Wann kann ich als Auftragnehmer/Programmierer einer Software als Einzelunternehmer die Zahlung/Teilzahlung verlangen?

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5 Antworten

Du solltest darauf bestehen, dass der Vertrag sagt:

  • Der Festpreis für die erfolgreiche Entwicklung des Programms (= ... EUR) wird fällig, sobald die Abnahmefrist abgelaufen ist.
  • Die Abnahmefrist beträgt 1 Monat und beginnt, sobald der Auftragnehmer die Implementierung als abgeschlossen erklärt sowie das Programm zusammen mit einer Installationsanleitung dem Auftraggeber übergeben und ihn zur Abnahme aufgefordert hat.
  • Sollte der Auftraggeber noch während der Abnahmefrist der Fertigstellung der Software schriftlich widersprechen - was nur möglich ist, wenn er Fehler beschrieben hat, welche die Nutzung des Programms als nicht sinnvoll erscheinen lassen - gilt die Software weiterhin als noch nicht fertiggestellt. In diesem Fall wird Auftragnehmer diese Fehler beheben und danach erneut liefern und zur Abnahme auffordern (was wiederum die Abnahmefrist beginnen lässt).
  • Nach Ablauf der Abnahmefrist werden 90% des Festpreises für die erfolgreiche Entwicklung des Programms fällig.
  • Die restlichen 10% werden fällig, nachdem die Gewährleistungsfrist abgelaufen ist und alle während der Gewährleistungsfrist gefundenen und dem Auftragnehmer beschrieben Fehler behoben sind.
  • Die Gewährleistungsfrist endet 3 Monate nach Ablauf der Abnahmefrist.

Die Schulung der Mitarbeiter, das Erstellen von Schulungsunterlagen und andere Hilfestellung bei der Einführung des Programms werden nach Aufwand abgerechnet (Stundensatz = ... EUR) und jeweils zum Monatsende in Rechnung gestellt.

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Kommentar von grtgrt
28.07.2016, 16:37

Die Hauptproblematik dabei:

Es kann vorkommen, dass der Auftraggeber Fehler meldet, die der Auftragnehmer als solche nicht anerkennt. Dieser Gefahr wird i.A. dadurch begegnet, dass

  • möglichst früh eine Leistungsbeschreibung der Software erstellt wird (ein sog. Pflichtenheft) 
  • und - wenn es nicht schon vor Vertragsabschluss vorliegt - der Auftragnehmer es in Kooperation mit dem Auftraggeber erstellt und ebenfalls zur Abnahme vorlegt. In diesem Fall sollte vereinbart sein, dass der Auftraggeber berechtet ist, die Implementierungsarbeiten erst zu beginnen, nachdem der Auftraggeber das Pflichtenheft als vollständig anerkannt hat. 
  • In jedem Fall sollte vereinbart sein, dass spätere Abänderung oder Erweiterung der Aussagen des Pflichtenhefts seitens des Auftraggebers zwar erlaubt sind, hierdurch notwendig werdender Zusatzaufwand bei der Implementierung der Software aber extra (nach Aufwand) zu vergüten ist.
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Kommentar von Zebbinho
28.07.2016, 16:42

Das war wirklich sehr ausführlich und hilfreich. Vielen Dank.

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1. Ich hoffe, das Du die Bezeichnung "Kleinunternehmen" nur verwendest um anzuzeigen, dass Dein Unternehmen noch klein ist und nicht, dass Du die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung nutzt. das wäre von Nachteil.

2. Natürlich kannst Du zu definierten Zeitpunkten Teilzahlungen einplanen und solltest die auch definieren.

z. B. Bei Feststellung des Lastenheftes.

Dann wenn eine Testversion fertig ist. Dann bei Ablieferung des fertigen Produktes und den Rest nach Implementierung/Schulung.

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Kommentar von Zebbinho
28.07.2016, 16:45

Erstmal vielen Dank. Wo Du Dich mit dieser Steuergeschichte scheinbar auskennst, was ist denn der Nachteil an der 19er Regelung. Angenommen sei, dass dies Vorr. der einzige Auftrag des Jahres ist und sich mein Unternehmen eig. erstmal nur deswegen gründet. Der Umsatz/Gewimn ist also eher überschaubar.

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Du kannst mit dem Auftraggeber vereinbaren was du möchtest .. Grosse Firmen sind da professionell und werden kaum nachverhandeln, fällig ist die Rechnung nach Abnahme, wenn keine Teilzahlungen vereinbart sind bei Vertragsabschluss. Auch die Gewährleistung, Nachbesserung, bzw. der anschliessende Wartungsvertrag sind frei verhandelbar .. Vorgaben wie im Privatkundengeschäft gibt es zwischen Unternehmen nicht.

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Das ist Vertragssache. Bei Werkverträgen kann man bestimmte Meilensteine definieren, bei deren Erreichen diese von Auftraggeber abgenommen und bei erfolgreicher Abnahme bezahlt werden. Es muss direkt im Vertrag bzw. Auftrag stehen und es muss genau definiert sein, was für Eigenschaften vorliegen müssen.

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Als Auftraggeber würde ich nur zahlen, wenn du mir ein fertiges Produkt lieferst, das auch meinen Anforderungen entspricht.

Kein Unternehmer kauft eine Katz im Sack

Im Voraus werden nur Beamte bezahlt.

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Kommentar von Zebbinho
28.07.2016, 15:07

Wie ich dargestellt habe geht es bereits um das fertige Produkt. Und ich interessiere mich für Erfahrungen aus der IT-Freelancer-Branche und wie es dort konkret gehandhabt wird, wenn ein Kunde das Projekt nach Fertigstellung nicht ausrollt, bzw. wie man sein Angebot entsprechend gestaltet. "Im Voraus werden nur Beamte bezahlt"  hilft da nicht besonders.

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