und Ganzem)

  • kritische Reflexivität (Selbstanwendung der Rationalität)

Alles, was vernunftbegründet ist, kann man als rational bezeichnen, unabhängig davon, ob es wirklich richtig (vernünftig) ist. Das weiss man ja oft erst später.

Mag es im Prinzip nicht geben, denn jede Handlung, Entscheidung, jeder Gedanke unterliegt emotionalen Einflüssen.

Alles was wir erfahren/gelernt haben, beeinflusst nämlich unsere Haltung dazu. Selbst "2+2=4" ist davon betroffen, denn irgendwann einmal hat man uns beigebracht, was mathematisch richtig und falsch ist. Und wenn Du Dir ein Kind vorstellst, das die Aufgabe löst und dann ein begeistertes "Richtig!" hört, verstehst Du vielleicht, was ich meine.

Kann man zu rational sein?

Ich kann nicht sehr gut mit Menschen mitfühlen. Ich bin generell nicht sehr emotional, ich bin immer sachlich und Gefühlsduselei kann ich gar nicht ab.
Die Menschen in meinem Umfeld kommentieren meine Meinungen oft als "zu rational", doch wieso sollte das schlecht sein? "Rational" bedeutet doch von der Vernunft gesteuert, also was meinen die damit? Ich bin nämlich meines Wissens nach trotz allem immer rücksichtsvoll, wobei ich das auch nicht wirklich einschätzen kann. Manchmal regen sich sogar Menschen über mich auf und ich verstehe nicht, wieso, wobei ich bei unseren ganzen gesellschaftlichen Konventionen nicht durchblicke. Woher soll ich denn bitte wissen, wer wann was doof bzw. gut findet? Ich kann doch keine Gedanken lesen...

Stimmt vielleicht mit mir irgendetwas nicht oder liegt es an meinem Umfeld?

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